Blitzer.de statt ooono: Dieser Radarwarner überzeugt im Test
Die Nutzung betriebsbereiter Radarwarner ist in Deutschland nach § 23 Absatz 1c Straßenverkehrsordnung nicht erlaubt. Gleichwohl sind diese "Assistenten" bei Autofahrern beliebt - nicht nur bei Rasern, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit vorsätzlich überschreiten, sondern auch bei Zeitgenossen, die vielleicht hin und wieder Gefahr laufen, den Hinweis auf ein Tempolimit zu übersehen. ooono war bis vor einigen Monaten besonders beliebt. Seit einigen Monaten klagen die Nutzer allerdings über veraltetes Datenmaterial, sodass es immer wieder zu falschen Alarmen kam. Wie berichtet hat Technaxx mit dem Secure Drive PRO TX-388 eine Art "Nachfolger" auf den Markt gebracht. So kommen die Daten auf das Gerät Secure Drive PRO TX-388 von Technaxx Foto: teltarif.de Der Hersteller bezeichnet das Gerät als Straßenverkehrswarner. Es bietet die Anbindung an die Datenbanken von Blitzer.de und SCDB.info. Damit wird auf die Daten von mehr als fünf Millionen Nutzern zurückgegriffen. Wir haben den Secure Drive PRO TX-388 ausprobiert und berichten darüber, welche Erfahrungen wir mit dem Straßenverkehrswarner gemacht haben. Der Radar- und Gefahrenstellen-Warner kommt in einer kleinen, aber zweckmäßigen Verpackung. Neben dem Warner selbst liefert der Hersteller eine kleine Halterung und ein Ladekabel mit. Dazu kommen Bedienungsanleitungen auf Deutsch und Englisch. Aber auch auf der Rückseite der Verpackung finden sich Hinweise dazu, wie die Ersteinrichtung des Straßenverkehrswarners gelingt. Verbindung mit dem Smartphone obligatorisch Der Secure Drive PRO TX-388 verfügt über keinen nativen Internet-Anschluss. Somit muss eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone hergestellt werden. Für die Internet-Anbindung wird die Trafficnaxx-App benötigt, die kostenlos aus dem Google Play Store oder aus dem AppStore von Apple heruntergeladen werden kann. Der Straßenverkehrswarner kommt in einer kleinen Verpackung Foto: teltarif.de Die App kann nicht ohne Registrierung genutzt werden. Warum der Hersteller keine anonyme Verwendung zulässt, ist nicht bekannt. Wir haben den Namen und eine E-Mail-Adresse angegeben. Im Anschluss mussten die Nutzungsbedingungen akzeptiert werden. Im nächsten Schritt konnte der Secure Drive PRO TX-388 mit dem Smartphone gekoppelt werden. Firmware-Update nach Erstinbetriebnahme Direkt nach Herstellen der Verbindung wurde eine neue Firmware für den Radarwarner gefunden. Diese war innerhalb weniger Minuten installiert. Technaxx weist darauf hin, dass während des Updates die Bluetooth-Verbindung erforderlich ist. Zudem benötigt der Secure Drive PRO TX-388 ausreichend Akkukapazität. Unser Testgerät kam mit nur 25 Prozent Akkuladung an. Also haben wir vor dem ersten Einsatz nachgeladen. Dazu kann auch ein Handy-Ladegerät mit USB-C-Stecker genutzt werden. Der Ladestand wird in 25-Prozent-Schritten angezeigt. Nach nicht einmal einer Stunde waren zuerst 50, dann 75 und schließlich 100 Prozent Akkuladung erreicht. Warnungen auch direkt in der App Auch die TrafficNaxx-App weist auf potenzielle Warnungen in der Umgebung des eigenen Standorts hin. Die potenziell nächsten Warnungen im Umkreis von 30 Kilometern können hier abgerufen werden. Neben Blitzern wird beispielsweise auch vor Baustellen gewarnt. Neben einer Liste ist auch eine Kartenansicht verfügbar. Über die App kann der Nutzer auch festlegen, welche Warnungen es geben soll. Zur Auswahl stehen Blitzer und andere Verkehrswarnungen, etwa Staus und Unfälle. Der Nutzer kann zudem festlegen, in welchem Abstand zur Gefahrenstelle die Warnung erfolgen soll. Zur Auswahl stehen verschiedene Stufen zwischen 50 und 500 Metern. Voreingestellt sind 300 Meter. Geschwindigkeits-Assistent ebenfalls integriert Radarwarner, Halterung, Ladekabel und Bedienungsanleitungen im Lieferumfang Foto: teltarif.de Ebenfalls verfügbar ist ein Geschwindigkeits-Assistent, der bei Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit alarmiert. Hier können Nutzer festlegen, ob sie alarmiert werden sollen, wenn sie das Tempolimit erreicht haben. Alternativ können Überschreitungen von bis zu 30 km/h "freigegeben" werden. Nicht zuletzt lassen sich die Warntöne probehören und der Anwender kann in mehreren Stufen die Lautstärke für die Warnungen einrichten. Es ist auch möglich, die akustischen Hinweise abzuschalten. Dann erfolgen die Hinweise nur noch optisch - einerseits