Bittere Umfrage für Trump: US-Mehrheit sieht klare Gründe für Amtsenthebung
Startseite Politik Bittere Umfrage für Trump: US-Mehrheit sieht klare Gründe für Amtsenthebung Von: Lisa Weegner Uns auf Google folgen Laut einer aktuellen Umfrage sehen 53 Prozent der US-Amerikaner ausreichend Gründe für ein Impeachment-Verfahren gegen Präsident Trump. Washington – Mehr als die Hälfte der US-Amerikaner sieht einer neuen Umfrage zufolge gute Gründe für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Juni veröffentlichte Erhebung des Politikjournalisten G. Elliott Morris (Blog „Strength in Numbers“) gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Verasight. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Demnach sagen 53 Prozent der Befragten, es gebe ausreichende Gründe für ein Impeachment. 39 Prozent verneinen das. 40 Prozent antworteten dabei sogar mit einem klaren Ja, 28 Prozent mit einem eindeutigen Nein. Die Umfrage verzichtete bewusst darauf, zu fragen, ob der Kongress tatsächlich ein Amtsenthebungsverfahren starten sollte. In der letzten Erhebung im April waren 55 Prozent der Befragten der Meinung, der Kongress solle den Präsidenten absetzen. Diesmal formulierte Morris die Frage anders und wollte wissen, ob Trumps Verhalten aus Sicht der Teilnehmer einen solchen Schritt rechtfertigen würde. Korruption und Machtmissbrauch am häufigsten genannt Die Liste der Gründe war lang: Am häufigsten nannten die Befragten den Vorwurf der Korruption oder persönlichen Bereicherung. Rund 30 Prozent der Teilnehmer führten diesen Punkt an. Dazu zählten laut der Auswertung unter anderem mögliche finanzielle Vorteile aus dem Präsidentenamt, Trumps Kryptogeschäfte oder die Diskussion um ein Flugzeuggeschenk aus Katar. Ebenfalls rund 30 Prozent nannten Machtmissbrauch. Genannt wurden unter anderem der Vorwurf, Trump habe Gerichtsentscheidungen missachtet, das Justizministerium gegen politische Gegner eingesetzt oder Befugnisse des Kongresses überschritten. Der Konflikt mit dem Iran entwickelt sich nach der Auswertung von Morris zu einem zusätzlichen politischen Problem für Trump. Jeder fünfte Befragte, der ein Impeachment befürwortet, nennt den Militäreinsatz als Grund. Kritisiert wird vor allem, dass Trump die Angriffe ohne Zustimmung des Kongresses angeordnet habe. Damit rangiert der Iran-Krieg in der Umfrage hinter den Vorwürfen der Korruption und des Machtmissbrauchs bereits an dritter Stelle. Weitere häufig genannte Gründe waren die mangelnde Eignung für das Amt (17 Prozent), Trumps strafrechtliche Verurteilung in einem anderen Verfahren (16 Prozent) sowie seine scheinbar engen Verbindungen zu Jeffrey Epstein beziehungsweise der Umgang seiner Regierung mit den Ermittlungen in diesem Zusammenhang (16 Prozent). Viele unterschiedliche Vorwürfe Der Autor der Untersuchung sieht vor allem die Bandbreite der Antworten als bemerkenswert an. Anders als bei einzelnen politischen Streitfragen konzentrierten sich die Vorwürfe nicht auf ein Thema. Stattdessen nannten die Befragten sehr unterschiedliche Aspekte – von Korruption über Machtmissbrauch bis hin zum Iran-Einsatz oder der Justizpolitik. Ein Teil der Teilnehmer verzichtete sogar auf konkrete Vorwürfe. Rund 17 Prozent antworteten lediglich mit Aussagen wie „alles“ oder erklärten, es gebe zu viele Gründe, um sie einzeln aufzuzählen. Die Umfrage wurde zwischen dem 17. und 22. Juni 2026 unter 2.087 erwachsenen US-Amerikanern vom Institut Verasight online durchgeführt.