DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +1,30 % 4.437,30 USD 23:00:00 Silber +0,18 % 65,11 USD 22:59:58 Brent 0,00 % 88,52 USD 22:59:58 WTI 0,00 % 82,40 USD 22:59:59 Bitcoin -0,19 % 62.903,62 USD 12:05:35 EUR/USD +0,37 % 1,15730 USD 23:29:57 EUR/GBP +0,11 % 0,85480 GBP 00:09:58 EUR/CHF +0,34 % 0,94060 CHF 23:29:57 EUR/JPY +0,38 % 184,365 JPY 23:29:57

Blackbox KW 33 -Wahlkampfhelfer und Wunderheiler

Nation

Ein Politiker wie aus dem Bilderbuch: Wo er hinkommt, bilden sich Trauben von Menschen (wer denkt da nicht an Willy Brandt). Wie bei Helmut Kohl ist „ein enormes Namensgedächtnis eines seiner größten politischen Talente“. Er ist „sehr erfolgreich bei Frauen“ (Kennedy?), „sieht immer gut aus – und weiß das“ (klar, Helmut Schmidt). Einen solchen Politiker findet man nicht nur im Bilderbuch, sondern auch im Spiegel-Märchen. Dort heißt der Held Ulrich. Ulrich Siegmund, AfD. Der Spiegel wäre nicht der Spiegel, wenn er nicht etwas billigen Wein in den edlen Tropfen mischen würde, und so wird nicht verschwiegen, dass dieser Siegmund im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt „einen Witz über den Klimawandel gemacht“ hat, so dass einige Leute „ziemlich angeschlagen“ gewesen sein sollen. ♦ Schwamm drüber, so sind sie halt, die Pressbengels. Der Siegmund nimmt den aktuellen Spiegel-Titel jetzt jedenfalls mit auf Wahlkampftour und verteilt signierte Exemplare an die Fans. Wie? Der Titel „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ ist eine Frechheit? Also bitte! Der Spiegel muss seine Hefte schließlich verkaufen, da darf man schon mal übertreiben. Trump ist Hitler, Deutschland verbrennt oder Kölner Dom unter Wasser (Klimawandel) – Grusel sells. ♦ Deutschlands Linke schäumt. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende von Essen-Frohnhausen/Altendor sieht in der Titelgeschichte ein „Wahlgeschenk für die AfD in Sachsen-Anhalt“, ein TV-Aktivist erkennt auf Verrat aus Geldgier, weil die Macher an der Relotiusspitze den „Gefährlichsten Mann“-Titel nutzen wie eine Energydrink-Firma fett aufgedruckte Warnhinweise absatzfördernd für ihr Produkt. Ein SEDler fürchtet, die Wähler würden dann doch eher Terroristen, die mit Autos in einen CSD-Aufzug fahren für gefährlich halten als Ulrich Siegmund, der sich beim Spiegel herzlich bedankt: „Bessere Wahlwerbung kann man für uns gar nicht machen.“ ♦ Wenn‘s beschissen läuft, dann aber richtig, das weiß niemand so gut wie Sven Schulze in Sachsen-Anhalt. Er ist aber auch nur von Idioten umgeben! Seit sich „Der Richtige in schwierigen Zeiten“, Reiner Haseloff, in ebendiesen Zeiten vom Acker machte, brauchte Nachfolger Sven neue Sprüche. Sowas wie „Gute Medizin überall im Land. Sven Schulze macht das“ oder „Lebensleistung würdigen. Sven Schulze macht das“. Weil aber ein Bild mehr sagt als 1.000 Worte wurde Schulze als Kümmerer fotografiert, mal mit Inge* (Name von der Redaktion erfunden) im Rollstuhl, der Sven Worte des Trostes zuspricht, und für den zweiten Spruch umarmt der Sven ein Rentnerpärchen, der Opa lacht ein wenig grenzdebil in die Kamera, Oma hat offensichtlich die Hosen an. Und Sie glauben es jetzt nicht! Die Oma gegen rechts ist doch tatsächlich die Inge, die eben noch im Rollstuhl saß. Und schon spottet Sachsen-Anhalt über Sven Schulze, den Wunderheiler von Magdeburg. ♦ Mindestens so viel Pech wie Sven hat auch der Bruder im CDU-Geiste, Thüringens „Dr.