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„Bis heute galt dieses Gebiet als sicher“ - Ukrainische Drohnen legen 3000 km zurück, um wichtige Gasanlagen in der russischen Arktis anzugreifen

Technologie

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erstmals einen Gasstandort im hohen Norden Russlands angegriffen, etwa 3000 Kilometer von der Grenze entfernt. In Nowy Urengoi im autonomen Kreis der Jamal-Nenzen brach am 9. September ein Feuer auf einem Industriegelände aus, teilte der ukrainische Generalstab auf Telegram mit.

Getroffen wurde demnach die Gaskondensat-Aufbereitungsanlage von Nowy Urengoi. Die Spezialkräfte schrieben auf Telegram: „Bis heute galt dieses Gebiet als sicher.“ Für den Angriff soll eine Drohne des Typs FP-1 eingesetzt worden sein, erklärte der Hersteller Fire Point.

„Neuer Rekord“: Ukraine-Drohne legt 3200 Kilometer zurück

Die Stadt liegt in Nordwestsibirien. Nach ukrainischen Angaben legte die eingesetzte Drohne 3200 Kilometer zurück. Das wäre die bislang größte bekannte Reichweite eines ukrainischen Angriffs in diesem Krieg. Laut der französischen Zeitung „L’Independant“ sprach auch der frühere Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Sergej Sternenko, von einem „neuen Rekord“.

Russlands Regionalgouverneur Dmitri Artjukow bestätigte den Vorfall. Er sagte, ein Drohnenangriff auf einen Industriestandort in Nowy Urengoi sei abgewehrt worden. Herabfallende Trümmer hätten ein Feuer ausgelöst. Nach seinen Angaben gab es keine Toten und keine Verletzten. Die Bewohner forderte er auf, „ruhig zu bleiben“. Die Lage sei „unter Kontrolle“.

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Feuer, Rauch und ein zweites Ziel

Im Netz verbreiteten sich Aufnahmen von Flammen und Rauch über dem Werksgelände. Der Kanal Exilenova+ veröffentlichte Bilder, auf denen überschüssiges Gas kontrolliert abgefackelt wurde, um Explosionen zu verhindern.

Nach ukrainischen Angaben galt der Angriff auch dem nahe gelegenen Gaskondensat-Werk Purowski, das 2025 13,4 Millionen Tonnen Gaskondensat verarbeitete. Die Anlage in Nowy Urengoi verarbeitet pro Jahr 19,5 Millionen Tonnen. Dort entstehen unter anderem Dieselkraftstoff und weitere Produkte, die auch das russische Militär nutzt.

Selenskyj: Luftraum über Russland „de facto“ geschlossen

Gaskondensat ist ein wertvolles Nebenprodukt bei der Erdgasförderung, das oft auch als „leichtes Erdöl“ bezeichnet wird. In der Energiewirtschaft ist dieser Rohstoff extrem begehrt, da er sich mit sehr geringem Aufwand zu hochwertigen Treibstoffen wie Benzin, Diesel oder Kerosin weiterverarbeiten lässt.

Schon zuvor griff die Ukraine weit entfernte Ziele in Russland an, darunter eine Raffinerie in Omsk und Anlagen im Gebiet Perm. Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte zuletzt, der russische Luftraum werde durch ukrainische Drohnenangriffe „de facto geschlossen“.

Das ist die „Gashauptstadt Russlands“

Nowy Urengoi befindet sich im Norden Sibiriens. Offiziell wird Nowy Urengoi der russischen Arktiszone zugerechnet und gilt mit über 100.000 Einwohnern als eine der größten Städte der Arktis. Sie wird aufgrund ihrer riesigen Erdgasvorkommen oft als die „Gashauptstadt Russlands“ bezeichnet.

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