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Botschafterin sorgt für Unruhe in Griechenland

Welt

Kimberly Guilfoyle, Donald Trumps Griechenland-Botschafterin, hat mit Kommentaren über Griechenland für Unruhe gesorgt. Bei einem Abendessen in Athen gab die ehemalige Staatsanwältin laut Berichten von „The Wall Street Journal (WSJ)“ einen kuriosen Kommentar ab. Sie bezog sich in dem Gespräch im März auf den Zusammenbruch der rumänischen Regierung und sagte: „Wir können das mit jedem Land machen, bei dem wir es wollen. Wir können das hier machen.“

Nach Schilderungen von Anwesenden bei dem Abendessen sei die Unterhaltung danach hitzig geworden und Griechenlands Energieminister Stavros Papastavrou habe Guilfoyle entgegnet, dass die USA die griechische Regierung nicht stürzen könne, da sie von der Bevölkerung gewählt worden sei.

Botschafterin reist durch Europa, um für „vertikalen Gas-Korridor“ zu werben

Wie das „WSJ“ berichtet, waren viele Beamte der Athener Regierung zunächst erfreut darüber, dass ihr (von den USA sonst oft übersehenes) Land die Aufmerksamkeit von Washington auf sich ziehen konnte. Nun hätten viele von ihnen Angst, sich mit den USA anzulegen. Guilfoyles Anwalt widerspricht den Schilderungen, so das „WSJ“.

Guilfoyle, die in der Vergangenheit nicht nur als Staatsanwältin gearbeitet hat, sondern auch als Moderatorin für „Fox-News“ tätig war, reist seit Monaten zwischen Washington und Europa hin und her. Ihr Ziel laut „WSJ“: am östlichen Rand des Kontinents Alliierte für Trump finden, die dann amerikanisches Gas kaufen sollen. Europa sei weniger auf russische Energie angewiesen, wenn es einen sogenannten „vertikalen Gas-Korridor“ gebe, der tiefkaltes verflüssigtes Erdgas in Griechenland annehmen und in Richtung Ukraine pumpen könne.

Lobbyist Christos Marafatsos begleitet US-Botschafterin auf Reisen

Begleitet wird sie dabei von Christos Marafatsos. Er ist laut Berichten des „WSJ“ durchgängig an ihrer Seite, sodass er fälschlicherweise für den Stabschef der US-Botschafterin für Griechenland gehalten wurde.

Marafatsos sei ein Top-Lobbyist für die griechische Baufirma „Aktor Group“ – einen Newcomer in der Gasbranche, der sich mit einem staatlich unterstützten Energieunternehmen in Griechenland zusammengetan habe.

Guilfoyle sei von dem Chef der Firma, Alexandros Exarchou, in einem Privatjet unter anderem nach Bulgarien ausgeflogen worden. Dort habe die 57-Jährige dafür plädiert, dass das Land mit der „Aktor Group“ einen Deal abschließen solle, um US-amerikanisches Gas im Wert von Milliarden Euro zu kaufen.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass das irgendwie die offizielle Position der US-Regierung ist“, sagte ein Insider dem „WSJ“.

Expertin kritisiert Botshafterin Guilfoyle

Marafatsos nehme gemeinsam mit Guilfoyle an Meetings teil und sei inoffiziell der sogenannte Gatekeeper zur Botschafterin – derjenige, der entscheidet, wer mit ihr spricht und ihr nahekommt. „Ein höchst ungewöhnliches Verhalten für eine Privatperson“, berichtet das „WSJ“. Denn der 39-jährige Lobbyist und Unternehmer bekleide keinerlei offizielle politische Position: „Mehrere Menschen, darunter auch Regierungsvertreter, die sich mit Marafatsos und der Botschafterin getroffen haben, sagten, dass er seine Verbindungen zu ‚Aktor‘ nicht erwähnte.“

Robin Brooks, eine seit 21 Jahren im Auswärtigen Dienst tätige Beamtin, bezeichnete es als „absolut problematisch“, wenn eine US-Botschafterin für ein ausländisches Unternehmen wirbt. Brooks war unter der Regierung von Joe Biden als Direktorin für den Balkan und Mitteleuropa im Nationalen Sicherheitsrat tätig. Dass ein registrierter Lobbyist zu Treffen mit ausländischen Amtsträgern mitgebracht werde, so Brooks im „WSJ“, „wirft die Frage auf, ob das Treffen den amerikanischen Interessen oder vielmehr irgendeinem privaten Interesse“ gelte.

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