Bosnien verabschiedet sich emotional von Edin Dzeko
Beim 1:1 (0:0) im Nations-League-Duell mit Schweden führte Dzeko das Team am Freitagabend (02.10.2026) ein letztes Mal als Kapitän auf das Feld. Nach 62 Minuten verließ er den Platz durch ein Spalier und begleitet vom tosenden Applaus der Fans.
Riesen-Trikot mit "Danke Diamant"
Schon vor der Partie war der Stürmerstar in seiner Heimat gefeiert worden. In der bosnischen Metropole Sarajevo zierte seit dem Vortag ein riesengroßes Trikot mit Dzekos Rückennummer 11 und der Aufschrift "Danke, Diamant" ein Gebäude in der Innenstadt. Am Spieltag selbst servierten etliche Restaurants ausnahmsweise elf statt zehn Cevapi - wie es seit Jahrzehnten Brauch ist.
Im Stadion von Zenica herrschte schon eine Stunde vor dem Anpfiff Gänsehaut-Atmosphäre, als die Zuschauer immer wieder Dzekos Namen skandierten. Und fast hätte es einen märchenhaften Abschied gegeben, denn in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit traf Dzeko zur vermeintlichen Führung. Doch der Treffer zählte nicht, weil der Ball zuvor im Toraus gewesen war.
Länderspiele als "emotionalstes Privileg"
So blieb es bei 73 Länderspieltoren für Dzeko, der im Juni 2007 gegen die Türkei sein Debüt gegeben hatte. "Nichts in meiner Karriere ist mit dem Stolz zu vergleichen, den ich jedes Mal empfand, wenn ich dieses Trikot überzog", sagte Dzeko schon vor dem Anpfiff und ergänzte: "Für mein Land zu spielen, war das emotionalste Privileg, das mir der Fußball je beschert hat. "
Zweimal - 2014 und 2026 - war er mit Bosnien-Herzegowina bei der WM dabei. "Die zwei Weltmeisterschaften werden mir am meisten in Erinnerung bleiben. Das ist das Schönste, was mir und der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina je passiert ist", sagte Dzeko rückblickend.
Keine Sorgen um die Zukunft der Auswahl
Künftig werde er die Spiele der Nationalmannschaft als Fan verfolgen. Um die Zukunft des bosnischen Fußballs mache er sich keine Sorgen. "Ich bin mir sicher, dass die Spieler, die in der Nationalmannschaft bleiben, in meine Fußstapfen treten werden", sagte Dzeko.