Berlin: Senatorin bittet Universität nach Vorwürfen um Prüfung ihrer Doktorarbeit
Audioplayer wird geladen Anzeige Nach erhobenen Plagiatsvorwürfen bekommt Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) Unterstützung aus ihrer Partei. Sie sei „eine herausragende Justizsenatorin, die für Berlin viel bewegt“, teilte Finanzsenator Stefan Evers mit, der bei der Abgeordnetenhauswahl als Spitzenkandidat der CDU antritt. „Wer sie kennt, weiß, mit welcher Integrität, Ernsthaftigkeit und Professionalität sie ihr Amt ausübt.“ Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) hatte nach Medienberichten gegen sie erhobene Plagiatsvorwürfe untersuchen lassen. Mehr als 80 Plagiate hatte der „Plagiatsjäger“ und Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber nach eigenen Angaben in ihrer Doktorarbeit gefunden. Konkret sprach Weber von „83 Plagiatsfragmenten“. Anzeige „Angesichts der erhobenen Vorwürfe, über deren Ursprung und Motivation ich nicht spekulieren möchte, hat sie proaktiv die Universität Köln um eine Überprüfung der Doktorarbeit gebeten“, betonte Evers. „Dieses Vorgehen unterstütze ich ausdrücklich.“ Lesen Sie auch „Es ist ein dreistes Plagiat, wie ich es in der bundesdeutschen Rechtswissenschaft seit dem Fall Karl-Theodor zu Guttenberg 2011 nicht mehr gesehen habe“, schrieb Weber auf seiner Homepage. „Mit (rechts-)wissenschaftlichem Arbeiten hat das alles nicht einmal am Rande etwas zu tun.“ Die Plagiate beträfen laut seinem Gutachten sogar das Dankeswort und den Klappentext der Arbeit. Anzeige „Die Dissertation wurde nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt“, sagte Badenberg der „Berliner Zeitung“ und dem „Tagesspiegel“. „Ich habe die Universität zu Köln gebeten, meine Dissertation unabhängig und umfassend zu prüfen. Die wissenschaftliche Bewertung einzelner Fundstellen ist Gegenstand dieses Verfahrens.“ Ihre Dissertation hat Badenberg demnach unter dem Titel „Das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung unter Berücksichtigung der Problematik der anonymen Geburt“ im Jahr 2005 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln abgelegt. Lesen Sie auch Aus den Reihen der AfD erfolgte Kritik an der CDU‑Politikerin. „Diese Frau war während ihrer Zeit beim Bundesamt für Verfassungsschutz maßgeblich an der Einstufung der AfD als ‚rechtsextremistisch‘ beteiligt und wurde erste Vizepräsidentin des BfV“, monierte der Bundestagsabgeordnete Götz Frömming auf X. „Jetzt kommt heraus, dass sie bei ihrer Doktorarbeit betrogen haben könnte. Für eine Justizsenatorin ein No-Go! Sollte sich der Verdacht bestätigen, muss sie zurücktreten. Auch als Mitglied im Bundesvorstand der CDU und als Vorstandsmitglied der Konrad-Adenauer-Stiftung.“ doli mit dpa