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Borussia Mönchengladbach: Trainer-Kandidaten im Überblick - Blessin, Steffen, Galm

Sport

Das 0:5 beim SC Freiburg hatte für Borussia Mönchengladbach und Eugen Polanski Folgen. Der 40-Jährige ist seit dem 13. September 2026 nicht mehr länger Cheftrainer seines Heimatklubs. Fast auf den Tag genau ein Jahr vorher wurde er interimsweise zum Nachfolger von Gerardo Seoane befördert, ehe er ab November Cheftrainer war. In 34 Bundesligaspielen kam der Ex-Profi auf einen Schnitt von 1,09 Punkten.

Jan-Moritz Lichte

Der 46-Jährige ist zunächst die Interimslösung für das Spiel gegen Mainz am Samstag. Das ist pikant, die Nullfünfer sind sein Ex-Verein und der Klub, bei dem Rouven Schröder Lichte 2020 schon einmal zum Chefcoach gemacht hat. Nach zwölf Spielen wurde Lichte schon wieder abgelöst. Als Dauerlösung kommt er in Gladbach nicht infrage, der Klub wird unabhängig vom Ergebnis aus dem Mainz-Spiel einen externen Trainer verpflichten.

Ole Werner (vereinslos)

Der 38-Jährige arbeitete lange erfolgreich bei Werder Bremen. Danach führte Werner RB Leipzig in die Champions League – und musste gehen, weil das Beraterteam um Jürgen Klopp eine andere Ausrichtung wollte. Werner ist ein Trainer, der etwas aufbauen kann, das hat er in Kiel und Bremen gezeigt. Aber ist Gladbach für ihn wirklich der nächste Schritt, nachdem er bei RB einen Spitzenklub der Bundesliga betreute? Passen würde es mit Gladbach ganz sicher mehr als mit RB. Realistisch und vor allem finanziell umsetzbar sind andere Kandidaten, zumal auf Werner im Herbst sportlich deutlich attraktivere Klubs zukommen dürften.

Brian Priske (Sparta Prag)

Borussia ist grundsätzlich auch bereit, für einen Trainer eine Ablöse zu bezahlen. Das dänische „Tipsbladet“ berichtete am 14. September, dass sich Gladbach mit dem Dänen Brian Priske beschäftige. Der 49-Jährige steht derzeit bei Sparta Prag unter Vertrag, nachdem er im Februar bei Feyenoord Rotterdam entlassen wurde. Dort war er im Sommer 2024 auf Arne Slot gefolgt. Nach Informationen unserer Redaktion ist Briske, der auch Deutsch spricht, kein Thema in Gladbach.

Horst Steffen (vereinslos)

Der frühere Profi, der für Gladbach spielte und auch Nachwuchstrainer am Niederrhein war, war schon als Nachfolger von Gerardo Seoane im Gespräch. Der 57-Jährige arbeitete extrem erfolgreich bei der SV Elversberg, die er in die zweite Liga führte. Erst in der Relegation verpasste er schließlich den Bundesliga-Aufstieg. Dann kam der Wechsel zu Werder Bremen. Nach nur 21 Pflichtspielen musste er gehen. In Gladbach käme er aufgrund seiner Aufbauarbeit in Elversberg dennoch als Hoffnungsträger infrage. Dass er offen und bereit für einen neuen Job ist, hat er kürzlich erst betont. Der Draht zum Borussia-Park ist nach wie vor kurz, gegen Elversberg war er sogar im Stadion.

Alexander Blessin (vereinslos)

Der 53-Jährige war beim FC St. Pauli nach dem Aufstieg des Kiez-Klubs Nachfolger von Fabian Hürzeler. Blessin kommt aus der RB-Schule und arbeitete in Italien und Belgien, bevor er in Hamburg den ersten Trainerjob im deutschen Profifußball bekam. Der Fußball, den der FC St. Pauli spielte, überraschte, doch es fehlte dem Team letztlich an Qualität. Immerhin hielt er St. Pauli eine Saison in der Liga. Nach dem Abstieg im zweiten Jahr kam es zur Trennung. Sein spielerischer Ansatz würde zu Borussia passen. Blessin steht für einen taktisch flexiblen Fußball, in St. Pauli schaffte er es, für ein defensives Bollwerk zu sorgen. Genau das könnte Gladbach aktuell gut gebrauchen.

Christian Eichner (vereinslos)

Fünfeinhalb Jahre lang trainierte der 43-Jährige den KSC in der zweiten Liga. Eichner bewies, dass er langfristig etwas aufbauen kann. Er setzte in Karlsruhe auf die unterschiedlichsten Spielsysteme, die er immer wieder an die personellen Optionen im Kader anpasste. Bundesliga-Erfahrung fehlt ihm noch. Unabhängig von Gladbach könnte die erste Liga für ihn zeitnah der nächste Karriereschritt sein.

Dietmar Kühbauer (Linzer ASK)

Der 55-Jährige sorgte mit dem LASK kürzlich für Aufsehen, als sich die Österreicher gegen Celtic Glasgow durchsetzten und die Champions-League-Quali klarmachten. In der vergangenen Saison wurde er mit Linz Meister und Pokalsieger. „Der Standard“ hob im Mai seine Menschenführung als die größte Qualität hervor. Außerdem kennt Kühbauer Krisensituationen. Linz übernahm er einst als Tabellenvorletzter, dann stabilisierte er das Team, ehe er attraktiven Fußball spielen ließ. Kühbauer hat bisher ausschließlich Klubs in seiner Heimat trainiert. Nach der 1:2-Niederlage bei Sturm Graz wollte Kühbauer die Gladbach-Gerüchte nicht kommentieren. Die „Salzburger Nachrichten“ berichteten am 15. September, Kühbauer sei kein Kandidat in Gladbach.

