Bittere Wende um Spritpreise bahnt sich an
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„Kraftstoffpreise ziehen kräftig an“: Bittere Wende um Spritpreise bahnt sich an
Von: Richard Strobl
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Die Spritpreisbremse greift und senkt die Kosten für Benzin und Diesel direkt deutlich – überraschend deutlich. Doch jetzt bahnt sich schon eine Wende an.
München – Update, 11.06 Uhr: Der Teuerungs-Trend bei den Spritpreisen verfestigt sich. Auch der ADAC berichtet nun, dass die Kraftstoffpreise im Vergleich zum ersten Tag nach dem Start des Tankrabatts wieder gestiegen sind. Demnach kostete Super E10 am Freitag um 8.00 Uhr bundesweit im Durchschnitt 2,098 Euro je Liter. Das waren 3,6 Cent mehr als am Donnerstag zur gleichen Zeit. Diesel verteuerte sich um 3,9 Cent auf 2,248 Euro.
Damit fiel die Entlastung gegenüber dem Morgen des 30. September geringer aus. E10 war 10,9 Cent günstiger, Diesel 11,3 Cent. Am ersten Tag des Tankrabatts waren die Preise noch deutlich stärker gefallen: Um 8.00 Uhr hatte der ADAC gegenüber dem Vortag Rückgänge von 14,5 Cent bei E10 und 15,2 Cent bei Diesel ausgerechnet.
Spritpreise steigen wieder: Trend verfestigt sich – ADAC sieht „Spielräume“
Aus Sicht des ADAC ist die Energiesteuersenkung in den aktuellen Preisen weiterhin nicht vollständig abgebildet. „Es bestehen damit weiterhin Spielräume für niedrigere Kraftstoffpreise“, teilte der Automobilclub mit. Der Steuernachlass infolge des Tankrabatts beträgt 16,7 Cent je Liter für Kraftstoffe, die seit dem 1. Oktober die Tanklager und Raffinerien verlassen.
Am Ölmarkt zeigte sich zuletzt kein neuer deutlicher Preisschub. Der Preis für ein Barrel Brent lag am Freitagvormittag bei rund 99,34 US-Dollar. Am Donnerstag war der Ölpreis zwischenzeitlich bis auf 96,55 Dollar gefallen, anschließend aber wieder über 100 Dollar gestiegen.
„Kraftstoffpreise ziehen kräftig an“: Bittere Wende um Spritpreise bahnt sich an
Update vom 2. Oktober, 7.55 Uhr: Der Tankrabatt hat am ersten Tag seiner Wirksamkeit direkt für große Preissenkungen gesorgt. Bis zum Vormittag stieg der Preisunterschied im Vergleich zu den jeweils gleichen Zeitpunkten des Mittwochs weiter an und lag nur noch wenige Cent unter der Höhe des Steuerrabatts von 16,7 Cent.
Doch schon am zweiten Tag bahnt sich eine Wende an: Die „Kraftstoffpreise ziehen kräftig an“ schreibt das Vergleichsportal Tankerkönig in seiner täglichen Analyse. So sei der bundesweite Durchschnittspreis am Freitag (Stand 6 Uhr) wieder stark gestiegen:
Super E5 stieg um Vergleich zum Vortag um 2 Cent auf 2,149
Super E10 stieg um 3 Cent auf 2,099 Euro
Diesel stieg um 4 Cent auf 2,249 Euro
Auch das Vergleichsportal benzin.jetzt zeigt einen leichten Anstieg der Preise im Vergleich zur gleichen Uhrzeit am Donnerstag. Auch hier ist von knapp 2 Cent bei E10 die Rede. Dennoch senkt der Tankrabatt den Spritpreis noch deutlich: Super E10 kostet demnach am Freitag um 7 Uhr 10,8 Cent weniger, als noch vor dem Tankrabatt, Diesel sogar 11,2 Cent. Das ist jedoch deutlich weniger als die erhofften fast 17 Cent pro Liter.
Damit bahnt sich eine Entwicklung an, vor der Experten schon im Vorhinein gewarnt hatten. Auch beim ersten Tankrabatt waren die Preise zunächst stark gesunken, zogen dann aber schrittweise wieder an.
Update, 13.41 Uhr: Der Tankrabatt senkt die Spritpreise in Deutschland schon am ersten Tag deutlich. Um elf Uhr kostete der Liter Super E10 im Schnitt 12,7 Cent weniger als am Mittwoch, Diesel sogar 13,3 Cent weniger. Das meldet das Vergleichsportal benzin.jetzt auf Basis der an die Transparenzstelle gemeldeten Preise aller 14.500 Tankstellen in Deutschland.
Der Mittagssprung betrug demnach am Donnerstag bei Diesel und E10 je 16,7 Cent. Am Vortag war der Preis noch um 18,4 Cent und 19,5 Cent gestiegen. Um 13 Uhr lag der Dieselpreis am 1. Oktober damit 14,8 Cent unter dem Preis zur selben Zeit am Vortag. Super E10 war sogar 15,3 Cent günstiger. Damit nähern sich die Preise dem erhofften Rabatt von 16,7 Cent pro Liter durch die Steuerentlastung.
Update, 12.17 Uhr: Die Spritpreise sind um 12 Uhr deutlich gestiegen. Hintergrund ist die 12-Uhr-Regel, durch die Tankstellen ihre Preise nur noch um 12 Uhr einmal täglich erhöhen dürfen. Laut der Vergleichsseite Tankerkönig lag der Durchschnittspreis für Super E5 um 12.15 Uhr bei 2,309 Euro. Für Super E10 musste man im Schnitt 2,249 Euro bezahlen. Diesel kostete 2,399 Euro.
