Bitcoin fällt nach höher als erwarteten US-Inflationsdaten
Im September hob die Federal Reserve zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren wieder den Leitzins an. Grund dafür ist die immer noch hohe Inflation in den Vereinigten Staaten.
Obwohl der Bitcoin-Kurs nach der Zinsanhebung seine Mitte August gestartete Rally weiter fortsetzen konnte, spielen die Entwicklungen an der geldpolitischen Front weiterhin eine zentrale Rolle.
Die Frage, ob es bei der kommenden Notenbanktagung am 28. Oktober eine weitere Zinsanhebung geben wird, ist derweil noch nicht abschließend geklärt.
Nachdem die am 2. Oktober gemeldeten US-Arbeitsmarktdaten für den September deutlich schwächer als erwartet ausgefallen sind, lag die Wahrscheinlichkeit nur noch bei circa 20 %, dass es diesen Monat noch eine Anpassung des Leitzinses nach oben geben wird.
Der Bitcoin-Kurs konnte davon kurzfristig profitieren, gab im Tagesverlauf aber alle Kursgewinne wieder ab.
Relevanter als die Zahlen zur Beschäftigung der US-Amerikaner sind aber natürlich die Inflationsdaten, die heute gemeldet wurden.
Problematisch an den Zahlen war nicht nur die kleine Abweichung nach oben, sondern auch, dass sie einen breiteren Inflationsdruck signalisierten. Denn auch bei Dienstleistungen, Gebrauchtwagen und Freizeitangeboten stiegen die Preise mitunter deutlich.
In Reaktion auf die Daten ist eine Zinsanhebung bei dem FOMC-Meeting im Oktober deutlich wahrscheinlicher geworden. Laut dem CME FedWatch Tool ist inzwischen zu über 40 % eingepreist, dass es in diesem Monat noch eine Erhöhung um 25 Basispunkte geben wird.
Auch wenn noch eine große Chance besteht, dass die Federal Reserve den Leitzins Ende Oktober unverändert belassen wird, ist spätestens danach mit weiteren Zinsanhebungen zu rechnen.
Laut dem CME FedWatch Tool besteht aktuell nur eine Wahrscheinlichkeit von 6 %, dass der Leitzins nach der Dezembertagung noch in der aktuellen Spanne von 3,75 bis 4,00 % liegen wird.
Morgen werden noch die Erzeugerpreise für den September gemeldet, die ebenfalls von großer Relevanz sind.
Wie für höher als erwartete Inflationsdaten üblich, preiste der Markt direkt eine restriktivere Geldpolitik der Federal Reserve ein.
Dies spiegelte sich in einem gegenüber anderen Währungen steigenden US-Dollar oder höheren Renditen bei US-Staatsanleihen wider.
Die Rendite von 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg beispielsweise in unmittelbarer Reaktion von circa 5,2 auf über 5,3 %. Ein großer Teil dieser Bewegung wurde schnell aber wieder zurückgenommen.
Nichtsdestotrotz sorgten die Daten für erheblichen Gegenwind an den Kapitalmärkten. Die Aktienmärkte, Bitcoin, Gold und insbesondere Silber gerieten deutlich unter Abgabedruck.