Bo Henriksen (vereinslos)

Henriksen kennt Abstiegskampf. Mit seiner emotionalen Art schaffte es der Däne, die Mainzer im Frühjahr 2024 von einem Abstiegsplatz zum Klassenerhalt zu führen. Anschließend erreichte er mit den Nullfünfern den Europapokal. Dass Gladbach über ihn nachdenkt, ist gut möglich. In Mainz setzte Henriksen fast ausschließlich auf die Dreierkette, was allerdings kein Ausschlusskriterium bei der Suche nach einem Trainer ist.

Christian Titz (Hannover 96)

Titz ist nach seiner Entlassung in Hannover auf dem Markt. Vor wenigen Monaten hatte er den Wiederaufstieg mit den Niedersachsen aufgrund eines enttäuschenden Endspurts verspielt. Der gebürtige Mannheimer steht für eine klare Spielidee und kennt den Druck in einem Traditionsklub nicht nur aus Hannover. 2018 stieg er mit dem Hamburger SV ab, nachdem er die Mannschaft für die letzten acht Saisonspiele übernommen hatte. Doch ließe sich in Gladbach ein neuer Trainer verkaufen, der gerade bei einem Zweitligisten entlassen wurde? Kontakt zwischen Titz und Borussia soll es laut „Bild“ in der Vergangenheit schon mal Kontakt gegeben haben.

Danny Galm (FC Liefering)

Schröder kennt Galm noch aus gemeinsamen Salzburger Zeiten. Der 40-Jährige war als Trainer unter anderem in den Leistungszentren der TSG Hoffenheim und des FC Bayern München tätig und zählt laut „Sport Bild“ zu den Kandidaten. 2023 trainierte er für drei Monate den SV Sandhausen. Nach 15 Spielen wurde er entlassen, weil der Drittligist nach dem Abstieg nicht oben mitspielte. Im vergangenen Jahr wechselte Galm schließlich zu RB Salzburg und übernahm im Februar den FC Liefering, das Farmteam des Red-Bull-Konzerns, als Cheftrainer. Erstligaerfahrung würde er nicht mit nach Gladbach bringen.

Jens Wissing (Al-Ittihad)

Von 2010 bis 2011 spielte Wissing einst selbst für Gladbach und kann seitdem einen spannenden Werdegang vorweisen. Von 2019 bis 2021 war er als Co-Trainer in der U23 tätig, ehe er als Assistent von Roger Schmidt erst bei der PSV Eindhoven arbeitete und anschließend mit Schmidt zu Benfica Lissabon wechselte. Seinen ersten Job als Cheftrainer übernahm er im Januar 2026. Mit dem japanischen Klub Gamba Osaka gewann er die asiatische Champions League. Im Sommer übernahm er Al-Ittihad in der Saudi Pro League. Der „Kicker“ brachte Wissing am 14. September zunächst als Gedankenspiel rein. Zwei Tage später berichtete die „Bild“, dass Schröder sich tatsächlich bei Wissing erkundigt haben soll, woraufhin Wissing Borussia eine Absage erteilt habe.

Zsolt Löw (vereinslos)

Sein Name ist im Zusammenhang mit Gladbach bereits in der Vergangenheit gefallen. 2025 war er für acht Spiele Cheftrainer von RB Leipzig, ehe Werner übernahm. Seine Biografie ähnelt in Teilen der von Schröder: Mainz (als Spieler), Salzburg, Leipzig – all diese Stationen hat auch Löw bereits hinter sich. Ihn zu kontaktieren und seine Zukunftsvorstellung abzuklopfen, dürfte im Fall der Fälle für Schröder leicht sein. Allerdings ist die Vita mit seiner langen Co-Trainer-Tätigkeit nicht das sein, was Gladbach sucht.

René Maric (Co-Trainer beim FC Bayern München)

In Gladbach war Maric schon einmal, damals als Assistent von Marco Rose. Er ist ein Taktikfuchs und gilt als „Mastermind“. Aktuell arbeitet er unter Vincent Kompany beim FC Bayern. Ob er sich verändern will, ist nicht bekannt. Der 34-Jährige hat bislang keine Erfahrung als Cheftrainer und würde in Gladbach als Experiment gelten – genau das sucht der Klub nicht.

Christian Streich (vereinslos)

Streich gehörte bei der WM zum Expertenteam des ZDF und saß dort neben dem Ex-Gladbacher Christoph Kramer. Streich hat das Freiburger Modell aufgebaut, das von Borussia-Bossen immer wieder lobend erwähnt wird. Aber wäre der 61-Jährige einer für Gladbach? Vom Prinzip her schon. Dass die Borussen ihn fragen werden, ist daher denkbar. Eine Rückkehr ins Trainergeschäft hat Streich nicht generell ausgeschlossen, Gladbach dürfte aber keine ernsthafte Option für ihn sein.

Steffen Baumgart (vereinslos)

Baumgart bei Borussia Mönchengladbach? Das dürfte eine unwahrscheinliche Lösung sein. Nicht nur wegen der Vergangenheit beim 1. FC Köln, sondern auch, weil Baumgart den Borussia-Bossen als Trainertyp zu extrovertiert sein könnte. Werbung in eigener Sache konnte Baumgart bei seiner letzten Trainerstation (1. FC Union Berlin) nach einem zwischenzeitlichen Hoch ebenfalls nicht nachhaltig betreiben.

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