“ Mario Voigt. Doktortitel aberkannt, Einspruch dagegen abgelehnt, den nächsten Schlag gibt’s vor Gericht, wenn da keine Kumpels sitzen. Wie? Nein. Wegen der Lappalie zurücktreten geht auf keinen Fall. Bis zum 12.12. muss der Mario durchhalten, sonst verliert er Anspruch auf 3.100 Euro „Ruhegehalt“ für zwei Jahre „Arbeit“… ♦ Natürlich hat Sahra Wagenknecht kurz darüber nachgedacht. Mit 57 Ministerpräsidentin in Thüringen, das ist doch was! Und ihr Oscar wird ihr vorgerechnet haben, dass mehr ja nun nicht mehr drin ist, seit Sahras BSW seine Wähler mit einem Bündnis mit der CDU vor den Kopf gestoßen hatte. Aber der Traum ist zerplatzt, bevor er Wirklichkeit werden konnte. Auf Björn Höcke, der ihr das Danaer-Geschenk auf dem Silbertablett hingehalten hatte, wäre Verlass gewesen, seine AfDler hätten Sahra den Ministerpräsident-Wanderpokal (steht jetzt bei CDU-„Dr.“ Voigt) übergeben, aber das Bündnis Sahra Wagenknecht heißt längst „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“, und da hat die Sahra nichts mehr zu sagen. ♦ „Deutschland schickt Migranten nach Italien zurück“, posaunt Bild großspurig heraus. Schützenhilfe für die CDU vor Landtagswahlen? Im Kleingedruckten kann dann nur eine einzige zurückgeschickte Person (Somalierin) präsentiert werden. Das hilft wohl wenig, auch sonst gibt es leider rein gar nichts von der CDU zu berichten, was ein paar Stimmen bringen könnte. Am Ende werden es auch die Briefwahlen nicht richten können, trotz Lufthoheit von SPD und CDU in Altersheimen. Im besten Fall schafft es vielleicht die SPD damit über die 5%-Hürde. ♦ Die Sozialisten bereiten sich auf den Ernstfall vor. Der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), ein gewisser Sven Hüber, der seine Kampferfahrung als Politoffizier der DDR-Grenztruppen sammelte, steht mit der Bundespolizei bereit, um in Sachsen-Anhalt „auf Weisung des Bundesinnenministers … mit polizeilichen Mitteln die verfassungsmäßige Ordnung (so wie er sie in Nachschulungen verstanden hat) wiederherstellen zu können“. Pech für den Spezialdemokraten, dass seine Lieblingsinnenministerin, die rote Nancy von der SPD, dem „lieben Sven“ (Faeser an Hüber) den Einsatzbefehl nicht mehr geben kann. ♦ Nachdem sich Niedersachsen als Bollwerk gegen die Demokratie einen Namen gemacht hat (Antidemokrat, dein Name ist Daniela Behrends, SPD), will man sich nicht wegen ein paar Drohnen in Leipzig die Aufmerksamkeit der Presse versauen. Also wird auf dem Flughafen Hannover Langenhagen auch eine Drohnen-Lage gemeldet. Vorwärts immer, rückwärts nimmer! ♦ Und immer wieder SPD-Niedersachsen: Justizministerin Kathrin Wahlmann reist gerne, zuletzt nach Singapur, Estland und Lettland, Belgien, Österreich und natürlich nach Frankreich. Inklusive Spesen kostete das den Steuerzahler mehr als 88.000 Euro, schimpft die Niedersachsen-CDU. Dabei haben alle Dienstreisen von Genossin Kathrin „einem klaren Ziel gedient und konkrete Ergebnisse gebracht“. Etwa Work-Life Balance, außerdem kann nur, wer reist, auch was erleben! Laut Spesenquittung ging es zudem um „Digitalisierung der Justiz“ und den „geplanten Neu- und Umbau der JVA Hannover samt Hochsicherheitsgebäude“. Und wo, außer in Singapur, Estland, Lettland, Belgien, Österreich