Borussia Mönchengladbach: Transfer von Ko Itakura offiziell
Ko Itakura ist nur ein Jahr nach seinem Abschied zu Borussia Mönchengladbach zurückgekehrt. Seit Dienstagabend hatte sich der Transfer konkret angebahnt, am Mittwoch überstand Itakura den Medizincheck im Borussia-Park, anschließend wurden die Formalitäten geklärt. „Es gab ja bereits im Winter die Überlegung, Ko Itakura zurück zu Borussia zu holen. Was damals wie ein kühner Plan klang, ist jetzt Wirklichkeit geworden“, wird Sportchef Rouven Schröder in der Mitteilung zitiert. Er sagt weiter: „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit ihm einen Spieler verpflichten konnten, der in Sachen Qualität und Erfahrung exakt dem Profil entspricht, welches wir nach dem Abgang von Nico Elvedi gesucht haben. Dass er noch dazu ein alter Bekannter ist, der kaum Anlaufzeit benötigen wird und unbedingt zu uns zurückwollte, rundet das Ganze perfekt ab.“ Itakura, der ab sofort mit der Rückennummer 6 aufläuft, sagt zu seiner Rückkehr: „Ich bin sehr glücklich, wieder bei Borussia zu sein. Ich habe den Verein sehr vermisst und habe mich, als das Angebot kam, direkt für die Rückkehr entschieden. Für mich fühlt es sich wieder wie zu Hause an. Ich freue mich sehr darauf, nun wieder das Borussia-Trikot zu tragen und vor unseren Fans im Stadion zu spielen.“ Itakura hat am Niederrhein einen Vertrag bis 2030 unterschrieben. Die Gladbacher sollen laut Sky inklusive Boni rund vier Millionen Euro für Itakura zahlen, niederländische Medien berichten von einer Summe von bis zu fünf Millionen Euro. Vor einem Jahr kassierten die Borussen für den Itakura-Wechsel rund 10,5 Millionen Euro von Ajax Amsterdam. Itakura tritt damit offiziell die Nachfolge seines ehemaligen Innenverteidiger-Kollegen Nico Elvedi an, den es in die Premier League zu Leeds United zieht. Gladbach schließt die Regelung der Elvedi-Nachfolge wirtschaftlich mit einem Plus ab: Die vier bis fünf Millionen Euro, die nun nach Amsterdam fließen, hat der Klub durch die neun bis zehn Millionen Euro für Elvedi locker wieder drin. Zudem geht Borussia aus dem Hin und Her bei Itakura mit einem Plus von rund 6,5 Millionen Euro raus – so viel hat Borussia die einjährige „Parkzeit“ Itakuras in der niederländischen Eredivisie unter dem Strich gebracht. Richtig glücklich wurde Itakura in der vergangenen Saison trotz regelmäßiger Einsätze in Amsterdam nicht. Auf seine beste Phase mit sechs 90-Minuten-Einsätzen nacheinander folgte Ende Januar eine Rückenverletzung, die ihn ausbremste. Erst im April war Itakura wieder fit. Bis zum Saisonende sammelte er noch vier weitere Einsätze. Gerüchte über eine Rückkehr Itakuras nach Gladbach hatte es bereits vor einigen Wochen gegeben. Sportchef Rouven Schröder und sein Team haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Optionen abgeklopft. Dabei galt es, die Elvedi-Nachfolge in unterschiedliche Richtungen abzuwägen. „Es gibt vorbereitete Dinge, die in verschiedenste Themen reinfallen: Altersstruktur, Erfahrung und Ambitionen. Es ist wichtig, dass wir jetzt noch 15, 16 Tage haben. Es gibt Dinge abzuklären und wir gehen die Schritte nacheinander“, hatte Schröder am Samstag gesagt. Drei Tage später waren sich die Borussen mit Itakura einig geworden. Vor allem die Machbarkeit des Deals war nach Informationen unserer Redaktion lange fraglich und bis zum letzten Moment nicht sicher. Kostenpflichtiger Inhalt Die Niederländer sind Borussia mit der Ablösesumme am Ende großzügig entgegengekommen. Itakura dürfte mit seinem Wechsel nach Gladbach auch dem neuen Gehaltsgefüge zugestimmt haben, das Schröder ausgerufen hat. Für Itakura, der in Kürze zum ersten Mal Vater wird, ist es nicht nur die Rückkehr nach, sondern auch die Rückkehr an seinen alten Wohnort Düsseldorf. Die japanische Community dort und in Gladbach (Shuto Machino, Zento Uno, Daiki Hashioka und Japan-Dolmetscher Atsushi Waki gehören mittlerweile zum Team) dürften dazu beitragen, dass sich Itakura an alter und neuer Wirkungsstätte schnell einlebt. Bei Borussia wird Itakura gemeinsam mit dem gleichaltrigen Kevin Diks (29) das erfahrene Abwehr-Duo in der kommenden Saison bilden. Dahinter lauern Fabio Chiarodia (21) und vor allem der in der Vorbereitung starke Jan Leszczynski (19) auf ihre Einsätze. Von der Erfahrung Itakuras, der von 2022 bis 2025 auf 80 Pflichtspiele für Gladbach kam, dürften auch sie profitieren. Beide bekommen ihre Zeit, sich in Ruhe zu entwickeln. Das Duo Diks/Itakura wird sich in den kommenden Tagen zunächst auf dem Trainingsplatz kennenlernen, Itakura war nach seinem WM-Urlaub und ein paar Beschwerden erst vor rund zwei Wochen ins Mannschaftstraining bei Ajax eingestiegen. „Ich liebe Nico“, hatte Diks im Rahmen des Trainingslagers am Tegernsee vor zwei Wochen kundgetan und angekündigt, Elvedi zum Bleiben überreden zu wollen. Das Vorhaben ist gescheitert. Nun liegt es an Itakura, mit guten Leistungen dafür zu sorgen, dass Diks irgendwann möglicherweise ähnliche Worte für seinen neuen Partner in der Abwehr findet.