Bluttat auf offener Straße in Kelkheim: Tatverdächtiger schweigt - Zeugen sagen aus
Startseite Rhein-Main Main-Taunus-Kreis Bluttat auf offener Straße in Kelkheim: Tatverdächtiger schweigt – Zeugen sagen aus Von: Christoph Sahler, Anna Kirschner Uns auf Google folgen Ein Mann hat seine Ehefrau in Kelkheim (Main-Taunus-Kreis) mit einer Schnittwaffe tödlich verletzt. Notfallseelsorger betreuen die vielen Zeugen. Kelkheim – +++ 12.50 Uhr: Der Mann, der am Dienstag in Kelkheim seine Ehefrau mit einer Machete getötet haben soll, schweigt bisher zur Tat. Das gab die Staatsanwaltschaft gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bekannt. Der 60-Jährige mache von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Zahlreiche Zeugen werden aktuell vernommen, denn die Tat geschah auf offener Straße in einer belebten Umgebung. Einige Zeugen überwältigten den mutmaßlichen Täter noch vor Ort. Update vom Donnerstag, 16. Juli, 9.40 Uhr: Am Mittwochabend hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft erschreckende Einzelheiten zu den Umständen der Bluttat in Kelkheim bekannt gegeben. Demnach soll der Mann mit einer Machete auf seine Frau eingestochen und eingeschlagen und ihr dabei, so die Ermittler laut Deutscher Presse-Agentur (dpa), „mindestens 30 abgrenzbare Stich- und Schnittverletzungen im Bereich des Kopfes, Halses, Nackens und Oberkörpers“ zugefügt haben. Als Motiv nennt die Behörde laut dpa „übersteigertes Besitzdenken und Eifersucht, in der Annahme, sie gehe ihm fremd“. Nach Informationen der Ermittlungsbehörden, die der dpa vorliegen, führten die beiden seit 1991 eine Ehe, lebten jedoch bereits seit rund drei Jahren getrennt. Zwischenzeitlich hatte die 58-jährige Frau ihrem 60 Jahre alten Mann allerdings wieder Einzug in die gemeinsame Wohnung gewährt. Als sie sich für eine Scheidung entschied, soll der spätere Täter dies nicht hingenommen haben – wiederholt habe er ihr für diesen Fall mit dem Tod gedroht. Mann droht Ehefrau mit dem Tod – doch sie wiegt sich in Sicherheit Besonders bedrückend erscheint im Nachhinein ein Detail, das die Staatsanwaltschaft laut dpa-Bericht mitteilte: „Seitens der Polizei unterbreitete Hilfsangebote lehnte die später Getötete in der Vorstellung, der Beschuldigte werde ihr nichts antun, da er sie noch liebe, ab.“ Die Frau habe sich demnach trotz der Drohungen in Sicherheit gewiegt. Ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht Frankfurt erließ inzwischen Haftbefehl gegen den 60-Jährigen – der Vorwurf lautet auf Mord aus niedrigen Beweggründen. „Alles voller Blut – ich bin um mein Leben gerannt“: Zeugen über Gewalttat in Kelkheim Update vom Mittwoch, 15. Juli, 20.11 Uhr: Nach der tödlichen Attacke auf eine Frau auf offener Straße in Kelkheim haben die Ermittler grausame Details zur Tat genannt. Laut Staatsanwaltschaft Frankfurt soll der tatverdächtige 60-jährige Kroate seiner ebenfalls kroatischen 58-jährigen Ehefrau „mindestens 30 abgrenzbare Stich- und Schnittverletzungen im Bereich des Kopfes, Halses, Nackens und Oberkörpers zugefügt haben“. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Mordes gegen den Mann. Die Tat hatte sich am Dienstag (14. Juli) vor zahlreichen Zeugen ereignet. Die Frau starb noch am Tatort. Der Mann habe laut Staatsanwaltschaft „aus übersteigertem Besitzdenken und Eifersucht, in der Annahme, sie gehe ihm fremd“ gehandelt. Scheidungswunsch nicht akzeptiert – Mann drohte wiederholt Das Paar war seit 1991 verheiratet, lebte jedoch seit rund drei Jahren getrennt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Frau hatte den Mann zwischenzeitlich erneut in der gemeinsamen Wohnung aufgenommen. Ihren Wunsch nach einer Scheidung habe der Beschuldigte jedoch strikt abgelehnt – und ihr im Falle einer Trennung wiederholt mit dem Tod gedroht. Die Polizei hatte der späteren Getöteten Hilfe angeboten. Diese lehnte die Frau jedoch ab. „Seitens der Polizei unterbreitete Hilfsangebote lehnte die später Getötete in der Vorstellung, der Beschuldigte werde ihr nichts antun, da er sie noch liebe, ab“, schildert die Staatsanwaltschaft die Vorgeschichte. Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen Der Tatverdächtige wurde nach seiner Festnahme der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Frankfurt vorgeführt. Diese erließ Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes aus niedrigen Beweggründen. Die Ermittlungen dauern weiter an. Bluttat im Taunus: Täter soll Haftrichter vorgeführt werden Update vom Mittwoch, 15. Juli, 14.07 Uhr: Nachdem er seine Frau auf offener Straße erstochen haben soll, wird der mutmaßliche Täter voraussichtlich am späten Mittwochnachmittag einem Haftrichter vorgeführt. Darüber berichtet die Deutsche Presseagentur. Dem Verbrechen war offenbar ein Streit vorausgegangen. Ein Augenzeuge berichtete der dpa, er sei nur etwa fünf Meter von der Attacke entfernt gewesen. Ein Mann, der womöglich betrunken gewesen sei, habe dem Opfer mit einer Machete in den Hals gestochen: „Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt.