Berlin-Lichterfelde: Totes Baby in Wohnsiedlung gefunden - Anwohner: „Bin geschockt“
In einer Wohnsiedlung im Berliner Südwesten ist am Mittwochmorgen ein totes Baby entdeckt worden. Der Säugling sei im Hinterhof eines Wohnkomplexes auf dem Boden liegend gefunden worden, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Zuerst hatte die „B.Z.“ berichtet. Demnach wurde die Feuerwehr gegen 9.30 Uhr in die Réaumurstraße nach Lichterfelde (Steglitz-Zehlendorf) alarmiert, nachdem ein Zeuge den Leichnam entdeckt hatte. Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Babys feststellen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um ein Neugeborenes handelt. Weil es sich um einen frequentierten Ort handelt, wird der Säugling wahrscheinlich noch nicht lange im Innenhof gelegen haben. Schrecklicher Fund in Lichterfelde: Totes Baby in der Thermometersiedlung entdeckt Nach einem Hinweis wurde eine Wohnungstür in einem der anliegenden achtgeschossigen Gebäude aufgebrochen. Drinnen wurde laut Hinweisgeber eine Person vermutet, die kürzlich entbunden hätte. „Die Wohnung stand allerdings leer“, so Nath. Die Ermittlungen werden sich laut Nath wahrscheinlich bis in den Nachmittag hineinziehen. Auch interessant Zu den genauen Todesumständen, zu den Eltern und zum toten Säugling selbst könne derzeit keine Angaben gemacht werden, so die Polizei. Der Ort, an dem der Leichnam des Neugeborenen entdeckt wurde, ist weiträumig abgesperrt. Aktuell sind die forensische Spurensicherung und die Polizei mit rund 40 Einsatzkräften vor Ort. In der Nachbarschaft löst der Vorfall Fassungslosigkeit aus. „Ich bin maßlos geschockt“, meint Kerstin Price. Die Anwohnerin führt ihren Schäferhund aus, bleibt am Absperrband der Polizei kurz stehen und schaut betrübt in Richtung des Fundorts. In einer lokalen Facebook-Gruppe werde sich bereits ausgiebig über den toten Säugling ausgetauscht. Waren die Eltern überlastet? Wurde das Kind in der Familie nicht akzeptiert? Hat der Vater auf die Mutter des Kindes Druck ausgeübt? „Keiner kennt die Hintergründe oder die Mutter“, so Price. Ein Urteil über die Eltern des Babys wolle sie sich nicht erlauben. „Es ist schrecklich, wenn jemand Mutmaßungen anstellt, ohne genau zu wissen, was eigentlich passiert ist.“ Sie habe in der Gruppe um Sachlichkeit gebeten. Anwohnerin über Thermometersiedlung: „Früher war es hier gewöhnungsbedürftig“ Die Thermometersiedlung, in der der Leichnam gefunden wurde, kennt Price gut. Sie habe selbst rund 14 Jahre in der Plattenbausiedlung gelebt. Sie wohnt weiterhin in der Nähe. „Früher war es hier gewöhnungsbedürftig“, erklärt die 60-Jährige. Sie berichtet von Gewalt und Suiziden. Das deckt sich mit dem, was andere Anwohnende im Gespräch mit der Berliner Morgenpost erwähnen. „Ich dachte, es wäre wieder jemand aus dem Fenster gesprungen“, sagt ein Mann, der laut eigener Aussage seit 36 Jahren in dem Haus wohnt, vor dem der tote Säugling gefunden wurde. Namentlich möchte er nicht zitiert werden. Auch eine andere Nachbarin berichtet davon, dass Polizei und Feuerwehr in der Siedlung nicht selten sind. „Hier landet oft der Rettungshubschrauber“, sagt sie. Die Réaumurstraße ist Teil der Thermometersiedlung im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, die sich aus zahlreichen Plattenbauten zusammensetzt. Mehrere Straßen, darunter die nach René-Antoine Ferchault de Réaumur benannte Straße, in der das tote Baby gefunden wurde, haben ihre Namen von bekannten Physikern.