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Berlin-Marathon: Eine fuhr Fahrrad, eine ließ zehn Kilometer aus

Sport

Berlin – Ein Marathon hat nur eine Regel: Wer die Medaille will, muss 42,195 Kilometer laufen. Doch zwei Influencerinnen nahmen beim Berlin-Marathon am 27. September offenbar lieber eine Abkürzung. Die eine stieg aufs Fahrrad, die andere ließ sogar rund zehn Kilometer aus.

Die erste Läuferin heißt Sun Yuanyuan. Sie ist im chinesischen sozialen Netzwerk „Rednote“ unter dem Namen „Abeeeer“ aktiv und hat insgesamt mehr als 530.000 Follower. Ihren Startplatz soll ihr der Wasserfilter-Hersteller Brita spendiert haben. Nach dem Lauf postete sie ihr Ergebnis beim Berlin-Marathon : Statt der angepeilten Zeit unter 4:30 Stunden sei sie 4:53 Stunden gelaufen. Nach dem Lauf tauchte ein Foto von ihr auf: Ab Kilometer 38 saß sie auf dem Gepäckträger eines Fahrrads.

Inzwischen hat sie sich öffentlich entschuldigt. Sie habe sich unwohl gefühlt, das sei aber keine Ausrede. Sie räumt ein, gegen die Regeln verstoßen und ihre Mitfahrgelegenheit bewusst verschwiegen zu haben. Ihr Partner Brooks China soll die Zusammenarbeit beendet haben.

Influencerin nahm 10 Kilometer Abkürzung

Noch leichter machte es sich Sport-Influencerin Ginger Jesson-Macduff. Eingeladen wurde die Belgierin von der Finanz-App Revolut. Der Instagram-Account „officialunofficialtime“ kam ihr auf die Schliche: Bei Kilometer 22 verließ sie die Strecke, rund zehn Kilometer später stieg sie wieder ein.

Den Beweis lieferte sie selbst. Ihre Laufuhr zeichnete 31,22 Kilometer auf. Auf ihrem Profil in der Lauf-App Strava schreibt sie dazu: „Berlin marathon (shortcut)“. Englisch für Abkürzung. Dazu weist sie auf ihr nächstes Ziel hin, die Kona-Ironman-WM in Hawaii am 10. Oktober. Auf B.Z.-Anfrage erklärt Macduff, sie habe Bauchschmerzen gehabt und deshalb während des Rennens aus- und dann wieder eingestiegen. „Ich habe zwar die Medaille erhalten, aber später erkannt, dass ich mich nicht so darstellen sollte, als hätte ich den Marathon absolviert.“, sagt sie. Deshalb habe sie ihren Post in den sozialen Medien gelöscht.

Die Betreiber von „officialunofficialtime“ werfen ihr vor, die Abkürzung geplant zu haben, um sich für den Triathlon zu schonen – und trotzdem mit Medaille posieren zu können: „Das wirkte geplant und nicht wie eine spontane Fehlentscheidung“, so die Seite gegenüber B.Z. „Eine Marathon-Medaille steht für die komplette Distanz. Für jeden einzelnen Kilometer, nicht nur für 31.“

Der Betreiber des Berlin-Marathons, SCC Events, möchte keine einzelnen Teilnehmer kommentieren. Verdachtsfälle werden überprüft, nachgewiesene Lauf-Betrüger werden disqualifiziert. Im Einzelfall solle es noch weitere Sanktionen geben, so ein Sprecher zu B.Z. In den offiziellen Ergebnissen steht hinter Ginger Macduffs Namen inzwischen: disqualifiziert.

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