Berliner Linke-Politikerin Eralp war Mitglied der "Roten Hilfe"
Die Fraktionschefin der Berliner Linke, Elif Eralp, war mehrere Jahre passives Mitglied der "Roten Hilfe", die vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft wird. Das bestätigte ein Sprecher der Fraktion dem rbb am Dienstag.
Demnach war Eralp während ihres Jurastudiums dem Verein beigetreten, 2025 aber "wegen teilweise anderer politischer Ansichten" wieder ausgetreten. Die Mitgliedschaft sei stets transparent gemacht worden, so der Sprecher. Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine" am Dienstag berichtet.
Die "Rote Hilfe" leistet juristischen Beistand für Aktivistinnen und Aktivisten, unterstützt Gefangene und solidarisiert sich nach eigener Darstellung mit politisch verfolgten Personen. Entstanden ist sie nach dem Ersten Weltkrieg im Umfeld der Kommunistischen Partei und hatte bis zum Verbot durch das Naziregime bis zu eine Million Mitglieder.
Später in der Bundesrepublik unterstützte die "Rote Hilfe" unter anderem Linksterroristen der "Rote Armee Fraktion" (RAF). Damals standen ihr auch die RAF-Anwälte und späteren Politiker Hans-Christian Ströbele (Grüne) und Otto Schily (SPD) nahe.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz bezeichnet die Organisation als "linksextremistisch", weil sie den Rechtsstaat mit Kritik an Gerichtsentscheidungen als repressiv bezeichnet und der Polizei immer wieder Gewalt vorwirft.
Der Landesverfassungsschutz Berlin erwähnt die "Rote Hilfe" in seinem jüngsten Jahresbericht als mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin. Nicht alle Mitglieder des Vereins verfolgten selbst verfassungsfeindliche Zielsetzungen, heißt es darin. Die Gegnerschaft der Organisation und ihrer Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung sei jedoch ein Grund für die Beobachtung durch die Verfassungsschützer.
Der Verein hatte sich zuletzt auch mit der Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette solidarisiert. Klette, die viele Jahre untergetaucht war und 2024 in Berlin festgenommen worden war, wurde im Mai zu 13 Jahren Haft wegen mehrerer Raubüberfälle verurteilt.