Zum Vergleich: Der Tagesdurchschnitt hatte am Mittwoch für E10 noch bei 2,239 Euro und für Diesel bei 2,388 Euro gelegen. Mit dem Tankrabatt kletterten die Preise nun zum teuersten Zeitpunkt des Tages knapp über diese Schwelle. Damit könnte man behaupten, dass der Tankrabatt am Donnerstagmittag schon wieder aufgefressen wurde. Aber: Vor der 12-Uhr-Erhöhung lag der Preis deutlich unter dem Tagesdurchschnitt von gestern und stieg zum teuersten Zeitpunkt des Tages nur knapp über den gestrigen Durchschnittswert. Die Preise werden im Tagesverlauf weiter fallen. Somit scheint schon jetzt klar, dass der Tankrabatt einen deutlichen Effekt an den Zapfsäulen haben wird. Ob aber die vollen fast 17 Cent Entlastung ankommen, bleibt abzuwarten.
Erstmeldung vom 1. Oktober, 8 Uhr: Seit Mitternacht gilt die zweite Spritpreisbremse in Deutschland. Damit will die Regierung von Kanzler Friedrich Merz die hohen Kosten bei Diesel und Benzin abfedern. Allerdings war die Maßnahme schon vorab hochumstritten. Experten verwiesen zum Beispiel darauf, dass Öl-Konzerne den Rabatt nicht vollständig weitergeben müssen. Aus dieser Sicht ist der schnelle Effekt am Morgen des 1. Oktober durchaus überraschend. Jetzt rückt die Mittagszeit in den Fokus.
Von einer „bemerkenswerten Preissenkung“ schreibt das Vergleichsportal Tankerkönig am Donnerstagmorgen – Stand 7 Uhr. Im bundesweiten Mittel sei der Preis für alle gängigen Kraftstoffe an Tankstellen deutlich gesunken:
Spritpreisbremse wirkt sofort: Preisnachlass am Morgen noch deutlicher, als in der Nacht
Super E5 verbilligte sich innerhalb eines Tages um 14 Cent auf 2,119 Euro.
Super E10 kostet nun ebenfalls 14 Cent weniger und liegt bei 2,059 Euro.
Den größten Sprung machte Diesel: Hier bezahlt man am Donnerstagmorgen demnach 16 Cent weniger – zahlt aber immernoch 2,199 Euro pro Liter.
Damit sind die Spritpreise im Vergleich zur Nacht noch einmal deutlich gesunken. Schon um Mitternacht fielen die Preise laut ADAC an vielen Tankstellen abrupt um rund zehn bis elf Cent. Vielerorts wurde Benzin demnach sogar für weniger als zwei Euro angeboten. Allerdings gibt es laut ADAC deutliche regionale Unterschiede.
Wie viel bringt der Tankrabatt?
Das durchschnittliche Auto wird in Deutschland laut Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes rund 900 Kilometer pro Monat bewegt. Geht man von einem Verbrauch von 7 bis 8 Litern auf 100 Kilometer aus, spart sich der durchschnittliche Verbrennerfahrer durch den Rabatt auf die vollen drei Monate gerechnet also grob 32 bis 36 Euro. Je nach Fahrleistung, Verbrauch und geschicktem Tanken nach Beginn und vor Ende des Rabatts kann der Wert aber deutlich abweichen.
Die Preissenkung lag am Donnerstagmorgen schon sehr nah an dem vom Staat erhofften Maximaleffekt von 16,7 Litern pro Liter. Dass die Preise so schnell in diese Richtung gingen, ist durchaus überraschend. Das liegt einerseits am Mechanismus selbst: Der Nachlass entsteht durch eine Senkung der Energiesteuer von 14,04 Cent pro Liter. Dieser greift aber nicht beim Verkauf, sondern bei der Lieferung des Sprits an die Tankstellen. Da dadurch dann beim Verkauf auch noch weniger Mehrwertsteuer entsteht, ergibt sich insgesamt ein Steuerrabatt von 16,7 Cent.
Tankrabatt greift – doch jetzt rückt ein Zeitpunkt in den Fokus
Durch den Mechanismus ergibt sich aber auch, dass um Mitternacht quasi noch keine Tankstelle den Sprit zum verbilligten Preis eingekauft hatte. Doch schon beim ersten Tankrabatt hatten viele Tankstellen die Preise schon in der Nacht deutlich gesenkt – wohl vor allem, weil die Kunden dies so erwarteten.
Gleichzeitig sind die Tankstellen nicht dazu verpflichtet, den Rabatt an die Kunden weiterzugeben. Auch nicht teilweise. Schon beim ersten Tankrabatt hatten Experten, wie das Ifo-Institut und das Bundeskartellamt festgestellt, dass der Rabatt nicht komplett weitergegeben worden sei. Die Mineralölwirtschaft bestritt dies jedoch. Die Krux ist, dass die Weitergabe schwierig zu messen ist, da der Spritpreis durch viele verschiedene Faktoren stark schwankt.
Insofern ist es durchaus als positives Zeichen zu werten, dass der Preis bereits am frühen Morgen des ersten Tages der Regel fast den maximalen Rabatt an die Kunden weitergibt. Bis Mittag wird der Spritpreis zudem wohl noch weiter fallen. Durch die 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal am Tag, eben um 12 Uhr, erhöhen. Am billigsten wird es somit immer kurz vor 12 Uhr.
Spannend wird nun vor allem, wie sich der Spritpreis um 12 Uhr entwickelt. Wie weit wird er steigen? Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob der Spritpreis nicht in den kommenden Tagen wieder sukzessive anziehen wird. Dies war beim letzten Tankrabatt der Fall gewesen und von vielen Verbraucherschützern kritisiert worden. (Verwendete Quellen: Tankerkönig, ADAC, dpa) (rjs)