Boris Palmer soll Berater für Bürokratieabbau in Baden-Württemberg werden
Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg hatte Palmer einen Ministerposten in der grün-schwarzen Landesregierung unter Özdemir eher ausgeschlossen. Er wolle lieber Oberbürgermeister bleiben. Das neue Amt soll Palmer nun laut SWR neben seiner Arbeit als Oberbürgermeister von Tübingen ausüben. Im Wahlkampf hatte Özdemir immer wieder die Nähe zu Palmer gesucht. Bei gemeinsamen Auftritten lobte Özdemir den inzwischen parteilosen Kommunalpolitiker häufig. Dieser gehöre zu den erfolgreichsten Oberbürgermeistern in ganz Deutschland, sei durchsetzungsstark und führe sein Rathaus hocheffektiv und unbürokratisch. Palmer sei für ihn ein »sehr, sehr wichtiger Ratgeber«. Palmer war zu Beginn seiner Karriere Landtagsabgeordneter und ist seit 2007 Oberbürgermeister von Tübingen. Er war bereits als möglicher Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gehandelt worden, bevor er bei den Grünen austrat. Nach rassistischen Entgleisungen und vielen Vorwürfen hatte er im Jahr 2023 die Partei verlassen. Schon kurz nach Özdemirs Wahlsieg forderte die Grüne Jugend, Palmer dürfe keine Funktion in einer neuen Landesregierung erhalten. Palmers Haltungen seien mit den »Grundwerten unserer Partei unvereinbar«, heißt es aus der Nachwuchsorganisation. Özdemir und Palmer sind sich nicht nur politisch nahe, sondern auch privat. Beide kennen sich seit vielen Jahren, Özdemir bezeichnete Palmer jüngst anlässlich seiner Hochzeit als Freund der Familie. Als solcher führte Palmer die Trauung von Özdemir und dessen Ehefrau, der Juristin Flavia Zaka, wenige Wochen vor der Wahl als Standesbeamter durch.