Bitter für HSV-Frauen - Werder gewinnt Nordderby knapp
Stand: 12.09.2026 09:45 Uhr
Die Fußballerinnen von Werder Bremen haben das Bundesliga-Nordderby am Freitagabend gewonnen: Die Grün-Weißen setzten sich im Weserstadion mit 1:0 (0:0) denkbar knapp gegen den HSV durch. Eine Standardsituation brachte die Entscheidung.
von Florian Neuhauss
Einmal hatte Werders Top-Scorerin Luna Vanzeir ihre Füße beim Treffer im Spiel: Isabella Jaron war per Kopf zur Stelle (49.) und wurde so zur entscheidenden Spielerin des prestigeträchtigen Duells. Der Großteil der 26.814 Zuschauer feierte den insgesamt nicht unverdienten dritten Saisonsieg der Gastgeberinnen. Die HSV-Frauen, die bei der Bundesliga-Generalprobe noch 1:5 verloren hatten, verkauften sich deutlich teurer, warten aber auch nach dem vierten Spiel noch auf ihren ersten Sieg.
"Es tut weh, so ein Spiel zu verlieren. Bitter, dass eine Standardsituation das Spiel entschieden hat", sagte HSV-Coach Rodolfo Cardoso. "Wir haben in der zweiten Hälfte einmal nicht aufgepasst. Und am Ende fahren wir ohne Punkt nach Hause."
Dennoch soll sein Team auf der Leistung aufbauen. Wenn das gelingen sollte, könne seine Mannschaft im kommenden Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (Sonntag, 20. September, 14 Uhr) den ersehnten Sieg feiern.
Intensive, aber chancenarme erste Hälfte
Beide Teams hatten im Weserstadion offensivfreudig begonnen. Doch Torgefahr entstand nur selten. Die Hamburgerinnen kamen in der ersten halben Stunde zwar zu drei Distanzschüssen, doch Torhüterin Mariella El Sherif packte immer sicher zu. Die Gastgeberinnen waren um Spielkontrolle bemüht, doch nicht ein Abschluss kam auch tatsächlich aufs Tor.
In der 17. Minute wäre im wahrsten Sinne des Wortes um ein Haar die Bremer Führung gefallen. Die Flanke von Michelle Weiß aus vollem Lauf fand in der Mitte Mei Shimada. Torhüterin Kinga Szemik hätte sicher Probleme mit dem Kopfball aus sechs Metern gehabt, aber Magou Doucouré sprang noch dazwischen und köpfte den Ball zur Ecke. Drei Minuten später spritzte Isabella Jaron in eine Flanke und versuchte den Ball an Szemik vorbeizulegen, doch die Polin packte sicher zu.
Die Fans beider Lager sorgten für einen würdigen Rahmen für das zweite Nordderby im Weserstadion. Womöglich war es aber auch diese Atmosphäre, die so manche Spielerin ein wenig überdrehen ließ. Immer wieder fehlte im entscheidenden Moment die letzte Genauigkeit. Mitunter wirkte das Spiel hektisch.
Erst rettet Szemik stark, dann köpft Jaron ein
Ganz anderes Bild zu Beginn der zweiten Hälfte. Jaron setzte zu einem starken Solo über die rechte Seite an und dribbelte über die Grundlinie in den Strafraum. Ihre Hereingabe fand in der Mitte Elena Dhont. Doch die Belgierin scheiterte mit ihrer Direktabnahme an einem guten Reflex von Szemik (47.). Das Bremer Tor ließ trotzdem nicht lange auf sich warten. Eine Ecke von Vanzeir köpfte Jaron am zweiten Pfosten wuchtig ein - 1:0 (49.). Leila Peneau kam nicht ins Kopfballduell.
El Sherif hält Werders Sieg fest
Jetzt musste der HSV mehr investieren. Chancen blieben rar, diese hatten es aber in sich: Carla Morich verfehlte mit ihrem Schlenzer das Tor nur knapp (64.). Beim Kopfball von Annaleen Böhler war El Sherif mit einer starken Parade im kurzen Eck zur Stelle (69.).
Doch auch wenn HSV-Coach Cardoso zu Beginn der Schlussphase mit Lotta Wrede nach langer Verletzungpause noch eine große Hoffnungsträgerin aufs Feld schickte, kam fast nichts mehr von den Hamburgerinnen. Wrede war die lange Pause anzumerken, insgesamt fehlte der Zug zum Tor. Werder verteidigte nun geschickt und brachte die Führung über die Zeit. Zur Belohnung gab zumindest den vorübergehenden Sprung auf den dritten Tabellenplatz.