Berghütte wird zum Klo-Stopp für Touristen - Wirtin reicht es endgültig: „Nicht mehr auszuhalten“
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Berghütte wird zum Klo-Stopp für Touristen – Wirtin reicht es endgültig: „Nicht mehr auszuhalten“
Von: Martina Hunger
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Reisebusse halten, Touristen verschwinden kurz im Lokal – und fahren wieder. Einer Wirtin in den Dolomiten reicht es nun. Sie reagiert mit einer ungewöhnlichen Maßnahme.
Toblach/Südtirol – Türkisfarbenes Wasser, schroffe Berggipfel und der mächtige Monte Cristallo im Hintergrund: Der Dürrensee in den Südtiroler Dolomiten ist für viele Urlauber ein beliebter Zwischenstopp auf dem Weg durch die Alpen. Doch genau dieser Ansturm sorgt inzwischen für Ärger. Der Wirtin einer Alpen-Berghütte reicht es – und zwar gründlich.
Karla Rienzner betreibt das Restaurant Dürrensee-Landro bei Toblach bereits seit 1990. Seit Kurzem weist dort ein Schild in mehreren Sprachen auf eine neue Regel hin: Wer lediglich die Toilette benutzen möchte, muss dafür fünf Euro bezahlen.
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Ganze Reisegruppen kommen nur für die Toilette
Der ungewöhnlich hohe Preis hat nach Darstellung der Wirtin eine Vorgeschichte. Gegenüber „Südtirol News“ schildert Rienzner, dass besonders während der Sommersaison immer wieder Reisebusse vor dem Restaurant halten würden. Zahlreiche Insassen gingen auf die Toilette – anschließend steige die Gruppe wieder in den Bus und fahre weiter, ohne etwas zu konsumieren.
„Die Situation war nicht mehr auszuhalten, es musste etwas passieren“, erklärt die Gastronomin gegenüber dem Südtiroler Nachrichtenportal. Besonders kurios sei ein Vorfall mit einer japanischen Reisegruppe gewesen. Die Urlauber hätten der Wirtin zufolge erklärt, ihre Reiseleiterin habe ihnen mitgeteilt, bei den Toiletten handle es sich um kostenlose öffentliche WCs.
Auch Wohnmobil-Urlauber, die in der Gegend übernachten, würden laut Rienzner immer wieder lediglich für den Toilettengang ins Restaurant kommen. Das Problem für die Betreiberin endet jedoch nicht an der Toilettentür. Die sanitären Anlagen müssten schließlich gereinigt und unterhalten werden. „Es ist kein Spaß, ständig in Rekordzeit wegzuputzen, was die Leute hinterlassen“, sagt Rienzner. Ihre Konsequenz: fünf Euro für den Toilettenbesuch.
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Wirtin fordert öffentliche Toiletten am Dürrensee
Dabei richtet sich ihr Ärger ausdrücklich nicht gegen alle Urlauber. Stammgäste und Besucher, die sich vernünftig verhielten, seien nicht das Problem. Vielmehr gehe es ihr um den zunehmenden Kurzzeit- und Durchgangstourismus.
Rienzner fordert deshalb auch die öffentliche Hand zum Handeln auf. In unmittelbarer Nähe ihres Restaurants befindet sich ein Parkplatz. Dort könnten nach Ansicht der Gastronomin gebührenpflichtige öffentliche Toiletten eingerichtet werden.
Tatsächlich weist die offizielle Internetseite der Dolomitenregion Drei Zinnen öffentliche, gebührenpflichtige Toiletten derzeit am Bahnhof in Toblach sowie bei der Auronzohütte aus. Eine entsprechende Anlage am Dürrensee wird dort nicht genannt.
Dabei ist der See keineswegs ein abgelegener Geheimtipp. Sogar der Shuttlebus zu den Drei Zinnen hält am Dürrensee. Vom 31. Mai bis zum 11. Oktober 2026 fährt die Linie 444 zwischen Toblach und der Auronzohütte.
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Besucherandrang in den Dolomiten längst ein großes Thema
Wie stark der Tourismus die Region beschäftigt, zeigt auch die Verkehrsplanung des Landes Südtirol. Für den Sommer 2026 wurden die Maßnahmen rund um die Drei Zinnen erneut ausgeweitet. Mit Reservierungspflichten, Shuttleverbindungen und Einschränkungen für den Individualverkehr soll der Besucherstrom besser gesteuert werden.
Das erklärte Ziel des Landes: den Druck auf die einheimische Bevölkerung und die stark besuchten Dolomitentäler zu reduzieren.