Bombe in Müssen entdeckt: Bahnstrecke Hamburg - Berlin gesperrt
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Müssen (Schleswig-Holstein) – Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe am Bahnhof Müssen im Kreis Herzogtum Lauenburg ist die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg am Dienstagmorgen vollständig gesperrt worden. Der Blindgänger wurde nach Angaben der Polizei bei Bauarbeiten entdeckt. Der Kampfmittelräumdienst ist vor Ort.
Die Sperrung trifft sowohl den Fern- als auch den Regionalverkehr. Reisende müssen mit Zugausfällen, Verspätungen und kurzfristigen Änderungen rechnen. Betroffen sind unter anderem die Züge der Regionalexpresslinie RE1 auf der Verbindung zwischen Hamburg und Rostock. Für diese hat die Deutsche Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Was Bahnreisende jetzt tun sollen
Auch der Bahnverkehr zwischen Hamburg und Berlin kann den Fundort derzeit nicht passieren. Der Fernverkehr werde weiträumig umgeleitet, teilte eine Bahnsprecherin mit.
Alle ICE-Züge zwischen Hamburg und Berlin müssen entfallen.
Alle ICE-Züge zwischen Hamburg und Rostock müssen entfallen.
Alle ICE-Züge der Verbindung Berlin – Hamburg – Amsterdam werden zwischen Berlin und Osnabrück über Hannover umgeleitet. Die Halte in Hamburg-Bergedorf und Hamburg-Harburg entfallen. Ersatzweise halten die Züge in Hannover Hbf.
Fahrgäste sollten deshalb vor Reiseantritt unbedingt ihre konkrete Verbindung in der Fahrplanauskunft prüfen.
Eine Evakuierung ist eingeleitet worden. Bewohner der Bahnhofstraße und der Bergstraße sollen ihre Häuser und Wohnungen vor der Bombenentschärfung verlassen. Für die Betroffenen wurde in der Sporthalle von Müssen eine Notunterkunft eingerichtet. Wer diese nicht selbstständig erreichen kann, soll sich an die Einsatzkräfte vor Ort wenden. Wie viele Menschen von der Maßnahme betroffen sind, ist bislang nicht bekannt.
Kampfmittelräumdienst entschärft die Bombe
Entdeckt wurde der verdächtige Gegenstand am Dienstagmorgen gegen 08.40 Uhr im Bereich einer Baustelle am Bahnhof des 1200-Einwohner-Ortes östlich von Hamburg. Der Kampfmittelräumdienst wurde hinzugezogen und identifizierte den Gegenstand als Sprengkopf (SAP 60). „Da Zünder und Sprengstoff noch vorhanden waren, wurde der Sprengkopf geborgen und wird nun vom Kampfmittelräumdienst in geeigneter Weise unscharf gemacht“, so die Polizei .
Alle Einschränkungen im Bahnverkehr werden in Kürze aufgehoben. Die Anwohner können dann auch wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.