Biker Oleg L. soll hinter Leipziger Drohnen-Anschlag stecken
Das ergeben Recherchen vom „Telegraph“, von „Politico“, „Welt“ und „Bild“. Die Ermittler ordnen Oleg L. demnach der berüchtigten GRU-Einheit 29155 zu, die bereits für Morde und Sabotage in ganz Europa verantwortlich gemacht wird. L., der eine doppelte Staatsbürgerschaft in Russland und Lettland besitzt, soll seit über 20 Jahren in engem Kontakt zu Oberst Denis Smoljaninow stehen, einem mutmaßlichen Strippenzieher russischer Geheimdienstoperationen.
Verdächtiger reiste trotz GRU-Verdacht ein
Wie die Medien übereinstimmend berichten, reiste L. Ende Juli über die Türkei am Flughafen Berlin Brandenburg ein. Obwohl den deutschen Behörden seine Verbindungen zum Militärgeheimdienst bekannt gewesen seien, sei er nach seiner Ankunft nicht überwacht worden. Er mietete demnach ein Auto, das kurz darauf nahe des Leipziger Flughafens registriert wurde, und reiste schließlich ungehindert über Serbien zurück nach Russland aus.
Oleg L. führte Doppelleben
Laut Ermittlungsakten führte Oleg L. ein Doppelleben zwischen scheinbar alltäglichen Motorradtouren und verdeckten Spionageaktivitäten für den russischen Militärnachrichtendienst. Immer wieder postete er Fotos von seinen Touren.
Als zweiter Verdächtiger wurde der Belarusse Andrei K. identifiziert, dessen DNA-Spuren an einer Steuerungskonsole am Flughafen sichergestellt werden konnten.
Drohne sollte ukrainisches Flugzeug treffen
Bei dem versuchten Anschlag am 4. August sollte eine mit rund 1,8 Kilogramm Semtex-Sprengstoff beladene Drohne ein ukrainisches Transportflugzeug vom Typ Antonow treffen. Die Drohne explodierte nicht.
Eine Sprecherin des Bundesamtes für Verfassungsschutz erklärte, sie könne sich „wegen der laufenden Ermittlungen“ nicht zu dem Fall äußern. Als Reaktion auf den Vorfall ordnete die Bundesregierung die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie des Russischen Hauses in Berlin an.