Berater: Russland attackiert mit neuer Drohnen Strommasten
Massive Angriffswelle
Neues russisches Drohnenmodell hat ein bestimmtes Ziel
Von t-online, wan
01.10.2026 - 04:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Russland greift vermehrt die ukrainische Energieinfrastruktur an. Eine Drohne wurde für diesen Zweck besonders ausgerüstet.
Russland hat offenbar einige seiner Drohnen so modifiziert, dass sie für eine Spezialaufgabe ausgerüstet sind. Der ukrainische Präsidentenberater Serhij "Flash" Beskrestnow schrieb auf Telegram, dass das russische Militär eine Drohne mit Düsentriebwerk so umgebaut habe, dass sie bestimmte Ziele der ukrainischen Infrastruktur angreifen kann.
Die Drohne soll dafür einen speziellen Sprengkopf haben, der Strommasten und Brücken aus Stahl zerstören kann. "Schlechte Nachrichten", schrieb Beskrestnow, der Präsident Selenskyj bei Verteidigungstechnologien berät, "heute hat der Feind zum ersten Mal einen speziellen Sprengkopf mit Hohlladung an einem jetgetriebenen unbemannten Luftfahrzeug (UAV) eingesetzt". Der Berater machte keine Angaben, um welches Modell es sich handelt.
Videos auf der Plattform X zeigen Strommasten, die nach einer Explosion umknicken und Feuer fangen. Die Aufnahmen sollen in der Umgebung von Kiew entstanden sein.
Russland setzt auf Düsentriebwerke
Russland setzt zunehmend auf Drohnen mit Düsentriebwerk. Sie sind erheblich schneller als solche mit Propellerantrieb und schwieriger abzuschießen. Die russische Industrie hat zudem begonnen, die Produktion chinesischer Triebwerke zu kopieren, nachdem es zu Problemen bei den Lieferungen aus China gekommen war. Dies geht aus einer Analyse von Drohnenwracks hervor, berichtet die "Ukrainska Prawda".
Die neuesten Chargen der russischen Angriffsdrohnen vom Typ Geran-4 und Geran-5 sind mit chinesischen Telefly Strahltriebwerken ausgestattet, die im Drohnenwerk in Alabuga in der Republik Tartastan montiert wurden.
Die russische Armee hat vor dem Winterbeginn täglich die Energieinfrastruktur angegriffen. Eine der heftigsten Attacken gab es am Mittwoch. Der neue Sprengkopf soll in der Lage sein, mit einer 40-Kilogramm-Sprengladung Hochspannungsleitungen und -masten zu zerstören. Er hat laut Beskrestnow auch vier weitere Sprengmodule.
Als Folge der russischen Angriffe hat es in den vergangenen Tagen erneut Stromausfälle in einigen Teilen der Ukraine gegeben, darunter auch in Kiew. "Seit dem Sommer gab es praktisch keinen Tag, an dem der Feind nicht die Energieinfrastruktur angegriffen hat. Ein derart massiver und koordinierter Angriff hat sich jedoch seit dem Ende der letzten Heizperiode zum ersten Mal ereignet", erklärte Ministerpräsident Serhij Korezkyj nach dem Angriff am Mittwoch.