Berlin: Alienhaftes Insekt breitet sich aus - Nabu hat eine Bitte
KI-Stimme. Info Die Gottesanbeterin sieht aus, als wäre sie einer fremden Welt entsprungen: Ein schlanker, ungewöhnlich geformter Körper, große, wachsame Augen und lange Fangarme verleihen ihr eine geradezu außerirdische Erscheinung. Nun breitet sich das alienhaft aussehende Insekt in Berlin aus. Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) ist sie inzwischen in allen Bezirken der Hauptstadt zu finden. Grund dafür sei der Klimawandel. Auf dem Schöneberger Südgelände wurden Tiere gefunden, deren Vorfahren dort vermutlich in den 80er Jahren ausgesetzt worden waren, wie Nabu-Artenschutzreferentin Janina Klug erklärte. „Heute kann man in ganz Berlin auf Brachen, Schuttflächen oder an sonnigen Wegrändern mit etwas Glück diesem faszinierenden Insekt begegnen.” Nach Angaben der Expertin wurden in diesem Jahr bundesweit bereits sehr viele der Fangschrecken gesichtet. Üblicherweise werden demnach die meisten Tiere erst im August gemeldet. In diesem Jahr seien jedoch allein in der letzten Juliwoche auf der Plattform NABU-naturgucker.de bereits mehr als 2000 Beobachtungen gemeldet worden – darunter 166 Hinweise aus Berlin. Als einen Grund sehen die Naturschützer die Hitze in diesem Sommer. Auch interessant Gottesanbeterin breitet sich in Berlin aus: Nabu bittet um Fotos Derzeit sei die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) auf der Suche nach Nahrung und Paarungspartnern häufig zu beobachten. Teils verirrten sie sich sogar in Häuser. Wer eine Gottesanbeterin in der Hauptstadt entdeckt, sollte sie unbedingt melden, bittet der Nabu – am besten mit Foto und Ortsangabe. „Sie ist ruhig, lässt sich gut fotografieren und ist durch ihre großen Fangarme praktisch unverwechselbar. Unsere Auswertungen zeigen, dass es nur selten zu Fehlbestimmungen kommt”, schilderte Klug. Bis vor wenigen Jahrzehnten galt das Tier als Exotin und kam nur in den wärmsten Regionen Deutschlands vor. Zu ihrem Namen kam die Fangschrecke, weil sie ihre Fangarme faltet, als ob sie beten wollte. Sie ernährt sich vor allem von Insekten und Spinnen und ist eine gut getarnte Jägerin. Auch interessant Gottesanbeterin verspeist ihre männlichen Artgenossen nach der Paarung In den kommenden Wochen beginnt die Paarungszeit. Ende September dann nimmt die Zahl der Gottesanbeterinnen rasch ab: Rund ein Drittel der Männchen stirbt unmittelbar nach der Paarung, weil es vom Weibchen gefressen wird. „Was grausam klingt, ist biologisch sinnvoll: Die Männchen haben zur Fortpflanzung beigetragen, und die Weibchen gewinnen Energie für die aufwendige Produktion der Eier”, erklärt Artenschutzreferentin Klug. dpa