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Bocholt: Theater zahlt 190.000 Euro für Sanierung - jetzt sind Polsterer und 650 Stühle spurlos verschwunden

Nation

Ein Auftrag der Stadt Bocholt in Nordrhein-Westfalen entwickelt sich zu einem ungewöhnlichen Fall: Ein Polsterer aus Hannover sollte 650 historische Stühle aus einem denkmalgeschützten Theater aufarbeiten, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet. 2021 erhielt der Mann den Auftrag, weil er der günstigste Anbieter gewesen sei. Da der Handwerker Referenzen vorlegen konnte, sei kein Verdacht gegen ihn gehegt worden. 190.000 Euro zahlte die Stadt dem Mann bereits für den Abbau, das Material und die Lagerung.

Die Sanierung des Gebäudes zog sich jedoch über Jahre hin, sodass die Stühle nicht gebraucht wurden. Erst als ein Architekt aus Bocholt im vergangenen Jahr nach dem Stand der Dinge fragte und die Stühle besichtigen wollte, geriet das Projekt ins Stocken. „Er hat gesagt, mir kommt kein Fremder auf den Hof“, berichtet der Bocholter Stadtbaurat Dave Welling. Danach wurde die Kommunikation zunehmend schwieriger – bis sie schließlich vollständig abriss.

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