Berlin: Von HIV geheilt - der „Zweite Berliner Patient“ ist Charité-Mitarbeiter
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Als „Zweiter Berliner Patient“ erlangte Thomas Kahlert internationale Bekanntheit. Er gehört zu den weltweit 13 Menschen, die von HIV geheilt sind. Bei der Eröffnung des neuen HIV-Heilungsforschungszentrums BeCURE an der Charité berichtete der langjährige Mitarbeiter der Klinik, dass es ihm heute „sehr gut“ gehe. Seit 38 Jahren ist Kahlert an der Charité tätig.
2009 wurde bei dem heute 62-Jährigen im Rahmen einer Routineuntersuchung HIV festgestellt, 2015 eine akute myeloische Leukämie, eine Form von Blutkrebs. Aufgrund der Leukämie war neben der Chemotherapie auch eine Stammzelltransplantation notwendig. Kahlert bekam am 14. Oktober 2015 – also genau vor elf Jahren – Stammzellen einer gesunden Spenderin inklusive ihres Immunsystems übertragen. Seitdem sind weder HI-Viren noch Krebszellen feststellbar – er gilt als geheilt.
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Delta-32-Mutation erschwert HIV-Infektion über CCR5-Rezeptoren
Das HI-Virus befällt Immunzellen des Körpers an bestimmten Andockstellen, den sogenannten CCR5-Rezeptoren. Etwa ein Prozent der europäischstämmigen Bevölkerung hat nach Angaben der Charité eine Mutation dieser CCR5-Rezeptoren, die sogenannte Delta-32-Mutation. Diese verhindert das Eindringen des Virus – Betroffene gelten als natürlicherweise immun gegen HIV.
Beim ersten „Berliner Patienten“ war es gelungen, einen Stammzellenspender zu finden, dessen Gewebeeigenschaften zum Empfänger passten und der die immunitätsstiftende Mutation in sich trug. Bei Kahlert gab es einen etwas anderen Ansatz: Für die Stammzellspende wurde keine geeignete HIV-immune Person gefunden. Die Spenderin hatte aber auf ihren Zellen neben der normalen Version des CCR5-Rezeptors zusätzlich auch die mutierte Version der Andockstelle. Dies ist der Fall, wenn ein Mensch die Delta-32-Mutation nur von einem Elternteil vererbt bekommt. Kahlert ist, wie die Spenderin, heterozygot.
pau/dpa