DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,29 % 3.898,90 USD 21:59:59 Silber -5,59 % 49,28 USD 21:59:59 Brent -1,26 % 113,43 USD 21:59:57 WTI +2,08 % 104,12 USD 21:59:59 Bitcoin +0,12 % 77.294,28 USD 11:07:41 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:43 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:26:43 EUR/CHF -0,37 % 0,92020 CHF 22:28:43 EUR/JPY -0,14 % 175,816 JPY 22:28:43

Bitcoin-Kurs steigt wieder: Kryptowährung von den Toten auferstanden

Wirtschaft

Anlagetrend der Woche

Bitcoin von den Toten auferstanden

MeinungEine Kolumne von Daniel Saurenz

03.09.2026 - 07:07 UhrLesedauer: 3 Min.

Das Comeback einer Anlageklasse geschieht mitunter gefühlt aus dem Nichts. Doch genau das ist der Kern der Börse.

Es ist manchmal schon etwas kurios. Börsianer blicken bei ihren Analysen und bei der Frage, ob man in eine Anlageklasse investieren sollte oder nicht, nicht nur auf technische Indikatoren oder Kapitalströme, sondern auch auf weiche Indikatoren. Solche weichen Indikatoren können darauf beruhen, dass man bekannte Investoren dabei beobachtet, ob sie in eine Anlageklasse einsteigen oder aussteigen.

Langjährige Anleger wissen etwa um die regelmäßigen Crash-Prognosen des sogenannten Mr. Dax, Dirk Müller, der seit zwei Jahrzehnten beständig das Ende des Euro oder den Einbruch des Aktienmarktes vorhersagt. Wer genau diese Crash-Prognosen als Kontraindikator nutzte, erwischte nicht selten einen guten Einstiegszeitpunkt. Ende Juni nun verkündete der Investor Frank Thelen publikumswirksam bei einer der größten deutschen Tageszeitungen, dass er alle seine Bitcoins verkaufen würde.

Zur Person

Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf feingoldresearch.de und auf instagram.com/saurenz_finance.

Alle Gastbeiträge von Daniel Saurenz lesen Sie hier.

Kryptowährungen schießen wieder nach oben

Zwei Monate später im August 2026 wissen wir, dass der Zeitpunkt in etwa dem Jahrestief beim Bitcoin entsprach. Seit Anfang August geht es mit der Kryptowährung massiv nach oben. Und der Grund dürfte sehr überraschend sein – doch genau darin liegt der Kern von Börse. Ein Ereignis passiert aus einem Grund, den vorher niemand ahnte. Hätte man ihn vorher gekannt, wäre es eingepreist gewesen. Das ist die Effizienz des Marktes und eine in sich schlüssige Logik. Der große Run auf den Bitcoin im August 2026 lag diesmal nämlich in der Unsicherheit der Anleihemärkte.

Steigende Zinsen und die Sorge beispielsweise um die Verschuldung großer KI-Konzerne oder die Solidität der US-Notenbank haben einen Zusammenhang mit Kryptowährungen – oder können sie zumindest haben. Investoren suchen sich ihre Argumente dann, wenn sie sie gerade brauchen. Und im Falle des Bitcoins zu einem Zeitpunkt, da die meisten die Hoffnung auf kurzfristige Besserung aufgegeben hatten. Genau dann können Anlageklassen erwachen.

Bitcoin war innerhalb von 24 Stunden um mehr als elf Prozent gestiegen und hat in der Folge erstmals seit Monaten wieder die Marke von 80.000 US-Dollar überschritten. Auch der restliche Krypto-Markt legte kräftig zu. US-Präsident Donald Trump empfing Vertreter von Coinbase, Ripple und Robinhood gemeinsam mit den Vorsitzenden von SEC und CFTC. Neue regulatorische Substanz brachte das Treffen zwar kaum, doch hält die US-Regierung an ihrem kryptofreundlichen Kurs offenbar fest.

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Bitcoin

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Wenn klassische Märkte – etwa Anleihen oder Aktien – unter Druck geraten, suchen Investoren Ausweichmöglichkeiten. Kryptowährungen werden dann nicht alleine wegen seiner Fundamentaldaten gekauft, sondern weil es ein liquider, global handelbarer und von Zentralbanken unabhängiger Markt ist.

Für wen geeignet?Mittel- bis Langfristanleger

In welcher Marktsituation geeignet?Steigende Notierungen im Bitcoin

Risikoklasse: Mittel

Laufende Gebühren: 1 Euro pro Trade

Ethereum

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Kryptowährungen erleben derzeit wie beschrieben ein Comeback. Die Sorgen um Zinsen, Staatsverschuldung und den Kapitalbedarf großer KI Konzerne lenkten Kapital in Kryptowährungen und verstärkten die aktuelle Kursrally.

Für wen geeignet?Mittel- bis Langfristanleger

In welcher Marktsituation geeignet?Steigende Notierungen in Ethereum

Risikoklasse: Mittel

Laufende Gebühren: 1 Euro pro Trade

Wie es bei knackigen Anstiegen dann häufig vorkommt, wurden innerhalb von 24 Stunden Short-Positionen im Volumen von rund 1,4 Milliarden US-Dollar liquidiert – ein sogenannter Short Squeeze. Bei Anbietern wie CMC Markets schossen die Umsätze mit Bitcoin im Vergleich zu den Vorwochen regelrecht senkrecht nach oben. Auch andere Kryptos wie Ethereum oder Litecoin und Ripple machten die Kursrally mit. "Im Vierjahreszyklus liegt der Bitcoin allerdings noch immer auf Kurs Konsolidierung", bemerkt Franz-Georg Wenner vom Finanzportal IndexRadar.

Rückkauf von US-Anleihen befeuerte Bitcoin

Ein Blick in die Krypto-Bestände bei CMC Markets oder Bitpanda zeigt aber auch, dass ein Zwischenhoch aus dem Frühjahr als Widerstand kurzfristig bereitsteht. Hinzu kommt ein Einmaleffekt: Denn Bitcoin profitierte zudem von kurzfristigen Entspannungen am Anleihemarkt: Dieser reagierte mit steigenden Kursen auf die unerwartete Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Die niedrigeren Renditen machen den Bitcoin für Anleger attraktiver, da er keine Zinsen abwirft.

"Die Renditen für 30-jährige Anleihen waren zuvor auf den höchsten Stand seit 2007 geklettert", erläutern die Experten vom Lynx-Broker. Der zuletzt deutliche Anstieg der Renditen hatte Sorgen an den Finanzmärkten ausgelöst – basierend auf Inflation, den Folgen des Iran-Kriegs, einer steigenden Staatsverschuldung und dem Kapitalbedarf der großen KI-Unternehmen. Die Erleichterung übersetzte der Bitcoin dann in dicke Kursgewinne.

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