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Berlin will Olympia-Bewerbung zurückziehen

Sport

Am Mittag hatte es Beratungen des Olympia-Beauftragten Kaweh Niroomand mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) gegeben.

Zuerst hatte der "Tagesspiegel" über den Rückzug von der Bewerbung berichtet. Der Senat bezog zunächst keine Stellung, lud aber zu einer Pressekonferenz am Donnerstag (10 Uhr) ein.

Berlin hatte zusammen mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern angestrebt, die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 auszurichten.

Die Chancen auf einen Zuschlag für die Hauptstadt hatten sich bereits in den letzten Tagen stark verschlechtert, nachdem die Evaluierungskommission Berlin auf dem letzten Platz einordnete. Somit bleiben nun noch zwei Bewerber übrig: München und "KölnRheinRuhr".

Die Prüfer des DOSB stellten den Berliner Bemühungen am Dienstag ein schlechteres Zeugnis als der Konkurrenz aus. München erhielt 87 von 100 möglichen Punkten, Köln-Rhein-Ruhr bekam 85 - beide erhielten damit die Bewertung "sehr gut". Berlin erreichte 74,6 Zähler, das reicht für die Note "gut".

Anders als in den beiden anderen Regionen gab es in der Hauptstadt keine Abstimmung der Bevölkerung. Diese Tatsache wurde laut Niroomand auch in der Evaluierung der DOSB-Kommission stark gewertet.

Die finale Entscheidung, wer für Deutschland ins Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele geht, soll am Samstag (26. September) fallen. Dann findet in Baden-Baden eine außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB statt. Der rbb berichtet live von der Versammlung.

Nach der Verkündung einer Shortlist nimmt das Internationale Olympische Komitee (IOC) Ende 2028 gezielte Gespräche mit einem oder mehreren ausgewählten Bewerbern auf, die ihre Konzepte nochmal verfeinern und volle Garantien vorlegen, um maximale rechtliche und finanzielle Sicherheit zu gewährleisten. Wer den Zuschlag für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036 bekommt, soll Mitte 2029 entschieden werden.

Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken in Berlin, die bei der Berlin-Wahl am 20. September stärkste Kraft wurde, hatte nach dem Wahlsieg zu der Olympia-Bewerbung gesagt: "Ich denke, dass sich die Entscheidung erledigt hat, weil wir haben jetzt die Wahl auch mit diesen Aussagen zu Olympia gewonnen (...)."

Stefan Evers, Spitzenkandidat der CDU bei der Berlin-Wahl, kritisierte Eralp am Mittwoch für ihre Aussagen und machte sie indirekt für die Absage durch den noch amtierenden schwarz-roten Senat verantwortlich. Die Stadt verpasse durch eine Olympia-Absage "Milliarden-Zuschüsse" für Sport, Infrastruktur und Stadtentwicklung, teilte Evers mit. Auch Kristin Brinker (AfD) bedauerte den Rückzug der Bewerbung um die Olympischen Spiele, die "enorme positive Auswirkungen" auf Metropolen haben könnten.

Der Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus, Tobias Schulze, erklärte seinerseits: "Das Scheitern der Olympiabewerbung geht vor allem auf das Konto des schwarz-roten Senats." Dieser hätte die Evaluierung des Berliner Konzepts zu verantworten, nicht das "Wahlergebnis einen Tag zuvor". Er wiederholt die Position seiner Partei: "Berlin kann sich Olympia schlicht nicht leisten."

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