Bierkönig-Mord bei "Aktenzeichen XY" - neue Ermittlungen in Frankfurt?
In der Nacht zum 12. November 1997 wurde der ehemalige Frankfurter Gastronom und Betreiber des "Bierkönig", Manfred Meisel, auf Mallorca ermordet. Der damals 49-Jährige, sein achtjähriger Sohn Patrick und die Angestellte Claudia Leisten wurden auf seiner Finca bei S'Aranjassa erschossen.
Von wem ist bis heute unklar, obwohl mehrere Theorien zu dem Fall existieren. Meisels Lebensgefährtin hielt sich damals in Deutschland auf und blieb verschont.
Meisel führte Frankfurter Apfelweinwirtschaft
Während der Mord in Spanien inzwischen verjährt ist, laufen die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft weiter. Meisel war deutscher Staatsbürger, er führte in den 1980er-Jahren die Apfelweinwirtschaft "Struwwelpeter" im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen.
In der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY wollen die Frankfurter Ermittler den Fall nun am kommenden Mittwoch präsentieren. Sie hoffen, dass sich noch einmal Zeugen melden, die zur Auflösung des Mordfalls beitragen können.
Gastro-Rivalitäten oder Papageien-Mafia?
Mit dem Bierkönig hatte Meisel eines der erfolgreichsten Lokale auf der berühmten "Schinkenstraße", der Carrer del Pare Bartomeu Salvà, am Ballermann aufgebaut. Damit machte er sich unter den Gastronomen nicht nur Freunde, laut Mallorca-Zeitung galt er als "aggressiver Geschäftsmann".
Als ein weiteres mögliches Tatmotiv gelten Rivalitäten um Meisels wertvolle Vogelzucht. Auf seiner weitläufigen Finca züchtete Meisel Papageien, zeitweise galt er als einer der größten Papageienzüchter in Europa. Wegen des Handels könnte er die Papageien-Mafia gegen sich aufgebracht haben, wird spekuliert.
Zwischenzeitlich hatten die spanischen Ermittler Meisels damaligen Geschäftsführer im Verdacht, er wurde aber nach seiner Vernehmung jedoch wieder freigelassen, weil er ein Alibi hatte.
Welche der Theorien richtig ist, oder ob die Lösung des Falls doch ganz anders lautet - womöglich klärt sich das nach der Sendung am Mittwoch.