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Berlin: Olympiasieger Wolfgang Behrendt im Alter von 90 Jahren gestorben

Sport

Gold in Melbourne Olympiasieger Wolfgang Behrendt ist tot Von t-online Aktualisiert am 27.07.2026 - 05:43 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Wolfgang Behrendt, der erste Olympiasieger der DDR, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Sein Tod wurde erst Wochen später öffentlich bekannt. Deutschland verliert einen Pionier des Sports: Boxer Wolfgang Behrendt, der einst als erster Athlet der DDR olympisches Gold holte, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Sein Tod am 22. Juni 2026 wurde erst jetzt öffentlich – nur gut eine Woche nach seinem 90. Geburtstag, den er am 14. Juni begangen hatte. Geboren 1936 in Berlin, verbrachte Behrendt seine Kindheit im Ortsteil Weißensee. Zum Boxen fand er früh: Schon mit elf Jahren zog es ihn in eine private Boxschule – gegen den ausdrücklichen Willen der Mutter und für 25 Mark im Monat. In der DDR stand Behrendt unter Beobachtung der Staatssicherheit Der Moment, der ihn unsterblich machen sollte, kam 1956 bei den Sommerspielen in Melbourne. Gerade einmal 20 Jahre alt und im zivilen Leben als Maschinenschlosser tätig, boxte sich Behrendt im Bantamgewicht bis ins Finale. Dort behielt er mit 2:1 Punkten gegen den Südkoreaner Song Soon Chon die Oberhand. Auch nach dem Karriereende blieb der Sport sein Lebensmittelpunkt. Über viele Jahre gehörte Behrendt dem Präsidium des DDR-Boxverbandes an. Doch bei den Funktionären eckte er an: Weil er den Kontakt zu seiner Verwandtschaft im Westen nicht kappen wollte, galt er als politisch unzuverlässig – mit der Folge, dass ihn das Ministerium für Staatssicherheit intensiv im Blick behielt. Späte Jahre voller Abschiede für Wolfgang Behrendt Parallel baute sich Behrendt ein zweites berufliches Standbein auf. Zwischen 1963 und 1991 war er als Sportfotograf für die Tageszeitung "Neues Deutschland" im Einsatz. Mit dem Ende der DDR fiel seine feste Stelle weg; fortan arbeitete er auf eigene Rechnung und produzierte unter anderem Homestorys mit bekannten Sportlern und Künstlern, wie die Zeitung schreibt. Hinter der Kamera reiste er weiterhin um die Welt und dokumentierte Weltmeisterschaften wie Olympische Spiele. Und er hatte eine Leidenschaft, von der kaum jemand wusste: Er spielte Trompete. Im hohen Alter musste er schwere persönliche Verluste verkraften. 2016 starb seine Frau Monika, mit der er 56 Jahre verheiratet war. ihn eine 56-jährige Ehe verbunden hatte. Sechs Jahre später erlag Sohn Mario – wie der Vater Boxer im Bantamgewicht und 1980 Olympiateilnehmer in Moskau – einer schweren Krankheit. Im März 2026 folgte der Tod des jüngeren Sohnes Heiko. Henry Maske trauert um Wolfgang Behrendt In seinen letzten Jahren zog sich Behrendt weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und lebte still im Berliner Ortsteil Schöneweide. Bis zuletzt setzte er sich ehrenamtlich als Botschafter der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland im thüringischen Tambach-Dietharz ein. Wie es ihm in dieser Zeit erging, schildert seine Schwiegertochter Marina Behrendt in einer Pressemitteilung des DOSB: "Er hat zurückgezogen, aber selbstbestimmt gelebt bis zum Schluss." Und weiter: "Persönliche Kontakte hat er in den vergangenen Jahren mehr und mehr vermieden. Letztlich war er körperlich und mental erschöpft." Beigesetzt wurde der Olympiasieger im engsten Kreis. Sein Tod bewegt auch prominente Weggefährten des deutschen Boxens. Gegenüber "Bild" zeigte sich der frühere Olympiasieger und Weltmeister Henry Maske erschüttert. "Wolfgang Behrendt war ein sehr zurückhaltender, aufgeschlossener und angenehmer Mensch und ein sehr guter Boxer", sagte Maske über den Verstorbenen.

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