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Bezzecchi meistert die Schmerzen: Knieverletzung schlimmer als gedacht

Sport

(Motorsport-Total.com) - Trotz Schmerzen kämpfte sich Marco Bezzecchi in Silverstone sowohl im Sprint als auch im Grand Prix als Dritter auf das Podest. Schon nach dem Sprint flossen nach der Zieldurchfahrt Tränen, denn der Aprilia-Fahrer musste die Zähne zusammenbeißen, um diese Leistung zu vollbringen. Am 11. Juli hatte sich Bezzecchi bei einem Sturz im Qualifying das linke Schlüsselbein gebrochen. Zudem zog er sich eine Verletzung am linken Knie zu. Beide Verletzungen wurden operativ behandelt. Das Knie war dabei das größere Problem, wie er in Silverstone verriet: "Beide Verletzungen waren hart. Bei der Schulter war es tatsächlich das Schlüsselbein, aber der Bruch war sehr schlimm. Auch die Operation war dementsprechend etwas hart." "Und beim Knie war es eine sehr tiefe Wunde. In Deutschland haben sie sie zugenäht, damit ich nach Hause fliegen konnte. Aber ich musste sie wieder öffnen lassen." "Als sie sie wieder geöffnet haben, haben sie gesehen, dass ich mir auch den Knochen angekratzt habe. Die Operation am Knie war also kompliziert. Zu Hause war es in dieser Pause schwierig, abzuschalten." "Es sieht wie eine kleinere Verletzung aus, aber am Ende ist genau das, was mich verrückt macht. Die Tage zu Hause waren eine Katastrophe. Ich muss mich besonders bei Richtungswechseln zwingen." "Ich kann das Bein nicht vollständig beugen, deshalb fällt es mir schwer. Und auf dieser Strecke gibt es viele Richtungswechsel." Das Knie schmerzte auch stark und war geschwollen, weil ein kleines Stück des Knochens fehlte. Schon der Samstag war ein Kraftakt Schon der Samstag war für Bezzecchi eine extreme körperliche Anstrengung: "Das Qualifying hat mich wirklich zerstört. Um diese Runde zu fahren, musste ich wirklich eine Art von Anstrengung aufbringen, die immer hart ist." Im Sprint über zehn Runden spürte er vier Runden vor dem Ziel, dass sein Körper kaum noch konnte. Trotzdem schaffte er es, den dritten Platz über die Ziellinie zu bringen. Die Schmerzen waren aber immens. "Auf der linken Seite, generell überall, weil ich in meinem Oberkörper auf der linken Seite immer noch nicht genug Kraft habe. Ich trainiere zwar die Schulter, konnte aber nicht wirklich so trainieren, als wäre nichts passiert." "Und das Bein habe ich in den letzten Tagen vor der Anreise kaum trainiert. Der Schmerz beim vollständigen Beugen des Knies war also stark. Ich habe auch ein seltsames Gefühl im Fuß gespürt, wenn ich runtergeschaltet habe." Alex Marquez wollte er nicht vorbeilassen Deshalb war fraglich, wie Bezzecchi die Grand-Prix-Distanz von 20 Runden überstehen würde. Aber er konnte auch in der Schlussphase Alex Marquez (Gresini-Ducati) in Schach halten, der von hinten Druck machte. "Als ich gesehen habe, wie Raul so davonzog, war ich etwas wütend, weil ich das Gefühl hatte, in Sachen Speed mit ihm mithalten zu können. Aber ich wusste, dass ich nach sechs Runden völlig fertig gewesen wäre, wenn ich es versucht hätte." "Ich musste also geduldig sein. Als ich mich dann mit Jorge duelliert habe, war er etwas schneller. Und als er mich überholt hat, habe ich ein wenig das Adrenalin verloren und war sehr müde." "Tatsächlich habe ich die Position sofort an Alex verloren. Dann hat Alex in Kurve 1 einen Fehler gemacht, und das hat mir das Vertrauen gegeben zu sagen: Das ist eine weitere Chance, die ich nutzen muss. Und ich habe bis zum Ende alles gegeben." Den dritten Platz feierte Bezzecchi fast wie einen Sieg. Zum ersten Mal seit seinem Heimsieg in Mugello stand er wieder in einem Grand Prix auf dem Podium. Die schwierige Phase seit diesem Sieg scheint überwunden zu sein. Wie er die Schmerzen bewältigt hat, weiß der 27-Jährige nicht. Die Erschöpfung war ihm nach dem Rennen aber deutlich anzusehen. "Die Schulter schmerzt, aber eher wegen der Muskeln rund um die Schulter, den Nacken und den Rücken." "Es ist etwas schwierig zu erklären. Alles fühlt sich also ein bisschen wund an. Das Knie schmerzt sicherlich direkt in diesem Bereich stärker. Ich hatte ein großes, großes Loch im Knie." "Das zu reparieren war eine gewaltige Arbeit für die Ärzte, sie mussten wirklich im Inneren arbeiten. Das Knie fühlt sich ebenfalls seltsam an. Aber was den Schmerz betrifft, war vielleicht das Knie schmerzhafter." "Was den Kraftverlust betrifft, hatte ich im gesamten Oberkörper etwas mehr Probleme", sagt Bezzecchi. Seine Ingenieure passten das Motorrad aber nicht speziell an, die Sitzposition war dieselbe wie immer.

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