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Blutmond in OWL: Frühaufsteher können im August seltene Mondfinsternis beobachten

Wissenschaft

Astro-Fans und Frühaufsteher aufgepasst: Am Freitag, 28. August 2026, kann in den frühen Morgenstunden ein besonderes Naturschauspiel am Himmel beobachtet werden. Am westlichen Horizont in Ostwestfalen-Lippe wird eine partielle Mondfinsternis zu sehen sein. Während der Mond durch den Erdschatten wandert, färbt sich ein großer Teil seiner Oberfläche rötlich-braun und verdunkelt sich deutlich. Zwei Experten aus OWL erklären, wie Sie das Himmelsereignis am besten sehen können. Mondfinsternis 2026: Die wichtigsten Daten im Überblick Die partielle – also teilweise oder auch unvollständige – Mondfinsternis ist von OWL aus am 28. August 2026 zu sehen. „Dafür muss man aber Frühaufsteher sein“, weiß Tobias Scholz von der Volkssternwarte in Paderborn. Gegen 3.23 Uhr tritt der Mond zunächst in den Halbschatten der Erde ein. Besonders spannend wird es laut Johannes Üpping, Professor an der Technischen Hochschule OWL (TH OWL) in Lemgo gegen 4.30 Uhr. „Dann wird der Mond leicht angeknabbert aussehen“, denn er tritt aus dem Halbschatten in den Kernschatten der Erde. Der Trabant am Himmel wird damit nicht mehr von der Sonne angestrahlt – in der Folge wird er deutlich dunkler und färbt sich rötlich. Das Maximum der Verdunklung wird gegen 6.12 Uhr erreicht. Das Ende der Mondfinsternis – sowohl der Austritt aus dem Kernschatten, also auch später der Austritt aus dem Halbschatten – wird von OWL aus nicht mehr zu beobachten sein. Der Grund dafür: Bereits gegen 6.38 Uhr ist der Mond hinterm Horizont verschwunden. Beginn Halbschattenfinsternis: 3.23 Uhr Beginn partielle Finsternis: 4.33 Uhr Maximum der Verdunklung: 6.12 Uhr (rund 87 bis 90 Prozent der Mondfläche von OWL aus) Monduntergang am Horizont: 6.38 Uhr Warum ist in OWL nur eine partielle Mondfinsternis zu sehen? Bei der partiellen Mondfinsternis wird nicht die gesamte Oberfläche, sondern nur ein Teil des Mondes durch den Kernschatten der Erde verdunkelt. Die Finsternis Ende August wird von OWL aus betrachtet eine Verschattung von rund 87 bis 90 Prozent erreichen. „Das kommt nah an eine totale Mondfinsternis heran“, ordnet Üpping ein. Der Mond werde daher auch seine für einen Blutmond charakteristische rötlich-bräunliche Färbung bekommen. Dass der Mond plötzlich nicht mehr hell-weiß leuchtet, erklärt sich durch den Stand der Himmelskörper zueinander. „Die Erde steht im Weg, kurzwelliges blaues Licht der Sonne erreicht den Mond nicht mehr“, erklärt Üpping. Das langwellige rote Licht hingegen werde nicht abgeschirmt und könne bis zum Mond gelangen. Wie selten ist eine Mondfinsternis überhaupt? Weltweit gibt es jährlich zwischen zwei und fünf totale Mondfinsternisse. Von einem festen Standort – etwa OWL – betrachtet, sind es etwas weniger. Die letzte totale Mondfinsternis war am 7. September 2025 von Deutschland aus zu sehen. Die nächste totale Mondfinsternis ist für den Silvesterabend, den 31. Dezember 2028, berechnet. Dazwischen folgen noch einige partielle Finsternisse, jedoch mit weitaus geringerem Bedeckungsgrad. Unter anderem am 20. Februar 2027 eine Halbschatten-Mondfinsternis, wobei der Mond nicht in den Kernschatten der Erde eintreten wird und daher nur verdunkelt, sich aber nicht rötlich färbt. Am 12. Januar 2028 ist eine weitere partielle Mondfinsternis in OWL zu sehen – mit einem maximalen Bedeckungsgrad von 3 Prozent jedoch bei Weitem nicht so stark ausgeprägt, wie die im August. Blutmond beobachten: Diese Tipps geben Experten aus OWL Wer die partielle Mondfinsternis am 28. August 2026 miterleben möchte, muss nicht nur früh aufstehen, sondern sollte auch einige weitere Tipps beherzigen. Denn: „Der Mond wird dieses Mal gar nicht ganz einfach zu beobachten sein“, weiß Üpping. Die Beschattung sei zwar sehr stark, doch in der einsetzenden Morgendämmerung womöglich schwer zu erkennen. Darauf sollten Sie unbedingt achten: Freier Blick an den westlichen Horizont: Der Blick nach Westen ist Pflicht – dort geht der Mond noch während der Finsternis langsam am Horizont unter. Wer erhöht steht, sieht das Himmelsereignis noch etwas länger. „Überall dort, wo ich auch einen tollen Sonnenuntergang beobachten kann, steht man bei der Mondfinsternis ebenfalls richtig“, rät Üpping. Infrage kommen zum Beispiel der Desenberg bei Warburg oder die Sparrenburg in Bielefeld. Beobachtung früh starten: Ist der Mond bereits verdunkelt, sei er laut Üpping nur noch schwer am Horizont zu entdecken. Die Beobachtung sollte dementsprechend früh starten (gegen 3.15 Uhr morgens, also schon etwas vor Beginn), so kann auch der Eintritt in den Halbschatten und somit die erste leichte Verdunklung verfolgt werden. Kein Schutz nötig: Für die Beobachtung braucht es anders als bei der Sonnenfinsternis keinen speziellen Schutz. Es kann problemlos mit bloßem Auge direkt zum Mond geschaut werden, denn der wird nur dunkler, nie heller. Hilfsmittel können Seherlebnis verbessern: Wer den Mond und seine rötliche Färbung noch genauer betrachten möchte, kann laut Scholz ein Fernglas oder ein Teleskop zur Hand nehmen. Wetter checken: Alle Euphorie hilft nichts, wenn das Wetter nicht mitspielt. „Ist der Himmel bewölkt, wird man den Mond und die Finsternis nicht sehen können“, sagt Üpping. Es lohnt daher den Wetterbericht im Blick zu behalten. Schicken Sie uns Ihr Foto von der Mondfinsternis! Bei entsprechendem Wetter ist die partielle Mondfinsternis ein beliebtes Fotomotiv. Sie wollen einen Schnappschuss machen oder sich professionell mit der Kamera auf die Lauer legen? Dann schicken Sie uns ihr schönstes Foto vom verdunkelten, rötlichen Blutmond. So machen Sie mit: Fotografieren Sie die Mondfinsternis in OWL und schicken Sie Ihr bestes Bild per Whatsapp an die NW-Redaktion. Whatsapp-Nummer: +49 521 555 544 Bitte angeben: Name, Ort des Fotos (zum Beispiel Stadt und Ortsteil) und eventuell ein kurzer Satz zur Aufnahme. Ein Querformat ist perfekt. Hinweis zu Nutzung und Rechten:

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