Borussia Mönchengladbach holt Ko Itakura zurück
Ko Itakura wird nur ein Jahr nach seinem Abschied zu Borussia Mönchengladbach zurückkehren. Sky berichtete zuerst von dem bevorstehenden Transfer. Unsere Redaktion kann bestätigen, dass sich alle Parteien mündlich über den Wechsel geeinigt haben. Am Mittwoch soll Itakura zum Medizincheck im Borussia-Park erscheinen, anschließend werden die Formalitäten über die Bühne gehen. Laut Sky erhält Itakura einen Vertrag bis 2030. Die Gladbacher sollen inklusive Boni rund vier Millionen Euro für Itakura zahlen. Vor einem Jahr kassierten die Borussen für den Itakura-Wechsel rund 10,5 Millionen Euro von Ajax Amsterdam. Itakura tritt damit offiziell die Nachfolge seines ehemaligen Innenverteidiger-Kollegen Nico Elvedi an, den es in die Premier League zu Leeds United zieht. Beide Deals könnten am Mittwoch offiziell verkündet werden. Gladbach schließt die Regelung der Elvedi-Nachfolge wirtschaftlich mit einem Plus ab: Die maximal vier Millionen Euro, die nun nach Amsterdam fließen, hat der Klub durch die neun bis zehn Millionen Euro für Elvedi locker wieder drin. Zudem geht Borussia aus dem Hin und Her bei Itakura mit einem Plus von rund 6,5 Millionen Euro raus – so viel hat Borussia die einjährige „Parkzeit“ Itakuras in der niederländischen Eredivisie unter dem Strich gebracht. Richtig glücklich wurde Itakura in der vergangenen Saison trotz regelmäßiger Einsätze in Amsterdam nicht. Auf seine beste Phase mit sechs 90-Minuten-Einsätzen nacheinander folgte Ende Januar eine Rückenverletzung, die ihn ausbremste. Erst im April war Itakura wieder fit. Bis zum Saisonende sammelte er noch vier weitere Einsätze. Im Juni kam er bei der Weltmeisterschaft im zweiten und dritten Gruppenspiel gegen Tunesien (4:0) und Schweden (1:1) von Beginn an als Kapitän der japanischen Nationalmannschaft zum Einsatz, ehe er das Sechzehntelfinale gegen Brasilien (1:2) von der Bank aus verfolgen musste. Gerüchte über eine Rückkehr Itakuras nach Gladbach hatte es bereits vor einigen Wochen gegeben. Sportchef Rouven Schröder und sein Team haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Optionen abgeklopft. Dabei galt es, die Elvedi-Nachfolge in unterschiedliche Richtungen abzuwägen. „Es gibt vorbereitete Dinge, die in verschiedenste Themen reinfallen: Altersstruktur, Erfahrung und Ambitionen. Es ist wichtig, dass wir jetzt noch 15, 16 Tage haben. Es gibt Dinge abzuklären und wir gehen die Schritte nacheinander“, hatte Schröder am Samstag gesagt. Drei Tage später sind sich die Borussen mit Itakura einig geworden. Vor allem die Machbarkeit des Deals war nach Informationen unserer Redaktion lange fraglich und bis zum letzten Moment nicht sicher. Die Niederländer sind Borussia mit der Ablösesumme am Ende großzügig entgegengekommen. Itakura dürfte mit seinem Wechsel nach Gladbach auch dem neuen Gehaltsgefüge, das Schröder ausgerufen hat, zugestimmt haben. Wenn Itakuras Vierjahresvertrag in Gladbach endet, ist er 33 Jahre alt. Er und Schröder kennen sich noch aus gemeinsamen Zeiten bei Schalke 04, auch das dürfte die Verhandlungen zwischen Borussia und dem Spieler erleichtert haben. Für Itakura, der in Kürze zum ersten Mal Vater wird, steht nicht nur die Rückkehr nach Gladbach bevor, sondern auch die Rückkehr an seinen alten Wohnort Düsseldorf. Die japanische Community dort und in Gladbach (Shuto Machino, Daiki Hashioka und Japan-Dolmetscher Atsushi Waki gehören mittlerweile zum Team) dürften dazu beitragen, dass sich Itakura an alter und neuer Wirkungsstätte schnell einlebt. Bei Borussia wird Itakura gemeinsam mit dem gleichaltrigen Kevin Diks (29) das erfahrene Abwehr-Duo in der kommenden Saison bilden. Dahinter lauern Fabio Chiarodia (21) und vor allem der in der Vorbereitung starke Jan Leszczynski (19) auf ihre Einsätze. Von der Erfahrung Itakuras, der von 2022 bis 2025 auf 80 Pflichtspiele für Gladbach kam, dürften auch sie profitieren. Beide bekommen ihre Zeit, sich in Ruhe zu entwickeln und könnten auch gemeinsam mit Diks und Itakura auf dem Feld stehen – zum Beispiel dann, wenn Trainer Eugen Polanski Itakura auf der Doppelsechs braucht, wo Gladbach sehr wahrscheinlich mit Philipp Sander und Kevin Stöger das erste Pflichtspiel bestreitet. Das Duo Diks/Itakura wird sich in den kommenden Tagen zunächst auf dem Trainingsplatz kennenlernen. „Ich liebe Nico“, hatte Diks im Rahmen des Trainingslagers am Tegernsee vor zwei Wochen kundgetan und angekündigt, Elvedi zum Bleiben überreden zu wollen.