Berlin-Friedrichshain: Sprung aus elftem Stock in Drehleiterkorb
Eine Frau habe bei Eintreffen der Feuerwehrkräfte schon auf dem Fensterbrett des betroffenen Hochhauses gesessen, hinter ihr schwarzer Rauch, sagte der Sprecher der DPA weiter. Da die Drehleiter nicht bis in den elften Stock, sondern nur etwa bis in den neunten Stock reichte, musste sie in den etwa ein bis zwei Quadratmeter großen Drehleiterkorb springen. Dort sei die Frau von Feuerwehrleuten aufgefangen worden. "Das war wirklich auf Messers Schneide", so der Feuerwehrsprecher. Es hätte auch leicht zu einem großen Unglück kommen können. Die Frau sei leicht verletzt worden. Das Feuer war am frühen Morgen gegen 6.27 Uhr auf dem Balkon einer Wohnung im elften Stock ausgebrochen, nahe dem Berliner Ostbahnhof. Sehr schnell habe das Feuer auf die Wohnung übergegriffen, so der Sprecher. Insgesamt hat das Wohnhaus 21 Stockwerke. Viele Bewohnerinnen und Bewohner seien durch das Treppenhaus nach draußen geführt worden. 113 Menschen wurden durch die Feuerwehr betreut. Es seien etwaige Verletzungen abgeklärt worden. Auch Kräfte für eine psychosoziale Betreuung wurden abgestellt. Sie sollen sich auch um die Unterbringung derjenigen kümmere, deren Wohnungen nicht mehr bewohnbar sind. Der Brand war im Verlauf des Vormittags gelöscht. Danach standen Nachlöscharbeiten und umfangreiche Kontroll- und Belüftungsmaßnahmen auf dem Plan. Der Rauch hatte sich in dem Hochhaus stark ausgebreitet. Der Einsatz sei "dramatisch" gewesen, führte der Sprecher weiter aus: "Das muss man nicht alle Tage erleben." Auch Sprungpolster hatte die Feuerwehr vor Ort. Sie wurden aber nicht genutzt. Mehr als 130 Kräfte der Feuerwehr waren vor Ort im Einsatz. Herausfordernd war für die Feuerwehr auch, dass es am frühen Morgen einen weiteren Großeinsatz gab: Im Märkischen Viertel war im vierten Stock eines zehngeschossigen Wohnhauses ein Feuer ausgebrochen. Bei Eintreffen der Feuerwehr hatte der Brand auf das darüberliegende Geschoss übergegriffen. Dort wurden etwa 70 Personen aus dem Gebäude geführt. Eine Person wurde leicht verletzt. Insgesamt seien 300 Kräfte der Berliner Feuerwehr durch die beiden Einsätze gebunden gewesen, weshalb die Freiwilligen Feuerwehren für weitere, kleinere Einsätze dazugerufen wurden.