„Besonders peinlich!“: Kaufland erweitert nochmal Warnung vor Babynahrung
„Was für eine Schlamperei!“ Die Verbraucherzentrale Hamburg übt scharfe Kritik an Kaufland. Der Handelskonzern hat Babynahrung verkauft, die bereits Monate zuvor wegen einer möglichen Belastung mit einem Giftstoff zurückgerufen worden war. Kaufland musste seine Warnung jetzt sogar noch einmal erweitern.
Bei Kaufland sind Säuglingsnahrungen in den Verkauf gelangt, obwohl die betroffenen Chargen bereits Anfang des Jahres zurückgerufen worden waren. Grund war eine mögliche Belastung mit dem Giftstoff Cereulid, der bei Babys schwere Beschwerden auslösen kann. Die Verbraucherzentrale Hamburg reagiert empört und warnt Eltern davor, die betroffenen Produkte weiter zu verfüttern.
Verbraucherzentrale Hamburg: Erneuter Rückruf für Kaufland „besonders peinlich“
„Was für eine Schlamperei!“, schreiben die Hamburger Verbraucherschützer auf ihrer Internetseite. Am 9. Oktober hatte Kaufland erneut vor bestimmten Produkten der Danone-Marken Aptamil und Milumil gewarnt. Die ursprünglichen Rückrufe lagen zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als acht Monate zurück.
Doch damit nicht genug: Vier Tage später, am 13. Oktober, musste Kaufland seine Kundeninformation erweitern. Auch Säuglingsnahrung der Nestlé-Marke Beba war erneut in den Handel gelangt – obwohl Nestlé die betroffenen Chargen bereits am 5. Januar und 3. Februar zurückgerufen hatte.
Die Verbraucherzentrale Hamburg bezeichnet die erneute Ergänzung als „besonders peinlich“. Der Fall zeige, wie lückenhaft der Verbraucherschutz bei Rückrufen teilweise sei. Zudem kritisieren die Verbraucherschützer, dass die ursprünglichen Rückrufe der Hersteller erst spät öffentlich kommuniziert worden seien.
Kaufland bestätigt, dass trotz der bereits umgesetzten Rückrufe vereinzelt betroffene Produkte verkauft wurden. Mittlerweile seien sämtliche betroffenen Artikel aus dem Verkauf entfernt worden. Das Unternehmen entschuldigt sich bei den Kunden.
Giftstoff Cereulid in Babynahrung: Besonders für Säuglinge gefährlich
Hintergrund der Rückrufe ist der Giftstoff Cereulid, der von bestimmten Bakterien gebildet wird. Er kann innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr Übelkeit, starkes Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auslösen.
Bei der Verbraucherzentrale Hamburg hatten sich nach eigenen Angaben auch Eltern gemeldet, deren Babys nach dem Verzehr betroffener Babynahrung stark erbrechen mussten. Ob tatsächlich Cereulid die Ursache war, habe sich allerdings nicht eindeutig nachweisen lassen.
Kaufland-Rückruf: Eltern sollten Babynahrung dringend überprüfen
Die Hamburger Verbraucherschützer raten Eltern deshalb, ihre Vorräte zu kontrollieren und die Chargennummern sowie Mindesthaltbarkeitsdaten mit den Rückruflisten abzugleichen. Eine genaue Auflistung gibt es auf der Website der Verbraucherzentrale. Betroffen sind bestimmte Produkte der Marken Beba, Alfamino, Aptamil und Milumil. Nicht sämtliche Produkte dieser Marken sind vom Rückruf erfasst.
Zurückgerufene Babynahrung sollte keinesfalls weiter verfüttert werden. Betroffene Produkte können in jeder Kaufland-Filiale zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet.
Bei anhaltendem Erbrechen, Durchfall oder einem schlechten Allgemeinzustand des Kindes sollten Eltern umgehend ärztlichen Rat einholen. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt außerdem, sich regelmäßig über aktuelle Lebensmittelrückrufe zu informieren. (mp)