DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,02 % 64.323,00 USD 08:09:33 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Berlin bebt in Regenbogenfarben: Hunderttausende feiern CSD

Allgemein

TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Berlin – Die Bässe hämmern durch die Straßen Berlins, Hunderttausende tanzen, jubeln, feiern die Freiheit. Glitzer, Fetisch-Outfits und Regenbogenfahnen, so weit das Auge reicht. Doch hinter der ausgelassenen Stimmung des Christopher Street Day (CSD) steckt auch eine ernste Botschaft: Die Veranstalter warnen vor zunehmender Hasskriminalität. Promis wie TV-Star Jörg Draeger (80) sagen: „Wir werden von Tag zu Tag intoleranter!“ Das Motto „Haltung ist hot“ sollte in diesem Jahr als „Antwort auf zunehmende Anfeindungen gegen queere Menschen“ verstanden werden, so die Veranstalter. Laut Bundeskriminalamt stieg die Zahl queerfeindlicher Straftaten in Deutschland binnen eines Jahres nämlich um rund 50 Prozent auf 1785 Fälle. Jörg Draeger feierte CSD-Premiere mit 80 Die Stimmung beim Hauptstadt-CSD war am Samstag trotzdem ausgelassen wie nie: Zigtausende säumten die Straßen vom Potsdamer Platz bis zur Siegessäule. Nicht wenige staunten, als einer mittendrin war, den sie hier wohl kaum vermutet hätten: Jörg Draeger, der mit dem Zonk in den 1990er-Jahren Fernsehgeschichte schrieb, feierte mit 80 Jahren seine CSD-Premiere. TV-Urgestein: „Ich will nicht konservativ sein“ Statt vorsichtig am Rand zuzuschauen, ging der Berliner Kultmoderator direkt aufs Ganze und fuhr auf dem Axel-Springer-Truck (u.a. BILD, WELT) durch die Hauptstadt. Berührungsängste? Fehlanzeige! „Beim 80-Jährigen denkt man, ich bin konservativ, da kommt der Opa an und bringt einen Stuhl mit. Ich will nicht konservativ sein, sondern freizügig!“, so Draeger. Er machte kein Hehl daraus, warum er gekommen ist. Für ihn ging es um mehr als Party und schrille Outfits: „Die Buntheit ist das, was das Leben ausmacht. Diese Botschaft muss man wieder ganz nach außen schreien, weil wir von Tag zu Tag intoleranter werden – auf allen Ebenen. Egal, ob es um Sexualität, Hautfarbe oder Geschlecht geht.“ Jörg Draeger prägte schlimmes Mobbing In seinem Umfeld beobachtet er mit Sorge, wie der Umgang rauer wird. „Die Tochter unserer Freunde wird wegen ihrer Hautfarbe gemobbt“, so Draeger. „Unsere Tochter und unser Sohn sind selbst vor Jahren auf dem Gymnasium gemobbt worden, weil der Papa beim Fernsehen war. Schlimmer ging es nicht.“ Seine Haltung kommt nicht von ungefähr. Schon während seiner Studienzeit erlebte er, wie Homosexuelle ausgegrenzt wurden. „Während der 60er-Jahre war ich an der FU in Berlin und habe gesehen, wie Schwule keine Wohnung bekamen und missachtet wurden. Das war grausam.“ „Knappe Fummel schrecken mich nicht ab“ Auch deshalb engagiert er sich heute gemeinsam mit seiner Frau Petra. „Wir haben in unserem Umfeld ganz viele queere Menschen, die wir lieben.“ Lachend fügt er hinzu: „Knappe Fummel schrecken mich hier überhaupt nicht ab. Bei gutem Wetter gibt es ja gar keine Fummel mehr. Für mich ist das eine so bunte, wunderschöne Welt.“ 2200 Polizisten schützten den CSD

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