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Bittere Niederlage für FC Germania Mallorca: Was ist da los, Thorsten Legat?

Sport

Der Europapokal-Sieger von 1992, der im 4100-Seelen-Ort nur 150 Meter vom Camp de Futbol Pal ne da Tesa entfernt wohnt, wirkt angefasst: „Es fällt mir in diesem Augenblick wirklich schwer, dazu etwas zu sagen. Aber ich muss es, wenn mich das Mallorca Magazin fragt. Ich fasse es kurz: In der ersten Halbzeit haben wir den Ball und den Gegner beherrscht. Wir haben aber wieder viel zu viele Chancen vergeben. Dann verlieren wir in der letzten Minute durch zwei individuelle Fehler. Mit einem Schuss von der Mittellinie fangen wir uns mit dem Schlusspfiff das 1:2. Das sagt alles.“ Die lange Verletztenliste will der Chefcoach nicht als Ausrede gelten lassen: „Wer im Trikot das FC Germania Mallorca auf dem Platz steht, der muss abliefern. Dafür ist unser Kader stark genug, dafür ist im Training alles gelernt und vorbereitet worden.“

Das Spiel am Samstagabend begann bei angenehmen 19 Grad unter Flutlicht, wie es immer beim FC Germania beginnt: Mit einer Halbzeit-Führung durch Danny Foerster (4. Saisontor) in der 13. Minute. Und es endete, wie es beim FC Germania immer endet: Mit einer schwachen zweiten Hälfte. Torjäger Danny Foerster nach dem Spiel: „Das war absolut ärgerlich und nervig. Zwei dumme Dinger, die uns einen Strich durch die Rechnung machen. Das hat sich aus dem Spiel der vergangenen Woche widergespiegelt. Das müssen wir nächste Woche unbedingt besser machen und drei Punkte einfahren.“

FC Germania-Präsident Amir Aziz kündigt im Mallorca Magazin Konsequenzen an: „Wir müssen jetzt dringend handeln. Wir haben aktuell gerade noch 14 fitte Spieler. Das ist für eine ganze Saison einfach viel zu wenig. Deshalb sind wir bereits aktiv auf dem Transfermarkt unterwegs und suchen gezielt nach guten, vertragslosen Spielern, die uns sofort weiterhelfen können. Wir müssen unseren Kader kurzfristig verstärken, damit wir solche Situationen künftig besser auffangen können.“

Viele Probleme, viele Verletzte

Über die Verletzungssorgen sagt der Vorsitzende: „Wir sind ehrlich gesagt schon mit riesigen Problemen in dieses Spiel gegangen. Wir hatten die gesamte Woche mit massiven Verletzungsausfällen zu kämpfen. An vernünftiges Training war kaum zu denken. Unser Mannschaftsarzt war eigentlich die ganze Woche damit beschäftigt, überhaupt elf spielfähige Männer auf den Platz zu bekommen. Das haben wir am Ende gerade so geschafft. Auf der Bank saß tatsächlich nur unser zweiter Torhüter. Wir hatten also keinen einzigen Feldspieler zum Auswechseln.“

Deshalb ist FC Germania-Präsident Amir Aziz trotz der Niederlage stolz auf sein Team: „Was unsere Jungs heute auf den Platz gebracht haben, war unglaublich. Wir gehen in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung, spielen richtig guten, attraktiven Fußball und liefern trotz dieser schwierigen Voraussetzungen eine starke Leistung ab. Selbst der Schiedsrichter hat uns nach dem Spiel gesagt, dass er in der Primera Regional schon lange kein so hochklassiges und schönes Fußballspiel mehr gesehen hat. Er meinte auch, dass unser Gegner so ein Tor wie in der Nachspielzeit wahrscheinlich in den nächsten 30 Jahren nicht mehr schießen wird. Umso bitterer ist es natürlich, dass wir am Ende durch diesen Treffer in der Nachspielzeit das Spiel noch verlieren.“

Weiter erklärt Aziz gegenüber MM: „Diese Niederlage tut wirklich doppelt weh. Nicht nur wegen des Spielverlaufs, sondern vor allem wegen unserer Mannschaft. Die Jungs haben sich komplett aufgerieben, alles reingeworfen und teilweise überhaupt erst darum gekämpft, heute auf dem Platz stehen zu können. Deshalb kann ich ihnen absolut keinen Vorwurf machen. Im Gegenteil, ich bin stolz auf diese Leistung und diesen Zusammenhalt. Zumindest gibt es jetzt auch ein paar positive Nachrichten: Mit Basti Müller und Daniel Boccolino kehren zwei wichtige Spieler nach ihren Sperren zurück. Was ich aber heute trotz dieser extrem bitteren Niederlage mitnehme, ist die Erkenntnis, dass wir auch unter schwierigsten Bedingungen richtig guten Fußball spielen können. Die Qualität und die Mentalität sind definitiv vorhanden. Jetzt müssen wir personell nachlegen, damit sich die Mannschaft für solche Leistungen künftig auch mit Punkten belohnen kann.“

Nächstes Spiel am nächsten Sonntag

Der FC Germania Mallorca übertrug die Partie im Live-Stream – in bemerkenswerter Qualität. Fünf Euro kostet das Spielticket, für Mitglieder (9,80 Euro/Monat) gibt es die Übertragung kostenlos. Einmalig in der untersten Liga, beispielhaft für die professionelle Aufstellung des Clubs. Und mit einem fachkundigen Moderator, der das Spiel mit einem Satz sehr treffend zusammenfasste: „Es ist schrecklich.“

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