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Bericht zeigt, wie Schröder Russland-Sanktionen umgeht

Allgemein

Für sein Aufsichtsratsmandat bei der russischen Supermarktkette Hyperglobus bekommt Altkanzler Gerhard Schröder kein Geld aus Russland – sondern von einem Unternehmen im Saarland. Hinter der Konstruktion steht ein Beratervertrag, der die westlichen Sanktionen offenbar aushebeln soll.

Gerhard Schröder hat für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der russischen Supermarktkette Hyperglobus eine Vergütungskonstruktion gewählt, die die internationalen Russland-Sanktionen offenbar gezielt umgeht. Das berichtet der "Spiegel" (Bezahlinhalt) nach eigenen Recherchen. Demnach fließt dem 82-jährigen Altkanzler kein Geld direkt aus Russland zu. Vergütet wird seine Arbeit stattdessen über einen "Beratervertrag" mit der TMB Holding mit Sitz im saarländischen St. Wendel.

Die TMB Holding wird dem Bericht zufolge von Geschäftsführern des Familienunternehmens Globus kontrolliert. Zu dieser Gesellschaft gehört seit 2025 die Handelskette Hyperglobus, die in Russland 23 Filialen betreibt. Auf Anfrage des Nachrichtenmagazins bestätigt die TMB Holding den Beratervertrag mit Schröder. Zum Aufsichtsratsmandat selbst äußert sie sich jedoch nicht. Eine Anfrage an Schröder selbst zu den Russland-Sanktionen blieb unbeantwortet.

Juristisch geprüft, aber politisch brisant

Seit Russland seinen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine führt, hat die Europäische Union das Land mit zahlreichen wirtschaftlichen Sanktionen belegt. Sie gelten inzwischen der EU zufolge für rund 4.600 Personen, Unternehmen und Einrichtungen. Diese Sanktionen sowohl der USA als auch der EU machen direkte Geldflüsse für Aufsichtsratsmandate bei russischen Unternehmen praktisch unmöglich.

Wie der "Spiegel" in Erinnerung ruft, bekam Schröder diese Realität zuletzt im Mai 2025 zu spüren: Damals blockierte die Sparkasse Hannover Zahlungen der Nord Stream 2 AG an ihn. Als Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der in der Schweiz ansässigen Gesellschaft hatte Schröder jährlich 400.000 Euro erhalten. Weil in das Pipeline-Projekt russisches Kapital geflossen war, überwies die Sparkasse die bereits gezahlten Beträge an die Luxemburger Filiale der Gazprombank zurück.

Das "Schröder-Konstrukt" ist aber offenbar rechtlich möglich. "Der Vorgang ist juristisch hinsichtlich möglicher sanktionsrechtlicher Auswirkungen geprüft worden", sagte eine Person, die mit dem Vorgang betraut war, dem "Spiegel". Die Sanktionen von EU und der USA würden demnach nicht verletzt.

Die Enthüllung fällt in eine Phase erneut heftiger Kritik an Schröder. In der vergangenen Woche war er nach Moskau gereist und hatte dort zunächst eine Hyperglobus-Filiale besucht. Anschließend erschien er gemeinsam mit seiner Ehefrau überraschend bei den Feierlichkeiten zum 74. Geburtstag von Russlands Präsident Wladimir Putin. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, den Putin 2022 angeordnet hatte, hielt den Altkanzler vom Besuch bei seinem langjährigen Freund nicht ab.

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Die Einnahmen aus seinem Hyperglobus-Engagement soll Schröder gegenüber einem Freund selbst eher kleingeredet haben: als "kleines Zubrot". (red)

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