DAX -0,23 % 26.259,72 Pkt 11:41:06 MDAX -0,98 % 32.089,02 Pkt 11:41:05 Euro Stoxx 50 +0,01 % 6.536,21 Pkt 11:41:00 Dow Jones +0,17 % 53.975,98 Pkt 22:40:36 S&P 500 +0,56 % 7.753,11 Pkt 22:38:36 Nasdaq +0,98 % 26.605,36 Pkt 23:15:59 Nikkei +2,08 % 66.970,22 Pkt 08:45:03 Gold +1,56 % 4.429,90 USD 11:46:02 Silber -0,09 % 65,05 USD 11:45:31 Brent +2,42 % 89,84 USD 11:46:00 WTI +2,67 % 84,32 USD 11:46:04 Bitcoin +0,46 % 64.202,30 USD 11:55:57 EUR/USD -0,13 % 1,15410 USD 11:55:24 EUR/GBP -0,27 % 0,85430 GBP 11:56:05 EUR/CHF +0,19 % 0,93570 CHF 11:56:05 EUR/JPY +0,71 % 183,759 JPY 11:56:05

Bilanz: So groß ist der Sky

Wirtschaft

Die RTL Group hat am Dienstagmorgen seine Halbjahresbilanz vorgelegt - und damit erstmals Zahlen, in denen sich auch die Übernahme von Sky Deutschland widerspiegelt. Zum 1. Juni wurde die Transaktion umgesetzt, dementsprechend ist es also genau ein Monat in dem das Sky-Geschäft nun auch in die RTL-Zahlen einfließt. Dieser hat aber bereits deutliche Auswirkungen: Während RTL ohne Sky einen stabilen Umsatz im ersten Halbjahr (+0,1 Prozent) vorgelegt hätte, kann man nun ein Wachstum um 3,9 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro vorweisen. Noch viel deutlicher sind die Auswirkungen beim Gewinn vor Zinsen, Steuern, und Abschreibungen (Adjusted EBITA). Der lag im ersten Halbjahr mit 239 Millionen Euro um 79 Millionen Euro höher als noch im ersten Halbjahr 2025. Der Löwenanteil dieses Anstiegs geht dabei auf die Sky-Übernahme zurück: Sky allein bescherte RTL im Juni einen EBITA-Gewinn von 60 Millionen Euro. Das ist allerdings nur ein kurzfristiger Effekt: Sky hat über das Jahr verteilt vergleichsweise stabile Einnahmen, da der Großteil aus laufenden Abos kommt. Gleichzeitig fielen im Juni aber kaum Ausgaben für Sportrechte oder Sportproduktionen an - nur für diesen einen Monat war Sky daher hochprofitabel. Aufs gesamte Jahr gesehen sieht es allerdings schon anders aus. Zwar hebt RTL seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 um eine Milliarde auf 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro an, das Adjusted EBITA erwartet man mit rund 725 Millionen Euro aber in gleicher Höhe wie man es auch vor der Sky-Übernahme prognostiziert hatte. Kurzfristig bringt Sky also mehr Umsatz, keinen zusätzlichen Gewinn - aber immerhin auch keinen Verlust. Mittelfristig sind es die erhofften Synergien, die die Übernahme zu einem guten Deal machen sollen. Das Ziel, innerhalb von drei Jahren jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro zu realisieren, hat RTL noch einmal bekräftigt. Mittelfristiges peilt die RTL Group daher auch ein Adjusted EBITA von einer Milliarde Euro an. Abseits von Sky: Streaming profitabel, Fremantle wächst Auch ohne die Sky-Übernahme hätte die RTL Group im ersten Halbjahr ihren operativen Gewinn um 18 Millionen Euro steigern können, obwohl der weiter schwächelnde TV-Werbemarkt dem Unternehmen zu schaffen macht. Die TV-Werbeumsätze lagen gruppenweit im ersten Halbjahr mit 977 Millionen Euro um vier Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, weil die Digital-Werbeumsätze aber um 10,9 Prozent und die weiteren Werbeumsätze u.a. in Radio und Print um 3,8 Prozent stiegen, reduzierte sich das Minus beim Werbeumsatz alles in allem auf 0,7 Prozent. Rein im 2. Quartal gab es sogar ein Plus von 1,7 Prozent insgesamt, das Minus bei den TV-Werbeumsätzen lag hier bei 1,6 Prozent. Dass trotz der im ersten Halbjahr rückläufigen Werbeeinnahmen der Gewinn auch ohne Sky anzog ist vor allem zwei Faktoren zu verdanken. Zum Einen verlor das Produktionsgeschäft von Fremantle zwar ordentlich Umsatz (-7,7 Prozent auf 835 Millionen Euro), war aber trotzdem deutlich profitabler. Das Adjusted EBITA stieg hier von 39 auf 60 Millionen Euro. Zum Anderen wuchs das Streaming-Geschäft auch ohne Berücksichtigung von Sky weiter und wird inzwischen profitabel betrieben. Im ersten Halbjahr weist die RTL Group ein Wachstum der Streaming-Umsätze um 27 Prozent auf 299 Millionen Euro aus, statt eines Verlustes in Höhe von 34 Millionen Euro wie im 1. Halbjahr 2025 fiel nun ein Gewinn in Höhe von 31 Millionen Euro an. Aufs gesamte Jahr gesehen erwartet man einen positiven Gewinn-Beitrag aus dem Streaming in Höhe von 100 Millionen Euro. Ursprünglich hatte RTL hier nur mit 25 bis 50 Millionen Euro gerechnet - das Streaming wird also schneller profitabler als erwartet - was aber auch notwendig ist, um die Probleme im Linearen auszugleichen. 7,6 Millionen RTL+-Abos, 12,4 Millionen inklusive Sky Ohne Berücksichtigung von Sky wuchs die Zahl der Streaming-Abos länderübergreifend binnen eines Jahres um 20,7 Prozent auf 8,728 Millionen. RTL+ in Deutschland steuert davon den Löwenanteil von 7,6 Millionen Abos bei. Innerhalb eines Jahres entspricht das einem Plus von 1,24 Millionen, zwischen April und Juni 2026 kamen rund 300.000 weitere Abonnentinnen und Abonnenten dazu. Bezieht man nun auch noch Sky mit ein, spricht RTL nun von 12,4 Millionen bezahlten Abos in der DACH-Region - dementsprechend zählt Sky derzeit 4,8 Millionen Abos. Generell wird der Gesamt-Konzern durch Sky deutlich unabhängiger vom Werbegeschäft. 2025 hätte der Proforma-Umsatz der RTL Group inklusive Sky bei 8 Milliarden Euro gelegen, aus Werbung wären nur noch 39 Prozent der Einnahmen gekommen, 29 Prozent aus Abos und 23 Prozent aus Inhalten. Der neue RTL Group-CEO Clément Schwebig spricht von einer "starken Geschäftsentwicklung" im ersten Halbjahr. "Die Haupttreiber waren unser dynamisch wachsendes Streaming-Geschäft, höhere Zuschauer- und TV-Werbemarktanteile sowie der erfolgreiche Erwerb von Sky Deutschland. Gleichzeitig haben wir die einzigartige Stärke unserer Inhalte und Marken eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft auf M6 und M6+ erreichte 60 Millionen Zuschauer und sorgte zudem für eine außergewöhnlich hohe Reichweite in den sozialen Medien." Den Kauf von Sky Deutschland bezeichnete er als "Meilenstein für die RTL Group". "Mit 12,4 Millionen bezahlten Abonnements in der DACH-Region sind wir die klare Nummer drei im deutschsprachigen Streaming-Markt."

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