Borussia Mönchengladbachs Trainersuche: Wissing sagt Schröder ab
Dieser Artikel erschien in erster Fassung am 15.09. um 06:51 Uhr und wurde im Anschluss aktualisiert (neuer dritter Absatz).
Borussia Mönchengladbach ist einem Bericht zufolge bereit, eine Millionenablöse für einen neuen Trainer zu bezahlen. „Bild“ schrieb am Dienstag von einem Budget von 4 Millionen Euro für den Nachfolger von Eugen Polanski, der nach dem katastrophalen Saisonstart am Wochenende freigestellt wurde. „Tipsbladet“ nannte dazu einen neuen Namen, mit dem sich die Fohlen demnach konkret beschäftigen würden. Verhandlungen über ein Engagement von Sparta Prags Erfolgstrainer Brian Priske seien geplant. In Deutschland gab es dazu von mehreren Stellen Widerspruch.
Dem dänischen Magazin zufolge hat Gladbach den 49-Jährigen ins Visier genommen und wolle in den kommenden Tagen mit einem Angebot bei den Tschechen vorstellig werden. Von der „Rheinischen Post“ war jedoch zu hören, dass Priske kein Thema sei. Nach „Sky“-Informationen, die das Dementi stützten, hat die Borussia weder Kontakt zu Sparta, noch den Plan, Priske zu verpflichten.
Update 16.09., 08:44 Uhr: Am Mittwoch brachte „Bild“ mit Jens Wissing den nächsten Kandidaten ins Spiel. Sportdirektor Rouven Schröder habe beim von ihm sehr geschätzten 38-Jährigen angefragt. Wissing hatte allerdings erst im Juli bei Al-Ittihad übernommen und habe den Fohlen wegen des ungünstigen Timings abgesagt. Der ehemalige Assistent von Roger Schmidt soll dem saudischen Top-Klub wieder Titelreife verleihen. Wissing wolle das Projekt nicht sofort wieder beenden, habe die Zeitung aus seinem Umfeld erfahren. Der UEFA-Pro-Lizenz-Inhaber hat eine Vergangenheit als Gladbacher Spieler mit drei Bundesliga-Einsätzen in der Saison 2010/11.
Der zuvor gehandelte Priske hatte 2020 den FC Midtjylland in seiner Heimat zum Meistertitel geführt. Auch in Tschechien stand der Däne 2023 und 2024 nach zwei Saisons an der Spitze mit Sparta Prag, wo er nach einem Intermezzo in den Niederlanden seit letztem Jahr wieder im Amt ist. Während der kurzen Episode zuvor bei Feyenoord Rotterdam sorgte sein Team in der Champions League 2024/25 für Schlagzeilen – mit deutlichen Siegen etwa gegen den FC Bayern (3:0) und Benfica (3:1) sowie einem 3:3 gegen Manchester City, während man sich Leverkusen (0:4) oder Lille (1:6) spektakulär geschlagen geben musste und die Vorrunde nur knapp überstand.
Hohe Ablöse für neuen Trainer? Für Hütter zahlte Gladbach 7,5 Millionen
Als Nachfolgekandidaten für Polanski waren auch der Ex-Leipziger Ole Werner, der ehemalige Bremer Horst Steffen, Ex-St.-Pauli-Coach Alexander Blessin und der langjährige Karlsruher Christian Eichner gehandelt worden, die allesamt vereinslos sind, zumindest also keine Ablösezahlung an einen anderen Verein erfordern würden. Eine sehr hohe Zahlung für einen Trainertransfer hatte sich Gladbach 2021 – noch unter Manager Max Eberl – für die Verpflichtung von Frankfurt-Coach Adi Hütter geleistet; 7,5 Millionen Euro wurden damals fällig.
Dass es nun wieder ein Trainer werden könnte, der momentan noch andernorts unter Vertrag steht, machen die „Bild“-Infos deutlich. Nach Dafürhalten des Blatts will Sportchef Schröder keinen unerfahrenen Youngster, sondern einen gestandenen Coach mit Erfahrung und Selbstbewusstsein, der demnach die Sprache kenne und sich intensiv mit der Borussia beschäftigt habe, somit also keine lange Einarbeitungszeit benötige. Interimsweise springt vorerst Co-Trainer Jan-Moritz Lichte ein, der das Team am kommenden Samstag (15:30 Uhr) gegen Mainz 05 betreuen soll.