und Frankreich soll man, bitteschön, lernen, wie das geht? ♦ Es kann doch nicht die Wahrheit sein, dass ausgerechnet die Gerechtigkeitspartei SPD die größte Errungenschaft des Sozialismus in der BRD – 37 Wochenarbeitsstunden, bezahlt wie 40 – einfach so über den Haufen wirft, nur weil das Geld nicht reicht! Und dann sollen von 170 unentbehrlichen Genossen im Willi-Brandt-Haus nur noch 145 bleiben? Wo bleibt da die Solidarität? Mitgliedsbeiträge erhöhen! Ministergenossen müssen Partnerschaften übernehmen! Statt zwei vollbezahlte Parteichefs können sich auch zwei eine Stelle teilen! Und dann mal Kickback-Modelle andenken: Jede dank der SPD vom Staat finanzierte NGO schiebt einen Teil der Kohle an die Partei zurück. Schon munkeln die Rüben, in der SPD laufen Vorbereitungen für den Sturz der Parteispitze: Es geht nur noch darum, wann und von wem Bas und Klingbeil abgelöst werden. Aber das ist doch das Problem seit Kurt Beck: Immer wird’s schlimmer. Und am Ende kommt Karl Lauterbach. ♦ „Was können wir Europäer tun, um der Ukraine dabei zu helfen, mehr russische Soldaten zu töten?“, wollte der FAZ-Korrespondent Michael Martens von seinem Hero Selenskyj wissen. Was der Wolodymyr seinem Fanboy geantwortet hat, wissen wir leider nicht, womöglich hat er ihm einen Söldnervertrag angeboten. Der FAZ ist das Anbiedern auf dem Niveau unserer dunkelsten Zeit etwas peinlich, sie behauptet daher, die Frage ihres Reporters sei „missverständlich formuliert“. Richtig hätte sie lauten müssen, „wie die russische Armee in personelle Schwierigkeiten gebracht werden könnte, um Russland zu Friedensverhandlungen zu bewegen“. Aber auf so einem Kameradschaftsabend sagt mal halt auch mal, was man denkt… ♦ Ausgerechnet der Mann der Bilder! Nun haben alle in den USA dieses Bild im Kopf: Wie der Donald in Ankara die Präsidentenmaschine besteigt und dann, husch, husch, mithilfe eines Catering-Containers hintenrum zu einer anderen Maschine gefahren wird, um einem „Angriff des Iran“ auszuweichen. Die CIA ist laut Washington Post wütend, denn der lauwarme „Tipp“ kam vom Mossad, der wohl herzlich gelacht haben wird. Schon jetzt glauben 65 Prozent der Amerikaner, das Land „befinde sich auf dem falschen Kurs“, womit wohl eher „der falsche Krieg“ gemeint sein dürfte. ♦ Die Regierung plant Kompetenzerweiterungen für unsere Geheimdienste BND und Verfassungsschutz. Wenn uns Hacker angreifen, soll ab sofort zurückgehackt werden. Wo die eigene Intelligenz nicht reicht, darf die künstliche zum Einsatz kommen. Bild ist euphorisch und glaubt, „endlich können unsere Spione Putin stoppen“. Gemach, gemach. BND und Verfassungsschutz pfeifen aus demselben letzten Loch wie die BRD. Längst sind sie zur Lachnummer bei ausländischen Diensten verkommen, bei Freund und Feind. Dabei ist der Auslandsgeheimdienst älter als diese Republik. Er wurde als Horchposten der Amis unter dem Namen „Organisation Gehlen“ ins Leben gerufen, und galt Jahrzehnte als Hidden Champion in der Branche, aber nicht erst seit dem Irakkrieg (wegen „Weapons of Massdestruction“) nur noch als nützlicher Idiot. Der Verfassungsschutz ist ein noch trauriger Verein, der sich von jedem rotgrünschwarzen Politheinz für seine Agenda missbrauchen lässt. Schönen Sonntag!

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