Bischofsweihe in der Schweiz: Piusbrüder wagen den Konflikt mit dem Papst
Schon seit Anfang der Woche versammeln sich die Anhänger der ultra-konservativen Piusbruderschaft auf einer Bergwiese in Ecône, im schweizerischen Kanton Wallis. Sie kommen aus aller Welt, die meisten aus Frankreich, wo die Bewegung besonders stark ist und wachsenden Zulauf hat. Bis zu 20.000 sollen es werden, wenn heute unter einem großen Zeltdach vier Bischöfe geweiht werden - gegen den Willen des Papstes. Bis zuletzt hatte Leo XIV. an die Piusbrüder appelliert - vergeblich: "Die Kirche ist ein sinkendes Schiff" Die zwangsläufige Konsequenz der Bischofsweihe ohne Zustimmung des Papstes ist die Exkommunikation, der Ausschluss aller Beteiligten aus der katholischen Kirche. Doch Michel Rion, Theologe im Priesterseminar der Piusbrüder in Ecône, sieht seine Bewegung als Hüter des wahren Katholizismus - gegen den Vatikan. Ein Konflikt mit Vorgeschichte Der Konflikt macht sich an Reformen fest, die Anfang der 1960er-Jahre mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingeführt wurden: Die katholische Kirche öffnete sich für einen Dialog mit anderen Religionen auf Augenhöhe, bezog die Gläubigen stärker in die Feier der Messe ein. Marcel Lefebvre, der 1991 verstorbene Gründer der Piusbruderschaft, höhnte über eine "Evangelischen Messe" und ein "Bastardritual". "Sie sind perfekt organisiert" Die Piusbrüder feiern ihre Messen nach alter Liturgie ganz auf Lateinisch und ziehen damit gerade auch junge Menschen an, wie der Religionswissenschaftler Jan Heiner Tück erklärt. Zulauf auch in Deutschland Auch in Deutschland hat die Bewegung Zulauf. Am vergangenen Wochenende weihten die Piusbrüder vor rund 2.000 Anhängern im bayerischen Zaitzkofen bei Regensburg fünf junge Männer zu Priestern. Sie sollen unter anderem wachsende Gemeinden in Baden Württemberg betreuen und eine Grundschule der Gemeinschaft im oberschwäbischen Memmingen leiten.