“ Die Frau sei in dieselbe Richtung geflohen und dann – das habe er nicht mehr gesehen – anscheinend kollabiert, sagt der Zeuge, der nur seinen Vornamen Peter nennen wollte. Er habe nur einen einzigen Stich gesehen, dann sei die Attacke schon „vorbei“ gewesen, ergänzt der junge Mann. Zeugen berichten von Bluttat im Taunus – „alle noch sehr geschockt“ Die Polizei sprach vorerst allgemein von einer Stichwaffe, nicht von einer Machete. Nach ihren Angaben erlag die attackierte Ehefrau noch am Tatort nahe der Frankfurter Straße ihren Verletzungen. Auch eine am Mittwochmorgen vorbeikommende Spaziergängerin sprach von einer Machete. Sie sagte dem Bericht zufolge, dass viele ihrer Freunde am Dienstagabend in einem Lokal auf dem Marktplatz das Halbfinalspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Spanien und Frankreich geschaut haben. Die hätten die Tat miterlebt und seien alle noch sehr geschockt. Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich vorerst nicht zu der Frage, ob es sich bei dem Verbrechen um ein Femizid gehandelt haben könnte. Femizid bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden – also weil sie Frauen sind. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner. Zu Tatmotiven der geschlechtsspezifischen Tötung von Frauen zählen männliches Besitzdenken, Frauenverachtung, sexuelle Frustration, Frauenhass sowie Kontroll- und Dominanzstreben. Vladimir Milovac aus Kelkheim sagte der dpa, er kenne den Tatverdächtigen schon lange, die Getötete seit einigen Monaten. Sein Hund habe immer mit ihrem Hund gespielt. Die Frau habe auf ihn sehr gestresst und müde gewirkt, der Mann sei manchmal aggressiv gewesen und habe der Frau gedroht, sagt Milovac. Er habe sich aber nicht einmischen wollen. Als er am Morgen von dem Tod seiner Bekannten erfahren habe, sei er sehr traurig gewesen. Eine andere Frau legte am Morgen eine weiße Rose neben die Blumen. „Ich hab das heute Morgen gelesen“, sagte sie. Das habe sie „total“ betroffen gemacht. „Wir gehen immer hier frühstücken“, erzählte sie und zeigte auf den Bäcker. „Ich hab die Rose hingelegt, weil was anderes kann man ja nicht machen.“ Wie es ist, wenn so etwas in der Heimatstadt passiere? „Ganz schlimm natürlich. Es passiert ja leider viel, viel, viel zu oft. Ich hab da eigentlich keine Worte für.“ Mann tötet Ehefrau auf offener Straße im Taunus – Zeugen überwältigen ihn Erstmeldung vom Mittwoch, 15. Juli, 7.23 Uhr: In der Innenstadt von Kelkheim (Main-Taunus-Kreis) ist am Dienstagabend, 14. Juli 2026, eine Frau durch ihren Ehemann mit einer Schnittwaffe getötet worden. Zeugen griffen ein und hielten den mutmaßlichen Täter bis zum Eintreffen der Polizei fest, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Westhessen der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Die Attacke ereignete sich im Bereich der Frankfurter Straße, unweit des Marktplatzes in der Kelkheimer Innenstadt. Der Mann griff seine Frau gegen 21 Uhr an und fügte ihr eine schwere Schnittverletzung zu. Die Frau erlag ihren Verletzungen noch vor Ort. Mehrere Zeugen reagierten unmittelbar: Sie überwältigten den Angreifer und hielten ihn bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte fest. Die Polizei nahm den Mann anschließend fest. Dabei wurde der Ehemann nach Angaben des Polizeipräsidiums Westhessen und der Staatsanwaltschaft Frankfurt verletzt. Nähere Details zu den Umständen seiner Verletzung nannten die Ermittler zunächst nicht. Tatort an belebter Straße: Viele Menschen wurden Zeugen der Tötung Da sich die Tat auf offener Straße in einem belebten Bereich abgespielt hat, gibt es laut Polizei zahlreiche Zeugen. „Dort gibt es verschiedene Lokalitäten. Entsprechend hatten wir dann auch den Publikumsverkehr“, erklärte ein Polizeisprecher. Umfangreiche Ermittlungs- und Spurensicherungsmaßnahmen seien angelaufen. Seelsorger waren vor Ort, um Menschen zu betreuen, die die Bluttat miterleben mussten. „Das ist psychisch eine entsprechende Belastung, wenn man so etwas miterleben musste“, sagte der Polizeisprecher. Für die übrige Bevölkerung bestehe nach aktuellem Ermittlungsstand keine Gefahr. Das Motiv des Mannes sowie die genauen Hintergründe der Tat sind bislang ungeklärt. Weitere Einzelheiten konnten die Ermittler zunächst nicht mitteilen. (mit Material der dpa)