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Bio-Großhändler Naturkost Erfurt meldet Insolvenz

Wirtschaft

Beliefert mehrere Bundesländer

Bio-Großhändler meldet Insolvenz an

Von t-online

06.09.2026 - 10:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Gestiegene Spritkosten und sinkende Nachfrage nach Bio-Produkten bringen Naturkost Erfurt in Schieflage. Der Betrieb läuft weiter, die Suche nach einem Investor hat begonnen.

Der Bio-Großhändler Naturkost Erfurt hat beim Amtsgericht Erfurt Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen beliefert seit 2003 Bioläden, Hofläden und Gastronomiebetriebe in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordbayern. Betroffen sind 65 Beschäftigte an zwei Standorten, wie MDR Thüringen berichtet.

Zwei Faktoren haben das Unternehmen in die Bredouille gebracht: gestiegene Kraftstoffpreise und eine nachlassende Kaufbereitschaft bei Bio-Produkten. Weil Bio-Waren teurer sind als konventionelle Lebensmittel, reagieren Verbraucher bei steigenden Preisen in diesem Segment besonders zurückhaltend.

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Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt – anders als bei einer Regelinsolvenz, bei der ein externer Verwalter das Ruder übernimmt. Geschäftsführer Thomas Hölscher leitet das Unternehmen damit weiterhin. Als vorläufiger Sachwalter, der die Geschäftsführung überwacht, wurde André Rombach benannt; eine endgültige Bestellung durch das Amtsgericht steht noch aus. Die Gehälter der Belegschaft sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Ab Dezember soll die Lohnzahlung wieder aus dem laufenden Geschäft finanziert werden.

Für Kunden und Lieferanten ändert sich vorerst nichts: Das Unternehmen nimmt weiterhin Bestellungen an und liefert sein Sortiment aus – rund 12.000 Artikel, darunter 2.000 Frischprodukte. Die Sanierungsberater Schultze & Braun und Exnet begleiten das Verfahren und suchen parallel nach einem Partnerunternehmen oder prüfen eine Eingliederung in eine größere Unternehmensgruppe. Christoph Rothämel von Schultze & Braun erklärte, das Geschäftsmodell sei grundsätzlich tragfähig und die Schwierigkeiten seien vor allem auf externe Faktoren zurückzuführen.

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