Betroffen sind Banking-Apps: Android-Malware ersetzt sie durch eine manipulierte Version und greift Daten ab
Die Malware Hirudo tarnt sich als Shopping-, Unterhaltungs- oder Kurzvideo-App und ersetzt anschließend installierte Banking-Apps durch manipulierte Versionen. Sicherheitsforscher von ThreatFabric entdeckten bislang Kopien von acht Bankanwendungen.
Android-Malware Hirudo: So werden Banking-Apps manipuliert
Hirudo fordert unter einem Vorwand Zugriffsrechte an, darunter die Bedienungshilfen. Danach entfernt die Schadsoftware die originale Banking-App, lädt eine veränderte Version herunter und installiert sie. Ein integrierter Hooking-Mechanismus kann unter anderem Signaturprüfungen, Accessibility-Kontrollen und Play-Integrity-Abfragen umgehen.
Die manipulierte App sieht weitgehend wie das Original aus. Gleichzeitig können Angreifer Bankpasswörter, Zahlungs- und Geräte-PINs, SMS sowie Bildschirminhalte abgreifen. Auch Kamera und Mikrofon lassen sich missbrauchen. Gefälschte Zahlungsseiten zeigen nach der Eingabe von Daten einen erfolgreichen Abschluss an, erklärt ThreatFabric weiter.
Angriffe bislang vor allem in Asien
ThreatFabric beobachtete Hirudo zunächst bei Banking-Apps aus Indonesien. Hinweise gibt es außerdem auf Angriffe gegen Finanzorganisationen in China, Indien, Mexiko, Marokko und Thailand. Die Zahl der Betroffenen ist bislang unbekannt, soll aber in den Tausenden liegen.
Android-Nutzer sollten Apps nur aus offiziellen Quellen installieren, keine APK-Dateien aus unbekannten Stores öffnen, Geräte aktuell halten und regelmäßig Play Protect ausführen. Banken sollten Sicherheitsprüfungen zusätzlich serverseitig und an konkrete Transaktionen binden.
ANZEIGE
ANZEIGE
Verdacht auf Schadsoftware? Das sollten Sie jetzt tun
Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich Malware auf Ihrem mobilen Gerät befindet, sollten Sie zuerst vor Kurzem installierte Apps prüfen und diese umgehend löschen, erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Führt dies nicht zum Erfolg, empfiehlt sich der Einsatz eines aktuellen Antivirus-Programms, um das Gerät zu scannen und gefundene Schädlinge zu entfernen.
Lässt sich eine Schadsoftware nicht auf normalem Wege deinstallieren, hilft meist ein Neustart im abgesicherten Modus. Da das Betriebssystem in diesem Modus nur native Systemfunktionen lädt, lässt sich die betroffene App meist problemlos über die Einstellungen entfernen. Zeigen auch diese Maßnahmen keine Wirkung, bleibt als letzter Schritt nur das Zurücksetzen des Geräts auf die Werkseinstellungen.
Bedenken Sie jedoch, dass dabei alle persönlichen Daten und Einstellungen verloren gehen, weshalb regelmäßige Datensicherungen essenziell sind. Auf fortgeschrittene Methoden wie das USB-Debugging über die Entwickleroptionen sollten nur technisch versierte Anwender zurückgreifen, da eine Aktivierung das Sicherheitsrisiko zusätzlich erhöhen kann.