Boris Pistorius: „Das ist nun wahrlich keine Ehekrise“ - Pistorius spricht über Verhältnis zu USA
Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht das Verhältnis zu den USA trotz der massiven US-Kritik gegen die Bundesregierung und andere europäische Nato-Partner nicht nachhaltig beschädigt. „Das ist nun wahrlich keine Ehekrise“, sagte der SPD-Politiker dem „Spiegel“ in Bezug auf die teils harschen Anwürfe von US-Präsident Donald Trump und seines Verteidigungsministers Pete Hegseth. Die öffentliche Standpauke, die Hegseth kürzlich beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel gehalten hatte, bezeichnete Pistorius gleichwohl als „nicht sonderlich glücklich“. „Pete Hegseth versteht seine Rolle so, dass er Europa ermahnen müsste“, so Pistorius. Er selbst habe sich in den letzten Monaten daran gewöhnt, dass die US-Regierung „etwas ruppiger“ vorgehe. „Wir sind alle nicht aus Zuckerwatte“, ergänzte der Minister. Dennoch wies Pistorius die Aussagen von Trump zurück, der von den Nato-Partnern uneingeschränkte Loyalität erwartet. „Nicht Gefolgschaft ist das Konzept der Nato“, sagte Pistorius. „Entscheidungen innerhalb der Nato werden in freiem Konsens aller Mitgliedstaaten gefasst, und ohne von einzelnen Mitgliedstaaten diktiert zu werden“, betonte der Minister. Für den Nato-Gipfel in der kommenden Woche rechnet Pistorius nicht mit weiterer Kritik der USA in Richtung Berlin. „Es gibt dafür keinen Grund“, so der Verteidigungsminister. Im Fall von Trump, den Rutte vergangene Woche in Washington getroffen hatte, sei der Nato-Generalsekretär mit seiner eigenwilligen Diplomatie erfolgreich. „Mit seiner Art gegenüber dem US-Präsidenten gelangt er immer wieder zu Ergebnissen, die im Interesse aller sind“, sagte Pistorius. Die Behauptung, Rutte werfe sich vor Trump in den Staub, um Trump bei Laune zu halten, wies Pistorius zurück: „So nehme ich es nicht wahr.“