Blutdruckkontrolle bei älteren Erwachsenen: Was sind sichere Werte?
Vorteile einer Senkung des systolischen Blutdrucks unter 120 mmHg
Eine in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie analysierte Daten von über 2.600 Personen ab 75 Jahren mit Bluthochdruck, aber ohne Diabetes. Die Ergebnisse zeigten, dass eine gute Blutdruckkontrolle, insbesondere ein systolischer Blutdruck unter 120 mmHg, mehr gesundheitliche Vorteile bot als ein Blutdruck unter 140 mmHg. Konkret hatte die Gruppe mit einem Blutdruck unter 120 mmHg ein um 34 % geringeres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall und akute Herzinsuffizienz als die Vergleichsgruppe.
Warnung: Risiko einer orthostatischen Hypotonie (niedriger Blutdruck beim Stehen).
Experten weisen jedoch darauf hin, dass dies nicht bedeutet, den Blutdruck so weit wie möglich zu senken. Bei älteren Erwachsenen passt sich der Körper beim Lagewechsel langsamer an den Blutdruck an. Steht man nach längerem Sitzen oder Liegen plötzlich auf, sammelt sich das Blut in den Beinen. Reagiert der Regulationsmechanismus nicht schnell genug, sinkt der Blutdruck vorübergehend ab, was zu Schwindel, Benommenheit, verschwommenem Sehen oder sogar Ohnmacht führen kann – dies wird als orthostatische Hypotonie bezeichnet.
Darüber hinaus können bestimmte Blutdruckmedikamente bei empfindlichen Personen Schwindel oder niedrigen Blutdruck verursachen. Daher müssen Ärzte die Art des Medikaments, die Dosierung, bestehende Erkrankungen und die tatsächlichen Symptome sorgfältig abwägen, um den Behandlungsplan individuell anzupassen.