DAX +0,18 % 25.864,62 Pkt 18:00:00 MDAX +0,89 % 30.743,36 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,51 % 6.144,56 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,03 % 51.786,72 Pkt 22:34:56 S&P 500 -0,15 % 7.568,92 Pkt 22:30:13 Nasdaq -0,26 % 25.372,01 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,42 % 61.556,45 Pkt 02:29:00 Gold -0,18 % 3.962,40 USD 02:33:59 Silber -1,45 % 49,99 USD 02:33:59 Brent -0,92 % 103,81 USD 02:33:59 WTI -0,51 % 95,97 USD 02:33:59 Bitcoin -0,65 % 76.835,46 USD 02:43:57 EUR/USD +0,64 % 1,12640 USD 02:43:28 EUR/GBP +0,13 % 0,83570 GBP 02:43:58 EUR/CHF +0,02 % 0,91630 CHF 02:44:00 EUR/JPY +0,56 % 177,699 JPY 02:44:00

Bilanz der Reit-WM Deutschland ganz vorne - mit minimalen Abzügen

Sport

Die nackten Zahlen lassen wenig Zweifel daran, wie die Reit-WM aus deutscher Sicht gelaufen ist. Mit insgesamt 20 Medaillen gewann Deutschland den Medaillenspiegel deutlich vor den USA und Großbritannien.

"Unser Wunsch war, dass wir hier unser eigenes Pferdesportmärchen schreiben. Und das Fazit lautet: Es ist geglückt", sagte Dennis Peiler, Vorstandschef von Pferdesport Deutschland, im WDR-Interview. Ganz überraschend kommt der Erfolg allerdings nicht: Deutschland gehört traditionell zu den führenden Pferdesportnationen der Welt - entsprechend hoch waren die Erwartungen an die Heim-WM.

Springreiten, Dressur und Vielseitigkeit: Deutschland stark

Das Fundament für die positive Bilanz legten die deutschen Teams in den drei olympischen Disziplinen. Die Dressurreiter gewannen Mannschaftsgold, die Springreiter wurden erstmals seit 2010 wieder Team-Weltmeister. In der Vielseitigkeit holte die deutsche Mannschaft Silber, Michael Jung krönte sich zudem zum Einzel-Weltmeister.

"Eine Medaille zu gewinnen, ist schon etwas Besonderes, jetzt haben wir es sogar mit dem ganzen Team geschafft. Und im Einzel noch die Goldmedaille - das ist ein Wahnsinnserfolg", sagte Jung. Teamkollegin Julia Krajewski formulierte es noch etwas emotionaler: "Ich habe schon ganz viel geweint. Ich find's einfach geil wenn Leute so liefern. Michi hat abnormal abgeliefert."

Die Voltigierer liefern Edelmetall en masse

Dass Deutschland am Ende so deutlich an der Spitze des Medaillenspiegels stand, lag allerdings nicht nur an den "großen" Disziplinen. Einen erheblichen Anteil hatten die Voltigierer: Sieben der 20 deutschen Medaillen und drei der sieben WM-Titel gingen auf ihr Konto. Allein im Einzel der Frauen setzte das deutsche Team ein Ausrufezeichen: Alice Layher, Kathrin Meyer und Annemie Szemes belegten die ersten drei Plätze.

"Man ist geflasht, die Arbeit hat sich ausgezahlt. Bei jedem ist krass etwas rumgekommen“, sagte Gianna Ronca, Mitglied des "Team NORKA", das Gruppengold holte und auch Teil der deutschen Mannschaft beim Nationenpreis war. Die starke Ausbeute ist dabei keine völlige Ausnahme: Schon bei der WM 2022 in Herning kamen beide deutschen Goldmedaillen aus dem Voltigieren.

Auch in der Para-Dressur sammelte Deutschland zahlreiche Medaillen. Besonders erfolgreich war die 71-jährige Heidemarie Dresing, die Aachen mit Gold, Silber und Bronze verließ. Lediglich im Vierspänner-Fahren blieb Deutschland ohne Edelmetall: Nach zwischenzeitlicher Führung belegte die Mannschaft am Ende Rang vier, auch im Einzel reichte es mit Platz sechs für die beste deutsche Platzierung nicht für das Podium. Damit war das Fahren die einzige der sechs in Aachen ausgetragenen Disziplinen ohne deutsche Medaille.

Der kleine Makel: Keine Springreit-Einzelmedaille

Trotz der starken Gesamtbilanz ging aber auch in den olympischen Disziplinen nicht alles auf. Besonders deutlich wurde das am letzten WM-Tag bei den Springreitern. Daniel Deußer ging als geteilter Führender ins Einzelfinale, Marcus Ehning und Sophie Hinners lagen ebenfalls aussichtsreich in den Top Fünf. Am Ende blieb das so starke und ambitionierte deutsche Team ohne Einzelmedaille. Auch Einzel-Europameister Richard Vogel hatte sich mit United Touch deutlich mehr ausgerechnet, nach einer Verweigerung im Finale spielte er bei der Medaillenvergabe keine Rolle mehr.

Bundestrainer Otto Becker verwies anschließend vor allem auf die inzwischen enorme internationale Leistungsdichte. "Der Springsport ist global geworden in den letzten Jahren und Jahrzehnten, ist eng zusammengewachsen. Um ganz vorne zu stehen, muss alles gelingen", sagte Becker. Mit dem Mannschaftstitel und drei Deutschen unter den besten Zehn im Einzel könne seine Equipe dennoch "hoch erhobenen Hauptes vom Platz gehen".

Dressur-Einzelmedaille fehlt - aber die Perspektive stimmt

Auch in der Dressur folgte auf den Mannschaftstitel kein deutsches Einzelgold. Katharina Hemmer gewann im Grand Prix Special Bronze, Isabell Werth in der Kür ebenfalls. Gerade Hemmers Auftritt war dennoch eines der positiven Signale für die Zukunft: Bei ihrer ersten Weltmeisterschaft gewann die 32-Jährige gleich zwei Medaillen.

Zusammen mit Raphael Netz im Weltmeisterteam zeigte sich damit auch, dass die deutsche Dressur neben der weiterhin erfolgreichen Werth weitere Reiter auf höchstem Niveau besitzt. Im Springreiten war die Auswahl vor der WM ebenfalls groß: Mit Christian Kukuk schaffte es sogar der amtierende Olympiasieger nur auf den Reserveplatz.

Der Blick geht Richtung Los Angeles 2028

So darf die deutsche Bilanz auch mit Blick auf die kommenden Großereignisse positiv ausfallen. Peiler verwies darauf, dass der deutsche Pferdesport bereits alle in Aachen zu vergebenden olympischen und paralympischen Startplätze für Los Angeles 2028 gesichert hat. Die 20 Medaillen von Aachen bedeuten nicht, dass Deutschland die Konkurrenz in jeder Disziplin dominierte. Sie zeigen aber, wie breit der deutsche Pferdesport derzeit in der Weltspitze vertreten ist.

Unsere Quellen:

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren