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Box für 1,3 Millionen Festnetz

Wirtschaft

Auch im Zeitalter von Glasfaser und schnellem Internet gibt es sie noch, die klassischen analogen Tele­fonan­schlüsse mit einem Telefon. Vielleicht sogar noch mit Wählscheibe, deren Bedienung vielen jüngeren Menschen völlig fremd sein dürfte.

Neue Anschluss­vari­ante für alte Telefone

Die Mini-Telefonanlage Call-Connect-via-Funk erlaubt es, analoge Telefone mit TAE-Stecker über das Telekom-Mobilfunknetz weiter zu betreiben.

Foto: Deutsche Telekom Ab heute stellt die Telekom ihren Kunden mit diesen klassischen Tele­fonan­schlüssen eine neue Anschluss­vari­ante zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht dabei eine kleine Telefon-Box, die „Call Connect via Funk“ getauft wurde. Sie ermöglicht dann die analoge Telefonie über das Mobil­funk­netz. Erfreulich: Das bisherige Fest­netz­telefon kann in der Regel weiter genutzt werden.

Schritt­weise Ablösung älterer Anschluss­technik

Das Produkt stellt die Telekom nicht ohne Grund vor. Geplant ist die schritt­weise Ablösung älterer Anschluss­technik. Sie erfordert eine Umstellung der alten Single Play-Anschlüsse (nur Sprach-Telefonie und rein theoretisch analoger Modem­betrieb) auf moderne Technik.

Die Telekom zählt noch etwa 1,3 Millionen Anschlüsse die auf geeignete Alter­nativen umgestellt werden sollen. Dazu zählt die Telekom Mobilfunk-, FTTH- und DSL-Lösungen.

Die neue Telefon-Box richtet sich an Menschen, die ihren Anschluss vor allem zum Tele­fonieren nutzen. Das Gerät wird in eine 230-Volt-Steckdose gesteckt, und am Gerät wird das analoge Telefon über den TAE-Stecker ange­schlossen. Die Telefonie-Verbindung wird dann nicht mehr über die bisherige Tele­fonlei­tung, sondern über Mobilfunk (4G/LTE) hergestellt.

Die Instal­lation ist einfach und unkom­pliziert und kann vom Kunden selbst oder einer vertrauten Person vorgenommen werden. Das Einsetzen einer SIM-Karte ist nicht erfor­derlich, die ist schon drin. Das Telefon wird, wie beim herkömm­lichen Anschluss, über die mittlere TAE-Buchse verbunden.

Weitgehend auto­mati­sche Einrichtung

Wie die Telekom mitteilt, soll die Einrichtung und die Übernahme der bestehenden Rufnummer auf den Funk­anschluss anschlie­ßend automatisch ablaufen und in der Regel nach 15 Minuten abge­schlossen sein. Die Festnetz-Rufnummer bleibt vollständig erhalten und kann so für ankommende und abgehende Gespräche weiter genutzt werden.

Preis knapp 100 Euro oder knapp 4 Euro im Monat

Die Telefon-Box kann bei der Telekom gemietet (3,95 Euro pro Monat) oder einmalig für 99,99 Euro käuflich erworben werden.

Alter Bekannter?

Langjährige Leser werden sich an das Produkt Vodafone zu Hause erinnern, wo die vorherige Fest­netz­nummer in das Netz von Vodafone umgeleitet wird.

Im Vergleich mit dem Telekom-Angebot hat Vodafone einen wesent­lichen Nachteil: Vodafone überträgt nicht die Fest­netz­nummer bei abgehenden Anrufen, sondern unterdrückt die abgehende Übertragung der Rufnummer. Würde man diese aufheben (mit *31# vor der zu wählenden Rufnummer), würde eine Mobil­funk­nummer (oft im Bereich 0173...) angezeigt, welche die angerufenen Personen entweder nicht kennen oder nur für teures Geld (in Alttarifen kann eine Minute zu Mobilfunk 20-25 Cent/Minute kosten) erreichen können.

Bei der Telekom wird abgehend die gewohnte Fest­netz­nummer übertragen und Anrufe kosten den Tarif zum Festnetz (im Falle einer Flatrate sind sie weiter inklusive).

Altkunden müssen demnächst mit Post rechnen

Kunden mit sehr alten Tele­fonan­schlüssen, die noch mit analoger Technik laufen, müssen in der nächsten Zeit damit rechnen, Post von der Telekom zu bekommen. Ist die Mobil­funk­versor­gung im Haus ausreichend, ist "Call Connect via Funk" eine elegante Lösung. Leben weitere Fami­lien­mitglieder im Haus, könnte überlegt werden, die Rufnummer des analogen Anschlusses auf den bereits bestehenden Anschluss mit Internet (via DSL oder Glasfaser) zu portieren und dann über eine schnurlose DECT-Lösung weiter zu tele­fonieren oder eine kleine Tele­fonan­lage (oder einen weiteren Router mit TAE-Anschluss und Impulswahl-Erkennung wie z.B. der Smart 4 der Telekom) zu instal­lieren, was den gewohnten Analog-Komfort garantiert.

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