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Boostedt: Zeichen stehen auf Bundeswehr-Rückkehr

Nation

Stand: 10.07.2026 06:19 Uhr

Das Bundesverteidigungsministerium hat acht ehemalige Standorte in Deutschland identifiziert, die für eine rasche Rückkehr der Bundeswehr infrage kommen. Darunter ist auch die frühere Rantzau-Kaserne in Boostedt im Kreis Segeberg.

Die Rückkehr der Bundeswehr in die ehemalige Rantzau-Kaserne in Boostedt (Kreis Segeberg) wird immer wahrscheinlicher. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums ist die Kaserne eine von deutschlandweit acht Liegenschaften, allesamt ehemalige Bundeswehrstandorte, die sich aufgrund ihrer Lage, Infrastruktur und Kapazitäten besonders gut für den neuen Wehrdienst eignen.

Mit dem niedersächsischen Cuxhaven gibt es noch einen weiteren möglichen neuen Standort in Norddeutschland für den Wehrdienst. Die sechs anderen sind Soest und Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen, Friedberg in Hessen, Kusel und Speyer in Rheinland-Pfalz und Sigmaringen in Baden-Württemberg.

Gespräche mit Beteiligten vor Ort geplant

Final ist eine Rückkehr der Bundeswehr nach Boostedt damit noch nicht. Aber: Für die genannten Standorte gehen die Planungen für eine "möglichst rasche Reaktivierung und Nutzung durch die Bundeswehr" jetzt in die nächste Phase, so das Bundesverteidigungsministerium. Heißt: Es werden Gespräche auf Bundes- und Landesebene sowie mit den beteiligten Akteuren vor Ort aufgenommen.

Boostedts Bürgermeister hofft auf Planungssicherheit

Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU) bewertet die konkreteren Pläne des Verteidigungsministeriums als positiv. Er hofft, dass die angekündigten Gespräche der Gemeinde nun Aufschluss geben, in welche Richtung sie planen kann. Mit Blick auf Schulen, Kindergärten und Wohnraum "ist es natürlich schon wichtig, zu wissen, wie viele Menschen kommen hierher", so König auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein.

Boostedter Kaserne noch Flüchtlingsunterkunft

Im Moment dient die frühere Kaserne in Boostedt noch als Landesunterkunft für Geflüchtete. Ende Juni hatte das Land angekündigt, dass sie ab dem kommenden Jahr in den Reservebetrieb gehen soll.

Mehr als 200 Liegenschaften überprüft

Wegen der sicherheitspolitischen Lage und der deutlich umfangreicheren Bedarfe der Bundeswehr hatte das Bundesverteidigungsministerium im vergangenen Jahr die Konversion - also Umwandlung - von militärisch genutzten in zivile Standorte gestoppt. Für 200 Liegenschaften wurde daraufhin überprüft, ob sie militärisch genutzt werden könnten. In diesem Jahr kamen weitere 27 hinzu.

Welche Standorte noch geprüft werden

Für diese Standorte in Schleswig-Holstein wird noch geprüft, ob sie künftig wieder von der Bundeswehr genutzt werden könnten:

unbebautes Grundstück in Flensburg

ehemaliger Flugplatz Uetersen (Kreis Pinneberg)

ehemalige Bundeswehrfachschule nebst Aula in Kiel

ehemalige Bundeswehrfachschule und Teile der Marinetechnikschule in Kiel

ehemaliger Flugplatz Kiel-Holtenau, Südbereich

Gelände Kiel-Schusterkrug

Scheerhafenkomplex Kiel-Wik

unbebautes Gelände am Scheerhafen/ Mecklenburger Straße in Kiel

unbebautes Grundstück in Kiel Mettenhof

ehemaliges Materialdepot Kiel-Wik

Teilfläche ehemalige Patriot-Stellung Leck (Kreis Nordfriesland)

ehemalige Standortmunitionsniederlage Lübeck-Wüstenei

ehemalige Hindenburg-Kaserne in Neumünster

ehemalige Standortschießanlage in Todesfelde (Kreis Segeberg)

Welche Standorte sich nicht eignen

Klar ist bereits, dass sich 40 Standorte in Deutschland nicht eignen. Darunter auch diese acht Liegenschaften in Schleswig-Holstein:

ehemalige Standortschießanlage Altenholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde)

Naherholungsgebiet Fahrensodde in Flensburg

ehemaliger Flughafen Kampen auf Sylt

Gelände in der Gemarkung Leck

ehemaliger Flugplatz in Leck

ehemalige Patriot Stellung Leck

ehemalige Stapelholmer Kaserne in Seeth (Kreis Nordfriesland)

Teile des ehemaligen Flugplatzes Westerland auf Sylt

Ob die Bundeswehr tatsächlich nach Boostedt zurückkehrt, ist noch nicht final entschieden. Eine Sprecherin des Justizministeriums betont, die Prüfungs- und Entscheidungsprozesse seien noch nicht abgeschlossen. Weitere Informationen gäbe es zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

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