BMW stoppt Dienstwagen-Leasing für AfD-Landtagspräsident - Tobias Rausch reagiert mit offenem Brief
BMW stoppt Leasingvertrag
AfD-Landtagspräsident kritisiert BMW für Dienstwagen-Rückzieher
Stand: 09.10.2026 15:43 Uhr
Am Tag der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten hat BMW ein zuvor vorgelegtes Leasingangebot für einen Dienstwagen zurückgezogen. Damit liegt nach Angaben der Zeit derzeit kein Leasingangebot eines deutschen Premiumherstellers vor. Tobias Rausch reagiert mit Kritik und einem offenen Brief.
von MDR SACHSEN-ANHALT
BMW hat ein Leasingangebot für den Dienstwagen des neuen AfD-Landtagspräsidenten Tobias Rausch zurückgezogen. Zuerst berichtete die Zeit (€), die sich auf die Landtagsverwaltung beruft.
Demnach zog die Unternehmenszentrale des Münchner Konzerns am Dienstag ein entsprechendes Leasingangebot zurück, das sie dem Landtag zuvor unterbreitet hatte. Am selben Tag war der AfD-Politiker Tobias Rausch zum neuen Landtagspräsidenten gewählt worden.
Die Dienstwagenflotte von Landesregierung und Landtag umfasst mehrere Fahrzeuge, die meisten davon stammen von BMW. In der Regel sind die Dienstwagen nicht persönlich zugeordnet und werden von mehreren Politikern und Beamten gemeinsam genutzt.
Einige wenige Fahrzeuge, darunter das des Landtagspräsidenten, sind jedoch fest zugeordnet. Der Vertrag für das betreffende Auto des Landtagspräsidenten wäre im November ausgelaufen.
Tobias Rausch äußert Kritik
In einem offenen Brief an den BMW-Vorstand schrieb Tobias Rausch, er habe den Rückzug mit großer Verwunderung und persönlicher Enttäuschung zur Kenntnis genommen.
Wenn die Entscheidung in unmittelbarem Zusammenhang zu seiner AfD-Mitgliedschaft stehe, sei dies fragwürdig, kritisierte der 35-Jährige zudem auf Nachfrage der Deutschen-Presse-Agentur. Die AfD ist in Sachsen-Anhalt vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft.
Nach Angaben Rauschs wurde das Angebot nur wenige Stunden nach seiner Wahl zum Landtagspräsidenten zurückgezogen.
BMW kommentiert Fall nicht
BMW selbst wollte den Fall dem Bericht der Zeit zufolge nicht kommentieren und betonte, sich "grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen" zu äußern. Das Leasingangebot von BMW war offenbar das einzige eines deutschen Premiumherstellers. Von Mercedes und Audi habe es bislang keine Angebote gegeben, heißt es im Zeit-Bericht.
afp, dpa, MDR (Swenson, Gropius)