Berlin: Treffen zwischen Vonovia und der Linken platzt kurzfristig
Die beiden Parteien werfen einander vor, schuld am Scheitern zu sein. Laut der Linken hat Vonovia die Teilnahme eines unabhängigen Journalisten abgelehnt und auf einem Gespräch hinter verschlossenen Türen bestanden. Pantisano warf dem Wohnungskonzern vor, eine bestehende Vereinbarung »gebrochen« zu haben. »Wir machen keine Hinterzimmerpolitik. Wir sind nicht die CDU«, sagte er.
Streit über einen Journalisten
Auch Linkenfraktionschefin Heidi Reichinnek behauptete am Dienstag, Vonovia habe den »lang vereinbarten Termin« scheitern lassen. »Die großen Wohnkonzerne pressen die Mieterinnen weiter aus für die Rendite«, sagte Reichinnek in Berlin. »Es ist nicht verwunderlich, dass Vonovia und der Chef sich diesem Problem nicht öffentlich stellen wollen.« Erst habe man versucht, das Gespräch im Streit über den passenden Ort platzen zu lassen, behauptet Reichinnek. Dann habe man sich gegen eine journalistische Begleitung verwehrt – obwohl man dem vorher zugestimmt habe.
Dieser Darstellung widerspricht der Wohnungskonzern. Einer journalistischen Begleitung des vertraulichen Gesprächs habe man von Anfang an nicht zugestimmt, teilte eine Vonovia-Sprecherin gegenüber dem SPIEGEL mit. »Selbstverständlich hätten beide Seiten im Anschluss öffentlich über den Austausch sprechen können.« Über die Absage der Linken sei man nicht informiert worden, sondern habe dies vom Journalisten erfahren, der an dem Gespräch auf Wunsch der Linken hätte teilnehmen sollen.
Die Linke äußert immer wieder starke Kritik am Vorgehen von Vonovia. Pantisano sprach im September mit Blick auf Vonovia von »Organisierter Kriminalität, von Mietenmafia«.
Beide Seiten gaben an, dass sie weiterhin zu einem Gespräch bereit seien.