auf dem Secure Drive PRO TX-388, andererseits aber auch auf dem Display im Fahrzeug. Das Gerät ist nämlich mit Android Auto und Apple CarPlay kompatibel. Viele Einstell-Möglichkeiten in der App USB-C-Anschluss auf der Unterseite Foto: teltarif.de Weitere Optionen in der App sind die Anzeige von Blitzern und anderen Gefahrenstellen auf der Karte und die Lautstärke der Warntöne über das Smartphone. Nicht zuletzt muss man der TrafficNaxx-App gestatten, den eigenen Standort auch dann zu verwenden, wenn die App gerade nicht aktiv genutzt wird. Nur dann ist gewährleistet, dass Warnungen auch dann erfolgen, wenn die Anwendung nicht geöffnet ist. Der Secure Drive PRO TX-388 verfügt über einen Bewegungssensor und wird dann aktiv, wenn er bewegt wird - etwa während einer Autofahrt. Das ist sinnvoll, denn so ist gewährleistet, dass im Ruhezustand nicht unnötig Akkukapazität verbraucht wird. Sobald der Straßenverkehrswarner bewegt wird, verbindet er sich automatisch mit dem Smartphone bzw. der TrafficNaxx-App. Dazu wird jeweils auch ein Hinweis auf dem Handy-Display angezeigt. Erfahrungen im praktischen Einsatz Anschließend folgte der Praxistest. Hinweise zur Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit wurden zuverlässig optisch und akustisch angezeigt - zumindest bei unseren ersten Tests. Im weiteren Verlauf stellten wir fest, dass oft eine falsche zulässige Höchstgeschwindigkeit angezeigt und somit vor Überschreitungen gewarnt wurde, die es gar nicht gab. Wir haben die Pressestelle von Technaxx auf dieses Problem angesprochen und die Information erhalten, der Fehler sei bekannt. "Technaxx arbeitet mit Mapbox zusammen und die dort hinterlegten Geschwindigkeitsdaten sind leider nicht auf allen Straßen zu 100 Prozent akkurat", so die Antwort. Der Hersteller arbeite an einer Lösung. Workaround wäre der vorübergehende Verzicht auf die Warnungen vor möglichen Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Datenbank wird minütlich aktualisiert Firmware-Update beim Erstkontakt mit der App Screenshot: teltarif.de Die Warnungen vor Radarfallen oder auch vor Baustellen und Staus waren im Test sehr zuverlässig. Dabei räumte die Pressestelle von Technaxx auf Nachfrage auch mit einem Missverständnis auf. In der Beschreibung zum Gerät und Dienst ist davon die Rede, dass die Daten mit Blitzer.de alle 24 Stunden abgeglichen werden. Das wäre für mobile Blitzer eine zu große Zeitspanne. Allerdings gilt der einmalige Datenabgleich pro Tag nur für stationäre Radarfallen. Für mobile Blitzer werden die Daten minütlich übermittelt. Im Test fiel uns das Problem auf, dass das Autoradio durch die Verbindung mit Apple CarPlay stummgeschaltet, nach dem Warnton aber nicht wieder aktiviert wurde, sodass wir das jeweils manuell erledigen mussten. Hierfür hat der Hersteller ein App-Update angekündigt, das möglicherweise schon verfügbar ist, wenn dieser Testbericht veröffentlicht ist. Hier wäre der Workaround, auf die akustischen Hinweise auf dem Smartphone - und somit auch über Apple CarPlay - zu verzichten, bis das Update zur Verfügung steht. Klein, handlich und gutes Display Der Secure Drive PRO TX-388 ist so klein, dass er in eine Handfläche passt. Das Display ist hell und gut ablesbar. Das Gerät verfügt über zwei Tasten: einmal zum Ein- und Ausschalten sowie als Kamerameldungs- und Bestätigungstaste links neben dem Display, zum anderen - auf der rechten Seite - der Schalter zum Melden und Bestätigen von Verkehrswarnungen. Blitzer und andere Gefahrenstellen auf der Karte in der App Screenshot: teltarif.de Der fest integrierte Akku hat eine Kapazität von 600 mAh. Je nach Nutzung hält er nach Hersteller-Angaben bis zu zwei Monate durch, bevor er nachgeladen werden muss. Das konnten wir im Test nicht verifizieren. Eine seriöse Aussage zur Laufzeit ist allerdings ohnehin kaum möglich, denn der Akkuverbrauch hängt freilich stark davon ab, wie oft und wie lange der Straßenverkehrswarner betrieben wird. Fazit: Zwei Baustellen muss der Hersteller angehen Insgesamt hinterlässt das Gerät einen guten Eindruck. Die Schönheitsfehler (falsche Anzeige der Höchstgeschwindigkeit, infolgedessen falsche Warnungen / CarPlay-Audio-Fehler) will der Hersteller zeitnah beheben. Sobald das der Fall ist, kann das Gerät aus rein technischer Sicht empfohlen werden. Allerdings sei nochmals darauf hingewiesen, dass die Nutzung nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern nicht statthaft ist.