Bilger äußert sich bei "Maischberger" zu Maut: "Gibt Argumente dafür"
"Maischberger" Pkw-Maut? Verkehrsminister äußert sich Von Markus Brandstetter Aktualisiert am 20.08.2026 - 09:52 UhrLesedauer: 3 Min. Bei "Maischberger" sprach Verkehrsminister Steffen Bilger über eine mögliche Pkw-Maut und räumte auch Probleme bei der Bahn ein. Die gescheiterte Pkw-Maut unter dem ehemaligen Verkehrsminister Andreas Scheuer holte Steffen Bilger bei "Maischberger" wieder ein. Eine neue Initiative kündigte der Bundesverkehrsminister nicht an. Zugleich machte er jedoch deutlich, dass er Argumente für ein Mautsystem sieht. Die Gäste Steffen Bilger (CDU), Bundesverkehrsminister Susanne Petersohn, ARD-Korrespondentin in Kiew Anna Elsbernd, Leiterin von Universal Aid Ukraine Theo Koll, Journalist und politischer Analyst Anna Lehmann, "taz"-Journalistin Kristina Dunz, Redaktionsnetzwerk Deutschland Die Moderatorin Maischberger fragte Bilger, ob eine Maut in Deutschland ausgeschlossen sei. Dies sei zurzeit nicht sein Auftrag, argumentierte er und erklärte, sein Auftrag bestehe nun darin, die Milliarden aus Sondervermögen und Haushalt umzusetzen. Zusätzlich wolle die Regierung privates Kapital für die Infrastruktur gewinnen. Auf Nachfrage wurde Bilger konkreter. "Aber natürlich weiß ich, dass es Argumente dafür gibt, weil gerade auch fast alle anderen europäischen Länder auch Mautsysteme haben", sagte er. Zugleich betonte er, dass er nicht den Auftrag habe, eine Pkw-Maut einzuführen. Die Moderatorin erinnerte an den gescheiterten Versuch einer Pkw-Maut unter Andreas Scheuer. Bilger bezeichnete den damaligen Verlauf als "ärgerlich". Die Mautdebatte in Deutschland sei dadurch "ein Stück weit verbrannt". Empfohlener externer Inhalt Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X -Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X -Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren. X-Inhalte immer anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen. Bilger: "Zu lange nicht gut genug" Auch die Probleme der Deutschen Bahn beschäftigten den neuen Verkehrsminister. Bilger berichtete, er sei bereits an seinem ersten Tag im Amt mit dem Zug unterwegs gewesen. Bei der Schiene sei Deutschland "zu lange nicht gut genug" gewesen, sagte er. Maischberger verwies zudem auf interne Dokumente zu Bonuszahlungen an Bahnmanager. Trotz eines Pünktlichkeitsziels von 67,5 Prozent seien 2025 volle Boni gezahlt worden. Bilger nannte das "inakzeptabel". Wenn Ziele nicht erreicht würden, müsse sich das auch auf die zusätzliche Vergütung der Manager auswirken. Beim Projekt Stuttgart 21 verwies Bilger auf Änderungen bei Sicherheitsvorschriften und Probleme bei der Digitalisierung. Viele Kilometer bereits verlegter Kabel seien wieder zurückgebaut worden. "Es ist wirklich sehr ärgerlich, dass es alles bei diesem Projekt so zusammenkommt", sagte er. Dunz: "Eruption" möglich Zuvor hatte die Runde über die Lage der Bundesregierung gesprochen. Anna Lehmann kritisierte Kanzler Friedrich Merz: "Man kann Menschen nicht für Reformen begeistern, indem man sie vorher als faul und arbeitsscheu beschimpft." Auch die Positionen von Lars Klingbeil und Bärbel Bas sah sie unter Druck. Kristina Dunz rechnete besonders nach den anstehenden Landtagswahlen mit möglichen Konsequenzen für die SPD-Spitze. Sollte die Partei in Sachsen-Anhalt den Einzug in den Landtag verpassen, könne die Lage eskalieren. "Sollte sie das nicht schaffen, wird es eine Eruption geben", sagte Dunz. Theo Koll hielt dagegen einen bloßen Personalwechsel nicht für ausreichend. Die SPD habe vor allem ein programmatisches Problem. "Ich glaube, es wäre vornehmlich das inhaltliche Problem anzugehen", sagte er. Elsbernd: "Solange die Bomben fallen" Im zweiten großen Themenblock ging es um den Krieg in der Ukraine. ARD-Korrespondentin Susanne Petersohn schilderte die Lage an der Front. Besonders im Donbass und in Teilen der Region Charkiw sei die Situation "äußerst schwierig". Der Druck der russischen Truppen sei extrem hoch, die starke Präsenz von Drohnen erschwere den Nachschub. Anna Elsbernd berichtete von den Evakuierungen ihrer Organisation aus besonders gefährdeten Gebieten. Viele Menschen lebten seit Generationen in ihren Häusern und müssten alles zurücklassen. "Das ist wahrscheinlich die schwerste Entscheidung des Lebens", sagte sie. Ihr Team in Kramatorsk sei jederzeit darauf vorbereitet, den Ort kurzfristig zu verlassen. Eine persönliche Frist habe sie sich nicht gesetzt. "Solange die Bomben fallen, werden wir evakuieren", sagte Elsbernd zum Abschluss.