„Besonders junge Menschen“: Restaurant-Trend bringt Kellnerin zum Verzweifeln
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„Besonders junge Menschen“: Restaurant-Trend bringt Kellnerin zum Verzweifeln
Von: Sophia Sichtermann
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Eine junge Kellnerin sieht bei jungen Leuten ein bestimmtes Verhalten, das sie sehr verärgert. Ein Fachmann erläutert die Ursachen für die Entwicklung des Trends.
Hamburg – Der Clip ist kurz, die Botschaft aber unmissverständlich: „Ich bin sauer und ich muss es jetzt einmal ansprechen. Was ist mit Trinkgeld geworden – in der Jugend?“, fragte die TikTokerin @mayaa.zrr in ihrem Video. Die junge Frau jobbt nebenbei in der Gastronomie und erlebt dort regelmäßig, dass junge Gäste wenig oder gar nichts dalassen. Für sie hat das eine klare Konsequenz: „Das ist doch der einzige Grund, warum man in der Gastro arbeitet.“ Andernfalls könnten Schülerinnen und Schüler oder Studierende schließlich auch einen weniger anstrengenden Nebenjob finden.
Ihr Eindruck: Trinkgeld geben unter jungen Menschen vor allem jene, die selbst in der Gastronomie arbeiten. „Das macht mich aggressiv. Das finde ich schon respektlos“, sagt sie in dem Video, das sie mittlerweile von der Plattform gelöscht hat. Dabei stellt sie klar, dass sie selbst stets Trinkgeld gibt – abhängig vom Service, aber immer. „Natürlich hat das auch was damit zu tun, wie der Service ist. Wenn der Service schlecht ist, gebe ich weniger, aber es ist immer da.“ Am Ende fragt sie die TikTok-Nutzer direkt: „Gebt ihr Trinkgeld?“
Trinkgeld im Restaurant: Kommentare zeigen gespaltene Haltungen
Die Reaktionen unter dem Video bestätigen vielfach, was die Kellnerin beobachtet. Viele Nutzerinnen und Nutzer sehen keine Notwendigkeit, Trinkgeld zu geben. „Ich arbeite in einer Arztpraxis und bekomme auch keins“, schreibt eine Nutzerin. Ein anderer kommentiert: „Ihr habt doch euer Gehalt. Bekomme auch kein Trinkgeld für meinen Beruf.“ Andere zeigen Verständnis für den Frust der Servicekraft. Auch Friseure und Handwerker berichten im Kommentarbereich von ähnlichen Erfahrungen. „Ich arbeite als Monteur und bei den Kunden bekomme ich auch immer seltener Trinkgeld. Ich freue mich schon, wenn man mir was zu trinken anbietet“, schreibt ein Nutzer.
Als weiterer Faktor taucht in den Kommentaren auch die wirtschaftliche Lage auf. „Immer weniger Leute können sich Trinkgeld leisten“, heißt es dort. Dieser Einschätzung schließt sich der Hotel- und Service-Spezialist Michael Bauer an. Gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media erklärt er: „Die Preise in der Gastronomie sind in den letzten Jahren stark gestiegen.“ Die Folge sei spürbar: „Die Gäste kommen weniger, konsumieren weniger und geben auch weniger Trinkgeld.“ Die Mehrwertsteuersenkung ab Januar 2026 werde nach seiner Einschätzung ohnehin nicht an die Gäste weitergegeben, sondern „von den Wirten eingesackt“.
Experte: „Besonders junge Menschen“ schätzen Serviceleistungen nicht mehr